Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Tipps von Expertin

Welche Möglichkeiten gibt es, Betontreppen zu verkleiden?

Treppe
Eine Betontreppe kann mit beliebigen Materialien verkleidet werden Foto: Getty Images

Beton ist zeitlos und hat immer einen gewissen optischen Anreiz. Möchte man jedoch ein wenig Abwechslung und Wärme ins Eigenheim bringen, lassen sich Betontreppen mit diversen Materialien verkleiden. myHOMEBOOK-Autorin Daniela Cerciello erklärt, welche Möglichkeiten sich anbieten.

Sie finden den Industrie-Stil zwar schön, suchen jedoch nach einem Projekt, das nicht ganz so aufwendig ist und doch eine kleine optische Veränderung im Haus bewirken kann? Dann werfen Sie doch mal einen Blick auf Ihre Treppen. Mit der richtigen Verkleidung lassen sich Beontreppen verkleiden und damit aufwerten sowie vor Beschädigungen schützen.

Was bringt es, eine Betontreppe zu verkleiden?

Zu viel Eintönigkeit in den eigenen vier Wänden kann auch erschlagen. Vor allem, wenn Böden, Decken und Treppen in Sichtbeton gebaut wurden. Möglichkeiten, dieses zu ändern gibt es zwar einige, aber manche scheuen womöglich den Aufwand. Zudem würde man mit einer drastischen optischen Veränderung den geliebten Industriestil zunichtemachen. Es lohnt sich aber – eine Veränderung der Treppen bewirkt oftmals Wunder und bringt somit wieder ein wenig Abwechslung ins Eigenheim, ohne eine große Veränderung vornehmen zu müssen.

Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es?

Für die Verkleidung der Betontreppe kann man diverse Materialien verwenden. Ob man sich nun für eine Teppich- oder für Vinyl Verkleidung entscheidet – maßgebend ist immer der eigene Geschmack und was finanziell machbar ist. Bewährt hat sich eine Verkleidung aus Echtholz. Denn Massivholz hält länger und lässt sich immer wieder abschleifen. Das sorgt für einen frischen Look.

Zudem ist Stäbchenparkett aus Massivholz ein richtiger Hingucker, der Abwechslung ins Eigenheim bringt. Laminat eignet sich zwar auch für die Verkleidung von Betontreppen, kann aber auf lange Sicht nur eine temporäre Lösung sein. Denn Laminat lässt sich bekanntermaßen nicht abschleifen, so wie das bei Massivholz der Fall ist.

Auch Fliesen oder Feinsteinzeug sind für die Verkleidung von Betontreppen geeignet. Bei Fliesen sollte man jedoch auf die Rutschfestigkeit achten. Das ist vor allem bei Treppen besonders wichtig, um ein Ausrutschen zu verhindern.

Auch interessant: Die gängigsten Treppenarten für den Innenbereich

Was gibt es davor zu beachten?

Haben Sie sich für ein Material entschieden, kann man nun mit den ersten Schritten beginnen. Stellen Sie zunächst sicher, dass Ihr geeignetes Material auf Lager ist und dieses auch zum gewünschten Zeitpunkt geliefert werden kann.

Übernimmt man das Verkleiden in Eigenregie, ist es wichtig, dass ausreichend Platz und Zeit für die Vorbereitung und Organisation zur Verfügung steht. Notfalls müssen Geräte, die das Zuschneiden der Materialien ermöglichen, ausgeliehen oder angeschafft werden. Viele Baumärkte schneiden das Holz auch nach Maß zu. Das sollten Sie jedoch mit Ihrem Baumark abklären.

Tipp: Bei der Kalkulation von Materialien sollte man genau arbeiten. Oftmals ist eine Anschaffung von mehr Material besser, sollte man sich beim Schneiden verkalkulieren oder etwas zu Bruch gehen.

Wie man den Untergrund der Treppe vorbereitet

Eine gute Vorbereitung des Bodenbelags ist notwendig, um zu gewährleisten, dass das neue Material auch sicher hält. Das Reinigen der Treppe mit einem Besen ist daher nicht ausreichend. Denn es können sich bereits Beläge, hartnäckiger Schmutz oder Klebereste darauf befinden, die eventuell vorsichtig abgekratzt werden müssen. Ein Einweichen mit ein wenig Wasser ist vorher empfehlenswert.

Vorhandene Unebenheiten können mit einer Spachtelmasse ausgeglichen werden. Nach dem Trocknen der Spachtelmasse sollte man mit einem feuchten Lappen die Treppen nochmals abwischen. Erst wenn die Betontreppen trocken und von Staub und Schmutz befreit sind, kann man mit dem Auftragen der Verkleidung beginnen.

Betontreppe mit Holz verkleiden

Nachdem das Holz ausgewählt ist, die Bretter für jeweils Tritt- und Setzstufen zugeschnitten und mit einem Schleifpapier abgeschliffen sind, ist es nun an der Zeit, die Holzverkleidung an die Betontreppe anzubringen. Vorsicht: Nicht jede Stufe hat die exakt gleichen Maße. Auch wenn es sich dabei um Millimeter handeln sollte, müssen Sie jede einzelne Tritt- und Setzstufe abmessen und sicherheitshalber benummern. Nur so können Sie sich vergewissern, dass die Schalung exakt angepasst werden kann. Beim Aufkleben sollte unbedingt eine Wasserwaage verwendet werden.

Je nach Material sollte man den richtigen Kleber verwenden. Geeignet sind in der Regel PU-Schaum, Montagekleber, Parkettkleber oder Holzkleber. Die Letzteren härten schneller aus und verkürzen somit eine längere Wartezeit. Bestenfalls arbeitet man sich von unten nach oben vor. Das ist praktischer, da ja bereits das Holz für die Schalung im gleichen Geschoss gelegt ist.

Hinweis: Passen Sie beim Anbringen genau auf die Reihenfolge auf. Keinesfalls sollte die Verkleidung an der falschen Stelle platziert werden. Möchte man die Holzverkleidung versiegeln, ist es empfehlenswert, dies in einem Schritt zu erledigen. Bestenfalls, bevor die Fugen mit Fugenspachtel gefüllt werden.

Auch interessant: Mid-Century Modern – ein Architektur-Stil, der immer im Trend bleibt

Fugen füllen und mit Kantenprofil abdecken

Alle offenen Fugen zwischen den Stufen und zur Wand hin können mit einem geeigneten Fugenfüllmaterial geschlossen werden. Achten Sie auch da auf die richtige Farbe. Oft ist es besser, einen dunkleren Farbton zu wählen. Ein passendes Kantenprofil fungiert als optische Brücke und rundet die Sache ab.

Betontreppen mit Fliesen verkleiden

Bei einer Verkleidung mit Fliesen oder Feinsteinzeug muss man besonders gut auf die Rutschfestigkeit achten. Eine Rutschfestigkeit von R9 ist geringer als eine Rutschfestigkeit von R11. Im häuslichen Gebrauch wird oft eine Rutschfestigkeit zwischen R10 und R11 empfohlen.

  • R9: meist gering
  • R10: normale Rutschfestigkeit
  • R11: erhöhte Rutschfestigkeit
  • R12: sehr hoch und für nasse Böden empfohlen
  • R13: im Duschbereich empfohlen

Da Treppen im Innenbereich keiner Feuchtigkeit ausgesetzt sind, empfiehlt sich ein Wert zwischen R10 und R11. Wenn man einen zusätzlichen Schutz benötigt, kann man auch Treppenstufen mit eingefrästem Treppenstufenprofil kaufen.

Betontreppe mit Laminat verkleiden

Laminat ist bekanntlich robuster und nicht so empfindlich wie Holz. Man kann Laminat für stark frequentierte Böden und Treppen benutzen. Er ist zudem trittschalldämmend und hat eine rutschfeste Oberflächenstruktur. Die Montage von Laminatverkleidung ist einfach zu verlegen. Zusätzlich hat man die Möglichkeit, zwischen vielen Designs zu wählen. Es gibt sogar Echtholz-Laminat. Man kann Laminat aber auch in Fließenoptik erhalten.

Bevor Sie Laminat als Treppenverkleidung verwenden, sollten Sie das Material eine Weile im selben Raum liegen lassen. Das Material kann sich somit akklimatisieren und ist leichter für die Verarbeitung zu verwenden. Für das Ausmessen der Stufen werden Treppenschablonen empfohlen.

Beim Zuschneiden der einzelnen Teile sollte man genau arbeiten und jeweils einen Millimeter Fugenabstand zu allen Seiten gewährleisten. Wie bei einer Holz- oder Fliesenverkleidung muss der Untergrund einwandfrei sauber sein und ein leistungsfähiger Spezialkleber angebracht werden.

Bevor Sie die Platten auf die Treppen drücken und der Kleber wirken kann, sollten Sie mit einer Wasserwaage prüfen. Ist die Laminatverkleidung sachgerecht angebracht, können Sie nun die Fugen mit Silikon schließen. Abschließend kommen die Abschlussprofile zum Einsatz.

Hinweis: Die neu verlegten Stufen sollten erst mal nicht benutzt werden. Eine Ruhepause von 1-2 Tagen sollte für das Trocknen und Verbinden der Materialien jedoch ausreichen.

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für