4. September 2025, 17:03 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Mit einem Blütenmeer in Sternenform lädt die Kalimeris, auch Schönaster genannt, zahlreiche Insekten wie Bienen und Schmetterlinge zu einem Besuch ein. Kein Wunder also, dass die pflegeleichte Pflanze nun von Experten zur Staude des Jahres 2026 gekürt wurde.
Einmal im Jahr wählt der Bund deutscher Staudengärtner (BdS) die Staude des Jahres für das kommende Jahr. Für 2026 fiel die Entscheidung auf die hierzulande noch wenig bekannte Schönaster (Kalimeris). Wegen ihrer sternförmigen Blüten wird sie leicht mit Astern verwechselt: „Das ist schon deshalb keine Schande, weil beide zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehören“, erklärt Ulrike Leyhe, Staudenexpertin des BdS und technische Leiterin des Sichtungsgartens in Freising-Weihenstephan. Erst seit knapp 100 Jahren gilt die Kalimeris als eigene Gattung. Zuvor wurde sie den Astern zugerechnet. Kein Wunder also, dass sie hierzulande auch als Schönaster oder Sibirische Buchaster bekannt ist.
Schön und pflegeleicht zugleich
Ursprünglich stammt die Schönaster aus Ostasien. Doch auch hierzulande fühlt sich die Staude wohl – und das bei ausgesprochen geringem Pflegeaufwand. Solange der Boden nicht gefroren ist, kann sie von März bis November in den Garten gesetzt werden. Besondere Standortansprüche hat die Schönaster nicht: Sie gedeiht sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Plätzen und verträgt neben frischem auch mäßig trockenes Substrat. Da ihr Nährstoffbedarf gering ist, genügt es, die Pflanze einmal im Jahr mit etwas Kompost zu versorgen, um kräftiges Wachstum und eine Fülle sternförmiger Blüten zu fördern.
Während andere Stauden im Herbst einen schützenden Wintermantel aus Gartenvlies benötigen, zeigt sich die Sibirische Buchaster auch hier unkompliziert. Weder ein geschützter Standort noch zusätzlicher Winterschutz sind erforderlich, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Und wie sieht es mit dem Rückschnitt aus? „Kalimeris sieht auch nach der Blüte noch gut aus und bewahrt den ganzen Winter über Haltung. Bei Frost sind natürlich die von Raureif überzuckerten Triebe besonders hübsch“, erklärt die Staudenexpertin. Ein bodennaher Rückschnitt ist erst im Frühjahr notwendig.
Kalimeris ist besonders wertvoll für Insekten
Besonders eindrucksvoll ist das Blütenmeer, das die Stauden hervorbringen. Und nicht nur das: Als Dauerblüher zeigen sich die sternförmigen Blüten über einen besonders langen Zeitraum. „Kalimeris öffnet die Knospen, wenn die Fülle des Frühsommers vorüber ist und die Zeit der Spätblüher erst noch kommt.“ Je nach Region beginnt die Blüte zwischen Juni und September.
Damit wird die Pflanze zu einer attraktiven Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten. Pollen und Nektar locken Hummeln, Bienen und Schmetterlinge an – wer diese Tiere im eigenen Garten beobachten möchte, liegt mit der Schönaster genau richtig.
Während geflügelte Insekten die Staude gerne besuchen, lassen Schnecken sie meist unbehelligt. Auch andere Schädlinge oder Krankheiten wie Mehltau treten praktisch nie auf.
Auch interessant: In 6 einfachen Schritten ein Staudenbeet anlegen
Unterschiedliche Blütenformen und -farben: Sortenüberblick
Derzeit ist die Sortenauswahl noch überschaubar. Doch die vorhandenen Varianten haben einiges zu bieten:
- ‚Alba‘ überzeugt mit weißen, etwas größeren Blüten und erreicht eine Höhe von bis zu 70 Zentimetern.
- ‚Madiva‘ zeigt kräftig violettfarbene Blüten, gilt als besonders standfest und wächst kompakt-kugelig bis etwa 80 Zentimeter hoch.
- ‚Blue Star’, ‚Jürgen Wever‘ und ‚Antonia‘ (eine Sorte der Mongolischen Schönaster) bezaubern mit zart blauvioletten Blüten.
- Die Japan-Schönaster mit ihren gefüllten Blüten erinnert in ihrer Erscheinung an Chrysanthemen.
- ‚Shogun‘, eine koreanische Scheinaster, fällt durch ihr auffällig gezeichnetes Laub auf. Auch ihre Blüten sind sehenswert und erscheinen in zartem Rosa oder Violett.
Eine Gemeinsamkeit haben die verschiedenen Sorten: „Schönastern sind sehr standfest und brauchen keine Stützen. Das ist wirklich ein sehr großer Pluspunkt im Garten“, so Leyhe.
8 Dauerblüher für den Garten, die Bienen und Schmetterlinge anlocken
6 winterharte Stauden für den Garten
Ideale Beetpartner für Kalimeris
Als anpassungsfähige Staude fügt sich die Kalimeris sowohl in naturnahe Gärten als auch in prachtvolle Rabatten harmonisch ein. Dank ihres horstigen Wuchses verdrängt sie keine anderen Pflanzen, sondern erweist sich vielmehr als ideale Begleiterin im Beet – ob neben der Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata), der Hohen Fetthenne (Sedum telephium) oder den Edel-Pfingstrosen (Paeonia lactiflora-Gruppe).
Wo ist die Staude des Jahres 2026 erhältlich?
Kalimeris überzeugt mit vielen Vorzügen: Sie ist pflegeleicht, begeistert als Dauerblüher mit reicher Blüte und gilt zudem als ausgesprochen insektenfreundlich. Dennoch ist sie bislang eher wenig bekannt. Im Gartencenter findet man die Schönaster daher nur mit Glück – in spezialisierten Staudengärtnereien hingegen deutlich eher.