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Anleitung

Holztreppe entknarren in 3 Schritten erklärt

Wenn die Holztreppe quietscht und knarrt, können bereits ein paar Handgriffe helfen
Wenn die Holztreppe quietscht und knarrt, können bereits ein paar Handgriffe helfenFoto: Getty Images

Wenn die alte Holztreppe knarzt und quietscht, gehört das für viele zum klassischen Altbau-Charme. Dennoch können die Geräusche auf Dauer stören. Auch der nächtliche Ausflug zum Kühlschrank bleibt bei einer knarrenden Treppe selten unbemerkt. Mit ein paar Tricks lassen sich die entsprechenden Stufen entknarren.

Holz ist ein organisches Material, es schwindet und „arbeitet“. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn mit der Zeit die Abstände zwischen Holzteilen von Treppe und Dielen größer werden, Fugen oder Ritzen entstehen oder knarrende Geräusche auftreten. Diese Abstände müssen verringert und Fugen geschlossen werden. Beim Entknarren der Holztreppe gibt es dafür mehrere Möglichkeiten – je nach Lage und Bauart.

Holztreppe entknarren – Schritt für Schritt

1. Knarrende Stelle finden

Zunächst gilt es, den Ursprung des Knarrens oder Quietschens ausfindig zu machen. In der Regel handelt es sich um eine oder auch gleich mehrere Stufen. Dazu die Treppe auf und ab gehen – auch am Randbereich. Wo das Geräusch besonders deutlich zu hören ist, kann im nächsten Schritt die Holztreppe entknarrt werden.

Tipp: Oft entsteht das Geräusch zwischen der Tritt- und Setzstufe (waagrechte und senkrechte Teile der Stufe) oder zwischen Treppenstufe und -wange (seitliche Begrenzung). Vor allem an der vorderen Trittstufe kann ein Knarren entstehen, da hier die Stufe bei jedem Tritt etwas nachgibt und somit Spielraum entsteht.

2. Spalt aufkeilen

Ist die lärmende Stelle lokalisiert, muss man zunächst den Spalt zwischen den Holzteilen vergrößern. Beim Aufkeilen gibt es mehrere Möglichkeiten, je nach Bauart der Holztreppe. Keil oder Hebel helfen dabei, die Fuge zu spreizen. Hier drei Methoden:

  • Einen kleinen Holzkeil in die Lücke an der vorderen Kante von Tritt- und Setzstufe einsetzen. Den Keil vorsichtig mit dem Hammer in den Spalt klopfen.
  • Danach zwischen oberer Stufenwulst und unterer Trittstufe zwei verschiebbare Holzteile in Keilform gegeneinander spreizen und festklopfen – ebenso an der Vorderseite. Die beiden Keile liegen dabei an der Setzstufe an. Mit seitlichen Hammerschlägen auf die Holzkeile wird die obere Trittstufe angehoben und der Spalt vergrößert.
  • Für die letzte Methode stellt man aus einem Holzklötzchen und einer ausreichend langen Leiste einen Hebel her, den man unterhalb des Stufenwulstes einspreizt. Auch dadurch vergrößert sich die Lücke – allerdings sollte man dabei zu zweit vorgehen.

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3. Holztreppe entknarren – drei Möglichkeiten

Ist die Fuge um wenige Millimeter aufgespreizt, gibt es wiederum mehrere Methoden, die Holztreppe zu entknarren. Am besten geht man dabei von der Hinterseite der Treppe vor.

  • Acryl oder Silikon einspritzen: Um den Spalt zu schließen, kann etwas Acryl oder Silikon in den aufgespreizten Spalt eingebracht werden – wenn möglich mit farblosem Silikon. Acryl ist im Gegensatz zu Silikon überstreichbar, aber weniger elastisch.
  • Setzstufe von unten festschrauben: Wenn das Knarren an der unteren Seite zwischen Setz- und Trittstufe entsteht, kann man von der Hinterseite die beiden Teile festschrauben. Die Schraube wird dabei von unten durch Tritt- und Setzstufe gedreht. Vorher vorbohren! Nägel eignen sich dafür nicht, da sie zu wenig Auszugswiderstand haben. Schrauben lassen sich zudem bei Bedarf nachjustieren.
  • Holzleiste oder Metallwinkel befestigen: Diese Methode ist etwas aufwendiger, führt aber auch zum gewünschten Ergebnis. Die Holzleiste wird von hinten an die Setzstufe geschraubt, stößt von unten an die Trittstufe und hält diese oben. Ein Metallwinkel kann ebenso beim Entknarren helfen, und wird an der Hinterseite an der entsprechenden Kante angeschraubt.

Hinweis: Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Holz um ein natürliches Material. Es kann also passieren, dass sich die Stufen der Holztreppe erneut oder an anderer Stelle verziehen – vor allem bei häufiger Benutzung. Dann hilft nur nachjustieren.