20. September 2026, 12:41 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Filter in der Spülmaschine arbeitet in der Regel unsichtbar. Er befindet sich am Boden des Geräts, unterhalb des unteren Geschirrkorbs. Daher wird er auch gerne übersehen. Genau das kann auf Dauer zu Problemen führen. Dem Geschirr ist es grundsätzlich egal. Allerdings leidet die Funktion der Maschine. Wer den Filter nie reinigt, macht aus einem kleinen Problem eine teure Sache, wie myHOMEBOOK herausgefunden hat.
In der Spülmaschine hat der Filter nur eine Funktion: Er soll Essensreste davon abhalten, die Ablaufpumpe zu verstopfen. Bleibt er über Wochen ungereinigt, gehen Fett und Speisereste eine unangenehme Verbindung ein.
„Zersetzende Speisereste und fettes Spülwasser im Filter fangen an, extrem muffig und faulig zu riechen“, erläutert Theresa Seitz, Geschäftsführerin des ZVEI-Fachverbands Elektro-Haushalt-Kleingeräte auf Nachfrage von myHOMEBOOK. Dieser Geruch verteilt sich mit der Zeit im gesamten Innenraum und überträgt sich auf das Geschirr.
Parallel dazu sinkt die Spülleistung. Während des Spülvorgangs pumpt die Maschine das Wasser permanent durch den Innenraum. Wenn der Filter länger nicht gereinigt worden ist, läuft dieses Wasser stark verschmutzt und voller Partikel über Teller und Gläser. Am Ende bleibt ein Schmutzfilm auf dem Geschirr zurück. Schlieren und Essensreste sind dann die deutliche Aufforderung, den Filter vielleicht doch einmal wieder zu reinigen.
Wenn sich Gerüche zu einem technischen Schaden ausweiten
Verstopft der Filter komplett, tritt ein unsichtbares Problem hinzu: Das Wasser läuft nicht mehr richtig ab. In der trüben Brühe am Boden nisten sich dann andere Plagegeister ein. „Für Bakterien und Schimmel ist das feuchte, warme Klima im geschlossenen Gerät ein perfekter Nährboden“, verdeutlicht Seitz. Neben gesundheitlichen Folgen können dann noch technische Probleme hinzukommen.
Die Umwälzpumpe arbeitet irgendwann am Limit, um das verschmutzte Wasser durch die Maschine zu bewegen, auch wenn der Filter kaum noch etwas durchlässt. Aufgrund der Dauerbelastung kann die Pumpe irgendwann komplett aufgeben.
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Das kann dann richtig teuer werden. Eine neue Umwälzpumpe schlägt mit etwa 60 bis 300 Euro zu Buche. Das hängt vom Hersteller ab und davon, ob es sich um ein Original- oder ein Nachbauteil handelt. Die Kosten für den Handwerker sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Nur zum Vergleich: Eine neue Spülmaschine aus dem mittleren Preissegment kostet aktuell zwischen 580 und 700 Euro. Wer also regelmäßig ein paar Minuten in die Reinigung des Filters investiert, erspart sich am Ende den Kauf einer neuen Spülmaschine.
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Eine Reinigung pro Monat reicht
Denn größere Schäden lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden. Als Faustregel rät Seitz, „den Filter etwa einmal im Monat zu reinigen, damit sich Fett und Rückstände gar nicht erst festsetzen.“ Ergänzend empfiehlt sie im selben Rhythmus einen Spülgang bei 60 Grad oder höher. Durch Hitze lösen sich Ablagerungen in Leitungen und Innenraum.
Bei korrekt dosiertem Reiniger entfällt auch das Säubern des Innenraums. Andere Stellen, die das Spülwasser nicht zuverlässig erreicht, also beispielsweise Türdichtungen, sollten per Hand gesäubert werden.
Auch die Sprüharme verdienen regelmäßig einen Blick: In den Düsen setzen sich oft Speisereste fest. Dadurch kann die Reinigungsleistung der Maschine mit der Zeit abnehmen. Wie die Wasseraustrittsöffnungen zu reinigen sind, steht meist in der Bedienungsanleitung des Herstellers.
Schmutzig oder kaputt? Drei Anzeichen geben Aufschluss
Nicht jedes Problem bedeutet gleich einen Defekt der Spülmaschine. Folgende drei Anzeichen sprechen zunächst für einen verschmutzten statt kaputten Filter:
- Das Geschirr wird nicht mehr richtig sauber oder zeigt einen schleierartigen Belag.
- Aus dem Innenraum riecht es unangenehm.
- Das Wasser läuft am Boden nach dem Spülgang nicht mehr ordentlich ab.
Schafft eine gründliche Reinigung dann keine Abhilfe, deutet einiges auf einen tatsächlichen Defekt hin. In dem Fall sollte der Kundendienst einen Blick in die Maschine werfen.
Wobei ein Austausch in der Regel selten nötig ist, „weil es sich bei dem Filter um ein langlebiges Dauerbauteil handelt“, ergänzt Seitz. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei Löchern, Rissen oder Knicken im Metall- oder Kunststoffgewebe, ist der Einsatz eines neuen Filters notwendig.