4. November 2026, 6:28 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Wenn die Temperaturen sinken und die ersten frostigen Nächte bevorstehen, stellt sich bei vielen Kräutern die Frage: Können Rosmarin, Schnittlauch, Salbei und Co. draußen bleiben oder müssen sie ins Winterquartier? Die Antwort hängt nicht nur von der Kräuterart ab, sondern auch davon, ob sie im Beet oder im Topf wachsen. myHOMEBOOK verrät, wie acht beliebte Kräuter gut durch den Winter kommen.
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1. Schnittlauch überwintern
Schnittlauch gehört zu den unkomplizierteren Kandidaten. Wächst er im Beet, kann er dort in der Regel auch den Winter verbringen. Dass die Halme mit zunehmender Kälte welken und schließlich verschwinden, ist kein Grund zur Sorge. Die Pflanze zieht sich in ihren unterirdischen Bereich zurück und kann im kommenden Frühjahr erneut austreiben.
Vertrocknete Halme können entfernt werden. Eine Schicht aus Laub oder Reisig über dem Wurzelbereich bietet zusätzlichen Schutz vor winterlicher Witterung.
Bei Schnittlauch im Topf sollte man etwas genauer hinschauen. Anders als im Gartenbeet ist der Wurzelballen hier stärker der Kälte ausgesetzt. Überwintert der Schnittlauch an einem geschützten Platz, braucht er nur wenig Wasser. Die Erde sollte nicht vollständig austrocknen, dauerhaft nass sollte sie allerdings ebenfalls nicht sein.
Wer auch im Winter frischen Schnittlauch ernten möchte, kann einen Teil der Pflanze ausgraben und in einen Topf setzen. Dieser bleibt zunächst draußen, damit der Wurzelballen ausreichend Kälte abbekommt, da die Pflanze zum erneuten Austreiben einen Kältereiz benötigt. Anschließend stellt man den Schnittlauch auf eine helle Fensterbank und gießt ihn leicht. Durch die Wärme beginnt er wieder auszutreiben.
2. So kommt Rosmarin gut durch den Winter
Rosmarin stammt aus wärmeren Regionen und ist bei der Überwinterung etwas anspruchsvoller. Hinzu kommt, dass nicht jede Sorte Kälte gleich gut verträgt. Einige robuste Sorten können mit entsprechendem Schutz draußen bleiben, empfindlichere Exemplare sind in einem Winterquartier besser aufgehoben.
Bleibt Rosmarin im Topf draußen, sollte vor allem der Wurzelballen geschützt werden. Das Gefäß kann dafür isoliert und an einen möglichst geschützten Standort gestellt werden. Auch ein Winterschutz rund um die Pflanze kann bei stärkerem Frost sinnvoll sein.
Soll die Pflanze drinnen überwintern, eignet sich ein möglichst heller und kühler Platz besser als ein warmes Wohnzimmer. Während der kalten Monate wächst die Pflanze deutlich langsamer und benötigt entsprechend weniger Wasser. Austrocknen sollte der Wurzelballen trotzdem nicht.
Rosmarin sollte im Herbst nicht mehr kräftig zurückgeschnitten werden. Größere Schnittmaßnahmen verschiebt man besser auf das Frühjahr, da frisch geschnittene Triebe empfindlicher auf Frost reagieren können. Abgestorbene oder beschädigte Pflanzenteile können allerdings entfernt werden.
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3. Das benötigt Salbei im Winter
Auch beim Salbei lohnt sich ein Blick auf die genaue Art. Der häufig als Küchenkraut angebaute Echte Salbei kommt grundsätzlich mit winterlichen Temperaturen zurecht. Bei starkem oder länger anhaltendem Frost kann man den Wurzelbereich zusätzlich mit Laub oder Reisig abdecken. Die oberirdischen Triebe lassen sich bei Bedarf mit einem Gartenvlies oder Jute schützen.
Wenn man die Pflanze im Topf kultiviert, kann auch dieser im Winter draußen bleiben. Allerdings sollte das Gefäß vor starkem Frost geschützt werden, etwa indem man es mit Vlies oder Jute umwickelt und an einen geschützten Platz stellt. Wichtig ist außerdem, Staunässe zu vermeiden. In besonders rauen Lagen kann ein frostfreies, helles und kühles Winterquartier die sicherere Variante sein.
Mit einem kräftigen Rückschnitt sollte man im Herbst vorsichtig sein. Die vorhandenen Triebe bieten der Pflanze einen gewissen Schutz während des Winters. Ein stärkerer Rückschnitt ist deshalb besser im Frühjahr aufgehoben.
4. So überwintert der Thymian
Auch Thymian kann den Winter grundsätzlich draußen verbringen. Wie gut er Frost verträgt, hängt allerdings von Art und Sorte ab. Der klassische Echte Thymian zählt zu den robusteren Vertretern.
Bei starkem Frost kann man die Pflanze im Beet mit etwas Reisig oder einem luftdurchlässigen Vlies schützen. Wächst Thymian im Topf, sollte man das Gefäß zusätzlich isolieren und möglichst geschützt aufstellen. Wichtig ist zudem ein guter Wasserabzug, denn Staunässe verträgt das Kraut besonders im Winter nicht gut.
Beim Rückschnitt ist im Herbst Zurückhaltung angesagt. Statt den Thymian vor dem Winter noch einmal kräftig zu schneiden, wartet man damit besser bis zum Frühjahr. Lediglich abgestorbene oder vertrocknete Pflanzenteile können vorher entfernt werden.
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5. Das ist bei Minze im Winter wichtig
Das winterliche Erscheinungsbild der Minze kann täuschen: Auch wenn von den Trieben bald kaum noch etwas zu sehen ist, bleibt die mehrjährige Pflanze erhalten. Im nächsten Frühjahr wächst sie aus ihren unterirdischen Ausläufern wieder nach.
Unter der Erde überdauert die Pflanze die kalten Monate und kann im Frühjahr wieder austreiben. Im Beet ist deshalb meist kein aufwendiges Winterquartier notwendig. Vor dem Winter können noch vorhandene gesunde Blätter geerntet und beispielsweise getrocknet werden.
Auch Minze im Topf kann draußen überwintern. Allerdings ist ihr Wurzelbereich hier weniger gut vor Frost geschützt als im Beet, da die Erde im Gefäß schneller durchfriert. Den Topf stellt man deshalb am besten an einen geschützten Platz und schützt ihn bei stärkeren Frösten zusätzlich, beispielsweise mit Jute oder Vlies. Eine isolierende Unterlage schützt außerdem vor der Kälte von unten. Abgestorbene Triebe können im Spätherbst zurückgeschnitten werden.
6. Zitronenmelisse ist im Winter pflegeleicht
Ähnlich unkompliziert ist die Zitronenmelisse. Sie ist mehrjährig und kann normalerweise im Freien überwintern. Dass die oberirdischen Pflanzenteile im Herbst braun werden und absterben, gehört zu ihrem natürlichen Jahresrhythmus. Im Frühjahr treibt sie aus dem Wurzelbereich erneut aus.
Auch im Topf kann die Pflanze den Winter über draußen bleiben. Da der Wurzelballen im Gefäß stärker der Kälte ausgesetzt ist als im Beet, sollte der Topf bei anhaltendem Frost geschützt werden. Dafür kann man ihn beispielsweise mit Jute oder Vlies umwickeln und an einen geschützten Platz stellen. Eine isolierende Unterlage schützt zusätzlich vor Kälte von unten.
Während des Winters braucht Zitronenmelisse nur wenig Wasser. Ganz austrocknen sollte die Erde im Topf jedoch nicht. Gleichzeitig gilt es, Staunässe zu vermeiden.
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7. Darauf sollte man bei Oregano im Winter achten
Mit sinkenden Temperaturen verliert Oregano zunehmend seine oberirdischen Triebe. Die mehrjährige Pflanze übersteht den Winter jedoch im Boden und treibt im Frühjahr wieder aus.
Sind die oberirdischen Triebe vertrocknet und abgestorben, können sie zurückgeschnitten werden. Ein kräftiger Rückschnitt der noch grünen Pflanze ist vor dem Winter dagegen nicht notwendig.
Auch Oregano im Kübel kann draußen überwintern. Da der Wurzelballen im Topf stärker der Kälte ausgesetzt ist als im Gartenboden, sollte das Gefäß bei stärkeren Frösten geschützt werden. Dafür stellt man es möglichst nah an eine geschützte Hauswand und auf eine isolierende Unterlage aus Holz oder Styropor. Zusätzlich kann der Topf beispielsweise mit Jute oder Vlies umwickelt werden.
Während der Wintermonate benötigt Oregano nur wenig Wasser. Bei Pflanzen im Topf sollte die Erde allerdings nicht vollständig austrocknen. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann, denn Staunässe ist gerade im Winter problematisch.
8. So überwintert Basilikum
Beim Basilikum sieht die Sache völlig anders aus. Das wärmeliebende Kraut reagiert empfindlich auf niedrige Temperaturen und eignet sich nicht dafür, einfach im Beet oder ungeschützt auf dem Balkon zu überwintern.
Hinzu kommt: Viele der typischen Basilikumpflanzen werden hierzulande einjährig kultiviert. Daneben gibt es jedoch auch mehrjährige Basilikum-Arten und -Sorten. Sollen diese mehrere Jahre wachsen, müssen sie rechtzeitig vor der Kälte an einen geeigneten Platz gebracht werden.
Mehrjährige Basilikumsorten sollten rechtzeitig ins Haus geholt werden. Für die Überwinterung eignet sich ein heller Standort, an dem die Pflanze vor Kälte und Zugluft geschützt ist. Ein kühles Winterquartier, wie es etwa für manche mediterranen Kübelpflanzen infrage kommt, ist für das wärmeliebende Basilikum dagegen nicht geeignet.