30. Juni 2026, 17:57 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Viele Gärtner versenken Pflanzen, die sie loswerden möchten, einfach in der Biotonne. Dabei gibt es für die meisten Gewächse jemanden, der sie nehmen würde. Ein Überblick über die vielen Wege, Pflanzen ein neues Zuhause zu besorgen.
Nach dem Teilen der Stauden im Herbst stehen plötzlich acht Töpfe auf der Terrasse, und für die Hälfte ist im Beet kein Platz mehr. Oder die Rose wächst so überbordend, dass sie auf den Weg kippt und daher weichen muss. Eine Pflanze, die man loswerden will, ist nur manchmal am Ende ihrer Kräfte. Oft ist sie kerngesund, aber aus unterschiedlichen Gründen eben nicht mehr gewünscht. Bevor man sie ausgräbt, sollte man sich Gedanken darüber machen, was mit ihr geschehen soll.
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Pflanzen in der Umgebung loswerden: oft der schnellste Weg
Am einfachsten und schnellsten geht die Weitergabe in der eigenen Umgebung, ob verschenkt oder gegen einen kleinen Betrag. In Nachbarschaftsnetzwerken wie nebenan.de finden sich häufig innerhalb von Stunden oder ein paar Tagen Abnehmer, ebenso in den Verschenk- und Pflanzentauschgruppen, die es auf Social Media wie Facebook für viele Regionen gibt. Auf Kleinanzeigen.de stellt man die Pflanze in die passende Kategorie und entscheidet selbst, ob man einen Preis verlangt oder sie über die Option „Zu verschenken“ gratis abgibt. Auch öffentliche Bücherschränke und Tauschschränke werden inzwischen gelegentlich für die Pflanzenweitergabe verwendet, auch wenn das nicht an jedem Standort ausdrücklich vorgesehen ist.
Die Übergabe vor Ort hat einen hübschen Nebeneffekt: Käufer wie Beschenkte kommen meist aus der Nähe und holen selbst ab. Bei größeren Exemplaren können Sie die schweißtreibende Buddelei dem neuen Besitzer übertragen.
Etwas mehr Planung verlangen die saisonalen Pflanzentauschbörsen und Gartenmärkte, die viele Vereine und Initiativen im Frühjahr und Herbst veranstalten. Dort gibt man Ableger und Jungpflanzen direkt von Hand zu Hand weiter und bekommt im Tausch oft etwas mit, das im eigenen Garten noch fehlt. Termine und Orte sind unkompliziert zu ergoogeln.
Auch Schulen und Kitas, Gemeinschaftsgärten oder Kleingartenvereine sind mitunter an Obstgehölzen, Beerensträuchern, Kräutern, Jungpflanzen oder Stauden interessiert. Die Pflanzen einfach am Eingang abstellen, sollten Sie aber nicht. Fragen Sie vorher unbedingt nach, ob die Pflanzen erwünscht sind.
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Verkaufen: erlaubt, aber nicht auf jeder Plattform
Verkaufen läuft oft über dieselben Kanäle wie das Verschenken. Nur lässt nicht jede Plattform den Handel mit Pflanzen zu. Bei Vinted etwa gehören „Lebende Gewächse, Samen, Wasserpflanzen“ ausdrücklich zu den nicht erlaubten Artikeln, wie auch Kettensägen und Äxte.
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Privat oder gewerblich? Wann es heikel wird
Solange Sie ab und zu ein paar eigene Pflanzen abgeben, müssen Sie sich in aller Regel um Formalitäten keine Gedanken machen. Problematisch wird es erst, wenn regelmäßig verkauft wird und eine Gewinnabsicht dahintersteht. Dann kann aus dem Hobby ein Gewerbe werden, mit allem, was dazugehört. Auch der Pflanzenpass betrifft in der Regel nur den gewerblichen Handel, nicht das gelegentliche Verschenken, Tauschen oder Verkaufen eines überschüssigen Thymians über den Gartenzaun oder Plattformen wie nebenan.de. Wenn Sie sich unsicher fühlen oder größere Mengen abzugeben haben, fragen Sie am besten kurz bei der Gemeinde nach.
Wenn sich kein Abnehmer findet
Manchmal ist eine Pflanze krank oder einfach niemandem mehr zu vermitteln. Gesunde Pflanzen lassen sich notfalls auch gehäckselt als Material für den eigenen Kompost oder als Mulch verwenden. Dickere Äste und ganze Sträucher können Sie zu einem Totholzhaufen aufschichten, der Igeln, Käfern und Vögeln Unterschlupf bietet, und die geraden Ruten mancher Weiden und Haseln geben gute Rankhilfen für Bohnen ab oder lassen sich zu Flechtzäunen verarbeiten.
Nicht alles sollte im eigenen Garten bleiben. Von Pilzkrankheiten oder hartnäckigen Schädlingen befallenes Material entsorgen Sie besser über die Biotonne oder sogar den Restmüll. Besondere Vorsicht gilt bei invasiven Arten wie dem Drüsigen Springkraut oder dem Staudenknöterich: Landen sie auf dem Kompost, können sie sich von dort unkontrolliert ausbreiten.
Bei größeren Pflanzen oder dicken Wurzelballen, die die Biotonne sprengen, ist der Wertstoff- oder Recyclinghof eine geeignete Anlaufstelle.
Mein diesjähriges Grünkohlglück
„Neulich stand ich vor dem öffentlichen Bücherregal um die Ecke, als eine Frau dort statt eines Romans zwei kleine Grünkohlpflanzen abstellte. Welche Sorte genau, wusste sie selbst nicht, nur dass es eine alte sei. Ich habe zugegriffen. Inzwischen haben sich die beiden bei mir im Beet gut eingegroovt, und ich freue mich auf eine Überraschungsernte.“