19. August 2026, 13:12 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Frische Kräuter vom Balkon, der Fensterbank oder aus dem Garten gelten als unkompliziert. Trotzdem läuft beim Anbau von Basilikum, Petersilie, Schnittlauch oder Rosmarin nicht immer alles nach Plan. Werden die Pflanzen gelb, wachsen kaum oder gehen sogar ein, stecken häufig typische Pflegefehler dahinter. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt, welche Stolperfallen Hobbygärtner besonders oft übersehen.
Warum Kräuter häufiger eingehen als gedacht
Kräuter haben den Ruf, besonders pflegeleicht zu sein. Schließlich werden sie in Supermärkten, Discountern und Gartencentern in großer Zahl verkauft und wirken damit wie Pflanzen, die praktisch jedem gelingen. Genau dieser Eindruck kann jedoch zum Problem werden. Viele Hobbygärtner unterschätzen die Ansprüche der verschiedenen Arten und gehen davon aus, dass alle Kräuter mit denselben Bedingungen zurechtkommen. Tatsächlich unterscheiden sich ihre Bedürfnisse bei Standort, Bewässerung und Boden zum Teil erheblich. Wer diese Unterschiede nicht kennt, macht schnell Fehler, die das Wachstum bremsen oder die Pflanzen sogar eingehen lassen.
1. Fehler: Alle Kräuter gleich behandeln
Einer der größten Fehler besteht darin, sämtliche Kräuter in denselben Topf zu setzen oder auf die gleiche Weise zu pflegen. Tatsächlich haben die Pflanzen sehr unterschiedliche Ansprüche. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei oder Oregano mögen trockene, eher nährstoffarme Böden und viel Sonne. Petersilie, Schnittlauch oder Kerbel bevorzugen dagegen gleichmäßig feuchte Erde und kommen auch mit halbschattigen Standorten zurecht.
Wer Kräuter mit unterschiedlichen Bedürfnissen zusammen pflanzt, macht es mindestens einer Art schwer. Besser ist es, Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen gemeinsam zu kultivieren.
2. Fehler: Zu häufig gießen
Viele Kräuter sterben nicht an Trockenheit, sondern an zu viel Wasser. Vor allem mediterrane Arten reagieren empfindlich auf dauerhaft nasse Erde. Staunässe kann dazu führen, dass die Wurzeln faulen und die Pflanzen eingehen.
Vor dem Gießen lohnt daher ein kurzer Fingercheck: Fühlt sich die obere Erdschicht noch feucht an, kann meist noch gewartet werden. Wichtig sind außerdem Pflanzgefäße mit Abzugslöchern, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
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3. Zu wenig Platz für die Wurzeln
Kräuter aus dem Supermarkt landen oft direkt mitsamt ihrem Topfballen auf der Fensterbank. Das Problem: Die Pflanzen wurden meist sehr dicht ausgesät und verfügen nur über wenig Platz für ihre Wurzeln.
Wer lange Freude an den Kräutern haben möchte, sollte sie nach dem Kauf teilen und in größere Töpfe oder ins Beet setzen. Dort können sich die Wurzeln besser entwickeln, was die Pflanzen robuster macht und das Wachstum fördert.
4. Falsch oder zu selten ernten
Viele Hobbygärtner zupfen nur einzelne Blätter ab oder schneiden Kräuter erst dann zurück, wenn sie bereits stark gewachsen sind. Das kann dazu führen, dass die Pflanzen vergeilen, verholzen oder weniger neue Triebe bilden.
Besser ist es, Kräuter regelmäßig zu ernten. Dabei sollten ganze Triebspitzen abgeschnitten werden. Das regt die Verzweigung an und sorgt für einen buschigen Wuchs. Besonders Basilikum profitiert von dieser Methode und liefert dadurch oft deutlich länger frische Blätter.