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Ein neues Lebensgefühl

Mid-Century Modern – ein Architektur-Stil, der immer im Trend bleibt

Mid-Century Modern Architektur
Mid-Century Modern Architektur wie hier in Kalifornien ist zeitlosFoto: Getty Images

Der Mid-Century Stil hat die Art und Weise, wie wir wohnen, verändert und der Architektur neue Impulse gegeben. Noch immer sind die ästhetischen Qualitäten dieses Stils beliebter den je.

Klare Linien, eine offene Raumplanung und Glasschiebewände, die Innen- und Außenbereiche verschmelzen lassen. So kennt man den unverwechselbaren Architektur-Stil aus den USA. Jedoch gibt es noch einige andere interessante Merkmale, die den Mid-Century Architektur-Stil geprägt haben. Wir stellen die markantesten Charakteristika vor.

Mid-Century Modern – ein neuer Lifestyle

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam ein Baustil auf, der die Wohnwelt ordentlich auf den Kopf stellte. Der damals neue Stil „Mid-Century Modern“ war anders als die bisherigen Wohnkonzepte, die einem festen Schema folgten. Das passte gut zur neuen, positiven Lebensart dieser Zeit. Denn mit der Mid-Century Architektur holte man sich auch gleich etwas mehr Freiheit ins eigene Zuhause.

Mid-Century war für viele Amerikaner ein neues Lebensgefühl, was aufregend und elegant zugleich war. Mid-Century bedeutete auch Technologie und Innovation. Der neue Architektur-Stil profitierte von neuen Baumaterialien wie Stahlbeton, Baustahl und Glas, die zu dieser Zeit vermehrt in der Architektur eingesetzt wurden.

Mehr Freiheit durch eine offene Raumplanung

Menschen hatten Lust auf Veränderung. Insgeheim machte sich eine positive Lebenseinstellung bemerkbar. Eine offene Raumplanung, die bisherigen Gestaltungsprinzipien umkrempelte, passte somit wie die Faust aufs Auge. Der universelle Wohncharakter begünstigte ein anderes Miteinander und ermöglichte zudem eine andere Sichtweise auf das Wohnen. Küche, Wohn- und Esszimmers waren nicht mit mehr voneinander getrennt.

Eine weitere Charakteristik der Mid-Century Architektur ist der zum Teil einstöckige Grundriss mit angebauter Garage. Das vereinfachte das Wohnen immens und erlaubte einen nahtlosen Anschluss von Wohnraum, ohne Treppen steigen zu müssen. Man wollte ja schließlich mit diesem neuen Stil das Wohnen vereinfachen und auf jeglichen Schnickschnack verzichten.

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Split-Level-Grundriss

Der Split-Level-Grundriss war neben dem Wohnen auf einer Ebene auch eine gern gesehene Alternative. Beim Split-Level-Wohnen waren Wohnzimmer oder aber auch andere Gemeinschaftsräume eine Viertel-Etage nach unten oder oben versetzt. Dadurch entstanden unterschiedliche Raumtiefen. Kleine Stufen führten von einem Raum zum anderen. Im Allgemeinen wirkte der Split-Level Grundriss auch wie ein offener Grundriss mit unterschiedlichsten Höhen.

Outdoor-Bereich gehört zum Mid-Century Stil

Da Natur beim Mid-Century Wohnen eine große Rolle spielte, gehörten große Fenster und Glasschiebetüren zu einem unerlässlichen Inventar. Räume und Grundrisse wurden geschaffen, um die Natur wortwörtlich zu umarmen. Außenbereiche konnten anhand von Glasschiebetüren nahtlos erreicht werden. Oberlichter setzten entscheidende Akzente und sorgten für eine natürliche Lichtquelle. Zudem gab es mehrere Zugänge in den Garten und Außenbereiche. Diese konnten durch zusätzliche Türen in Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer und Garage erreicht werden.

Hausdächer – das Aushängeschild der Mid-Century Architektur

Dächer, die bis zum Boden reichten und als Designelement dem Mid-Century Stil Ausdruck verliehenFoto: Getty Images

Die Dächer waren zwar einfach gestaltet, aber doch sehr ungewöhnlich für diese Zeit. Oft waren es Flach- oder Schrägdächer, die das Gebäude akzentuierten und futuristisch erschienen ließen. Flache Satteldächer waren jedoch auch gebräuchlich für die Mid-Century Architektur. Aber auch Terrassendächer und lange Dachvorsprünge setzten einen gekonnten Kontrast.

Palm Springs – das Mekka der Mid-Century Architektur

Nachdem die „Alexander Construction Company“ die kleine Wüstenstadt Palm Springs in eine Wohnoase mit über 2.200 Häusern verwandelte und sich immer mehr Stars und Künstler dort angesiedelt hatten, waren auch Architekten und Landschaftsplaner daran interessiert, dem Mid-Century Stil noch ein gewisses Extra zu verpassen. Dabei spielte die umgebende Natur eine große Rolle. Materialien wie Beton, Stahl und Glas waren zwar cool, wurden jetzt aber um ein Material reicher. In Naturstein fand man alsbald ein passendes Material, was den Charakter der Mid-Century Architektur verstärkte. Zu sehen sind die Natursteinplatten an Häuserwänden und als Bodenbelag im Innen- und Außenbereich.

Bekannte Architekten aus der ganzen Welt fanden in dem kleinen Wüstendorf ein Experimentierfeld, darunter Richard Neutra, William F. Cody, John Porter Clark, E. Stewart Williams und der Schweizer Albert Frey.

Der Einfluss der Mid-Century Architektur

Architektur-Experten schreiben Frank Lloyd Wright den Verdienst der Mid-Century Bewegung zu. Aber auch andere bekannte Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe oder Le Corbusier, die im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten in die USA flohen und dort an mehreren Designschulen tätig waren, haben einen großen Teil zur Mid-Century Architektur beigetragen.

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