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Gundermann

Diese unscheinbare Pflanze wächst im Frühjahr und steckt voller Vorteile

Gundermann ist besonders bienenfreundlich, da er bereits früh im Jahr Blüten entwickelt
Gundermann ist besonders bienenfreundlich, da er bereits früh im Jahr Blüten entwickelt Foto: Getty Images
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Franka Kruse-Gering
Redakteurin

10. April 2026, 6:23 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wer im Frühjahr draußen unterwegs ist, begegnet ihm fast überall: auf Wiesen, an Wegrändern, unter Sträuchern oder im eigenen Garten. Der Gundermann (Glechoma hederacea), auch Gundelrebe oder Erdefeu genannt, gehört zu den Pflanzen, die sich still ausbreiten – und dabei oft übersehen werden. Dabei steckt in dem unscheinbaren Frühblüher deutlich mehr, als viele vermuten.

Gundermann ist eine wichtige Insektenpflanze, ein traditionelles Heilkraut und sogar eine aromatische Zutat für die Küche. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt, warum der Gundermann so wertvoll ist und wie man ihn erkennen kann.

Warum man die Pflanze im Frühjahr so häufig sieht

Der Gundermann gehört zu den Pflanzen, die dem Frühjahr einen Schritt voraus sind. Er ist wintergrün und kann deshalb sofort wachsen, sobald die Temperaturen steigen.

Schon ab März erscheinen die ersten Blüten, im April ist die Pflanze besonders gut sichtbar. Dann richten sich die sonst kriechenden Triebe teilweise auf – und machen den Gundermann in Wiesen, Gärten und an Waldrändern deutlich erkennbar.

So erkennt man den Gundermann

Der Gundermann wächst niedrig und bildet mit seinen Trieben dichte Teppiche. Die Stängel sind vierkantig, die Blätter rundlich bis nierenförmig und am Rand gekerbt. Sie stehen sich paarweise gegenüber.

Charakteristisch ist auch der Duft: Zerreibt man die Blätter, entfalten sie ein aromatisches, leicht würziges Aroma. Die kleinen blauvioletten Blüten sitzen in den Blattachseln und erscheinen meist in Gruppen.

Wo die Pflanze besonders gern wächst

Gundermann ist in Europa weit verbreitet und fühlt sich an vielen Standorten wohl. Typisch sind nährstoffreiche, eher feuchte Böden. Man findet ihn häufig auf Wiesen, an Gebüschrändern, in Auwäldern, an Ufern sowie in Gärten. Besonders gut gedeiht er im Halbschatten, kommt aber auch mit anderen Lichtverhältnissen zurecht.

Dazu passend: Gundermann – das grüne Wunderkraut in Wald und Garten

Wichtige Rolle für Insekten

Ökologisch ist der Gundermann besonders wertvoll. Seine Blüten liefern früh im Jahr Nektar für zahlreiche Insekten, darunter Wildbienen und verschiedene Schmetterlingsarten.

Gerade im Frühjahr, wenn das Nahrungsangebot noch begrenzt ist, ist die Pflanze eine wichtige Energiequelle. Deshalb kann es sinnvoll sein, sie an geeigneten Stellen stehen zu lassen.

Wie man den Gundermann in der Küche verwenden kann

Die Blätter und Blüten des Gundermanns sind essbar. Geschmacklich ist die Pflanze kräftig, leicht bitter und würzig – weshalb sie eher sparsam eingesetzt werden sollte. Sie passt gut in Wildkräutersalate, Kräuterbutter, Quark oder herzhafte Gerichte. Auch als dekorative Zutat lassen sich die Blüten verwenden.

Wichtig: Kleine Mengen sind unproblematisch, größere sollten vermieden werden. Für Pferde und andere Huftiere ist die Pflanze giftig.

Dazu passend: Ist das Heil- und Würzkraut Gundermann giftig?

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Traditionelles Heilkraut mit langer Geschichte

Der Gundermann wurde schon früh als Heilpflanze genutzt. Bereits bei den Germanen und im Mittelalter kam er unter anderem bei Wunden, Entzündungen und Atemwegsbeschwerden zum Einsatz. Die enthaltenen ätherischen Öle, Gerbstoffe und Bitterstoffe werden mit entzündungshemmenden und schleimlösenden Eigenschaften in Verbindung gebracht.

Verwechslungsgefahr im Grünen – was man wissen sollte

Auch wenn der Gundermann recht typisch aussieht, kann er auf den ersten Blick mit anderen bodennah wachsenden Pflanzen verwechselt werden. Am ehesten passiert das mit dem Kriechenden Günsel, der ebenfalls blauviolett blüht und ähnliche Standorte bevorzugt. Gefährlich ist diese Verwechslung allerdings nicht.

Wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind die Blätter. Beim Gundermann sind sie deutlich rundlicher, nierenförmig und am Rand gekerbt. Außerdem verströmen sie beim Zerreiben einen intensiven, würzigen Duft. Beim Günsel wirken die Blätter meist glatter und weniger stark geformt.

Mit wirklich giftigen Pflanzen wird Gundermann in der Regel nicht verwechselt. Wer sich unsicher ist, sollte dennoch genau hinschauen und Wildpflanzen nur dann verwenden, wenn sie eindeutig bestimmt sind.

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