26. März 2026, 9:45 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Geldbaum (Crassula ovata) gilt als pflegeleicht, robust – und als Glücksbringer. Doch mit den Jahren wächst der Sukkulent oft ungleichmäßig, kippt durch das Gewicht der mit Wasser gefüllten Blätter und Zweige zur Seite oder bildet lange, kahle Triebe. Spätestens dann stellt sich die Frage: Darf man den Geldbaum schneiden? Die Antwort ist eindeutig: Ja – und das tut ihm sogar gut, wenn man es richtig macht.
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Warum ein Rückschnitt sinnvoll ist
Ein regelmäßiger Schnitt sorgt dafür, dass der Geldbaum kompakt wächst, stabil bleibt und sich besser verzweigt. Ohne Rückschnitt neigt er dazu, lange, schwere Triebe zu bilden, die unter ihrem eigenen Gewicht abbrechen können. Außerdem lässt sich durch gezieltes Schneiden die Form korrigieren – etwa wenn die Pflanze einseitig wächst oder zu hoch wird.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Schneiden des Geldbaums?
Der ideale Zeitpunkt liegt im Frühjahr oder frühen Sommer, wenn der Geldbaum in seine Wachstumsphase startet. In dieser Zeit verheilen Schnittstellen besonders gut, und die Pflanze treibt zuverlässig neu aus. Im Herbst oder Winter sollte man nur im Notfall schneiden, da der Geldbaum dann langsamer wächst.
So schneidet man den Geldbaum richtig
- Eine saubere, scharfe Schere oder ein Messer verwenden, um Quetschungen zu vermeiden.
- Triebe knapp oberhalb eines Blattpaares abschneiden – dort bilden sich später neue Verzweigungen.
- Zuerst lange, dünne oder instabile Triebe entfernen, anschließend die Form ausgleichen.
- Lieber maßvoll statt radikal schneiden: Ein Drittel der Pflanze pro Schnitt reicht völlig aus.
Was passiert nach dem Schneiden des Geldbaums?
Nach dem Rückschnitt sollte der Geldbaum ein paar Tage nicht gegossen werden. Die Schnittstellen müssen antrocknen, sonst droht Fäulnis. Anschließend wird die Pflanze wieder wie gewohnt gepflegt: hell, eher trocken und ohne Staunässe. Schon nach wenigen Wochen zeigen sich oft neue Triebe.
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Geschnittene Triebe sinnvoll nutzen
Die abgeschnittenen Stücke sind viel zu schade für den Müll. Ein Geldbaum lässt sich sehr einfach vermehren: Die Triebe ein bis zwei Tage antrocknen und sie anschließend in trockene, durchlässige Erde stecken. Nach kurzer Zeit bilden sich Wurzeln – ganz ohne Wasserbad. Aus diesen Stecklingen wachsen schnell eigenständige Geldbäume heran.
Pflanz- und Pflegetipps für den Geldbaum
Faulige Sukkulente retten und mit Stecklingen vermehren
Häufige Fehler beim Schnitt
- Zu viel Wasser direkt nach dem Schnitt: erhöhtes Fäulnisrisiko droht
- Stumpfe oder unsaubere Werkzeuge: schlechte Wundheilung durch Quetschung und Infektionen
- Schnitt im Winter: schwacher Neuaustrieb
- Zu radikaler Rückschnitt: unnötiger Stress für die Pflanze und sie braucht länger, um eine attraktive Form zu erreichen.
Allgemeine Pflegetipps für den Geldbaum
Damit der Geldbaum langfristig gesund bleibt, kommt es weniger auf häufige Pflege als auf die richtigen Bedingungen an. Als Sukkulent speichert er Wasser in seinen fleischigen Blättern – und verzeiht Trockenheit viel eher als zu viel Fürsorge.
- Standort: Der Geldbaum liebt es hell und sonnig. Ein Platz am Südfenster oder ein sehr heller Ost- oder Weststandort ist ideal. Im Sommer darf die Pflanze gern ins Freie. Allerdings: Langsam an die Sonne gewöhnen, um Blattverbrennungen zu vermeiden.
- Gießen: Weniger ist mehr. Gegossen wird erst, wenn die Erde vollständig abgetrocknet ist. Staunässe ist der häufigste Pflegefehler und führt schnell zu Wurzelfäule. Überschüssiges Wasser im Übertopf sollte immer entfernt werden.
- Erde und Topf: Optimal ist eine durchlässige, mineralische Erde, etwa Kakteenerde oder Blumenerde, mit Sand oder Blähton gemischt. Ein Topf mit Ablaufloch ist Pflicht – schwere, standfeste Gefäße verhindern außerdem, dass ältere Pflanzen kippen.
- Düngen: Während der Wachstumszeit von Frühling bis Sommer reicht es, den Geldbaum alle vier bis sechs Wochen sparsam zu düngen. Im Herbst und Winter wird gar nicht gedüngt.
- Temperatur & Überwinterung: Zimmertemperaturen sind ganzjährig geeignet. Im Winter mag es der Geldbaum etwas kühler (10–15 °C), aber weiterhin hell. Das fördert einen kompakten Wuchs. Hierfür sind ungeheizte Treppenhäuser oder Wintergärten oft gut geeignet.
- Warnsignale erkennen: Weiche, gelbliche Blätter deuten meist auf zu viel Wasser hin. Schrumpelige Blätter sind dagegen ein Zeichen von Trockenheit – hier darf ausnahmsweise etwas großzügiger gegossen werden.
Ideales Geschenk zum Einzug
„Ich hatte viele Jahre einen Geldbaum, der auch fleißig Nachkommen produzierte. Landete eins der fleischigen Blätter auf der Erde, bildeten sich schnell kleine Wurzeln und ein Mini-Geldbaum an der Abbruchstelle. Diesen Mini-Ableger kann man ganz einfach in einen kleinen Topf mit Erde setzen und verschenken. Ideal zum Beispiel zum Einzug oder als Mitbringsel zu einer Einladung.“