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Wie man Kardamom als Zimmerpflanze anpflanzt und pflegt

Kardamom anpflanzen
Kardamomsamen werden gern als Gewürz beim Kochen verwendet Foto: Getty Images / Moskow
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© Wolf Lux
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Redakteurin

16. Dezember 2025, 17:13 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Kardamom zählt zu den ältesten und edelsten Gewürzen der Welt. Sein warmes, leicht süßliches Aroma verfeinert Kaffee, Gebäck und herzhafte Speisen gleichermaßen. Die immergrüne Kardamompflanze stammt ursprünglich aus den Tropen, lässt sich mit etwas Geduld jedoch auch bei uns kultivieren – besonders im Haus oder Wintergarten. myHOMEBOOK verrät, worauf es beim Anpflanzen von Kardamom ankommt.

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Aussehen und Wuchs

Grüner Kardamom (Elettaria cardamomum) wächst als immergrüne tropische Pflanze. Er wächst aus einem unterirdischen Rhizom, das sich ständig verzweigt und neue Triebe bildet. Dadurch entstehen im Laufe der Jahre große, breitflächige Horste, die in der Natur mehrere Meter Durchmesser erreichen können. Die oberirdischen Triebe werden zwei bis drei Meter hoch, manchmal sogar bis vier Meter, je nach Standort. Die Pflanze sieht dann wie ein hoher, dichter Bambusbusch oder ein tropisches Schilf aus.

Als Zimmerpflanze wächst Kardamom etwas anders als typische Topfpflanzen, weil er aus tropischen Regenwäldern stammt. Er bildet keine klassische Einzelpflanze, sondern entwickelt sich zu einem buschigen Horst aus vielen Trieben, die aus einem gemeinsamen Rhizom hervorgehen. Unter der Erde wächst ein horizontales Rhizom (ähnlich wie bei Ingwer). Daraus schieben sich aufrechte Sprosse nach oben, die wie schmale Schilfhalme aussehen. Die Blätter haben ein süßliches Aroma, allerdings schwächer als das die Samen, die als Gewürz verwendet werden. Im Zimmer bleibt die Pflanze deutlich kleiner als in den Tropen und erreicht eine Größe von einem bis eineinhalb Metern.

Kardamom blüht bodenständig an einem eigenen Blütentrieb, der aus dem Rhizom austritt. Damit dieser Blütentrieb überhaupt entsteht, benötigt die Pflanze mehrere Jahre, viel Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und ausreichendes Licht. Als Zimmerpflanze kann Kardamom zwar prinzipiell blühen und sogar Früchte mit Samen bilden, allerdings passiert das nur selten, da die Pflanze fast nie optimale Bedingungen bekommt.

Kardamom säen und pflanzen

Kardamom kann als Zimmerpflanze grundsätzlich das ganze Jahr über gesät werden. Dafür sollte man die Samen eine Nacht lang vorquellen lassen und anschließend auf Anzuchterde ausbreiten. Darüber gibt man dann eine dünne Schicht Erde und hält diese in den nächsten Tagen leicht feucht. Die Samen können bei einer Temperatur von 22 Grad gut keimen. Nach spätestens acht Wochen sollten sich die ersten Keimlinge bemerkbar machen. Die Jungpflanzen können dann in größere Gefäße mit Pflanzenerde umgetopft und an einen hellen Ort gestellt werden.

Standort und Boden

Der Grüne Kardamom bevorzugt als Zimmerpflanze einen hellen, warmen und zugleich geschützten Standort, der seine tropische Heimat möglichst gut nachahmt. Am wohlsten fühlt sich die Pflanze bei hellem, indirektem Licht. Direkte Sonne verträgt sie nur schlecht, da ihre dünnen Blätter schnell verbrennen. Ein Platz am Ost- oder Westfenster, etwas Abstand zu einem Südfenster oder ein heller Raum mit Nordlicht eignen sich gut.

Ebenso wichtig ist eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit, idealerweise zwischen 60 und 70 Prozent. Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad fördern das Wachstum, unter 15 Grad stellt Kardamom das Wachstum ein. Kälte, Zugluft sowie trockene Heizungsluft sollten unbedingt vermieden werden.

Auch der richtige Boden spielt eine entscheidende Rolle. Kardamom liebt ein lockeres, humusreiches Substrat, das gut Feuchtigkeit speichert, aber dennoch ausreichend durchlässig bleibt.

Sorten

Es gibt zwei Hauptsorten von Kardamom. Der Grüne Kardamom und der Schwarze Kardamom. Für den Heimanbau in Deutschland eignet sich fast ausschließlich der Grüne Kardamom als Zimmer- oder Kübelpflanze.

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Kardamom pflegen

Kardamom ist eine Tropenpflanze und profitiert daher von täglichem Besprühen mit zimmerwarmem Wasser. Bei hoher Luftfeuchtigkeit fühlt sie sich wohl, hat frische Blätter und ist weniger anfällig für Schädlinge.

Wie man Kardamom bewässern sollte

Von April bis Oktober sollte man die Kardamompflanze stets feucht halten, aber nie nass. Ab Mitte Oktober bis hin zum Frühjahr nur noch so viel gießen, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Es besteht die Möglichkeit, die Pflanze ab Oktober nicht mehr zu gießen. Sie zieht dann ein und man kann sie als Knolle im kühlen Keller den Winter über lagern, ehe man sie angetrieben in frischem Substrat ab Anfang März wieder warmstellt.

Düngung

Von April bis Mitte Oktober sollte der Kardamom etwa alle 14 Tage mit Flüssigdünger gedüngt werden.

Muss man Kardamom schneiden?

Kardamom muss prinzipiell nicht viel geschnitten werden. Lediglich weit ausufernde, störende Triebe können geschnitten werden.

Winterhärte

Da Kardamom eine wärmeliebende Pflanze ist, ist er nicht winterhart und kann die kalte Jahreszeit nicht draußen verbringen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Kardamompflanze benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wird die Luft allerdings zu trocken, kann die Pflanze anfällig für einen Befall mit Woll- oder Schmierläusen werden. Auch der falsche Standort oder Stress können zu einem Befall führen.

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Alternativen

Wem es vor allem um den Tropencharakter der Pflanze geht und weniger um ihren kulinarischen Wert, kann als Alternativen auf robuste Blattschmuckpflanzen setzen. Dafür eignet sich etwa die Aspidistra, die mit ihrem dauerhaft grünen, breitblättigen Wuchs ein ähnliches Flair vermittelt, aber deutlich pflegeleichter ist als der Kardamom. Auch die Strahlenaralie oder verschiedene Calathea-Arten bieten ein immergrünes, dichtes Erscheinungsbild und erinnern mit ihren großen, dekorativen Blättern an die üppige Wirkung einer Kardamompflanze.

Verwendung

Wenn es gelingt, Kardamom als Zimmerpflanze zur Blüte zu bringen und tatsächlich Samen zu ernten, erreicht man etwas, das in Innenräumen nur selten vorkommt. Die intensiv aromatischen Samen lassen sich sowohl kulinarisch als auch zur Vermehrung nutzen.

In der Küche kann man die Kardamomsamen vielseitig einsetzen. Sie verfeinern sowohl Süßes als auch Herzhaftes: Hefegebäck, Milchreis, Kompott oder Chai erhalten durch frisch gemörserte Samen ein außergewöhnlich intensives Aroma; ebenso bereichern sie Currys, Linsengerichte und Gewürzmischungen. Da die ätherischen Öle sehr flüchtig sind, empfiehlt es sich, die Samen direkt vor dem Kochen oder Backen zu mahlen oder mit Zucker zu verreiben.

Darüber hinaus eignen sich selbst geerntete Kardamomsamen hervorragend zur Vermehrung. Vollständig durchgetrocknet und anschließend 24 Stunden in warmem Wasser eingeweicht, keimen sie bei Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit nach einigen Wochen. Wer also eine blühende Zimmerpflanze zur Samenproduktion gebracht hat, kann aus dieser seltenen Situation gleich mehrfach profitieren: durch das intensive Aroma in der Küche und durch die Möglichkeit der eigenen Weiterzucht.

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