16. November 2025, 13:11 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn man ein altes Haus renoviert, bringt das meist eine lange To-do-Liste mit sich. Viele Arbeiten kann man zwar selbst erledigen, jedoch nur, wenn das nötige Fachwissen vorhanden ist. Dabei muss man nicht unbedingt alles komplett abgeben. Der beste Weg liegt meist in der Mitte: Eigenleistung kombiniert mit fachkundiger Beratung und einer realistischen Budget- und Zeitplanung.
Bestandsaufnahme durchführen
Bevor man mit den Renovierungsarbeiten beginnt, muss das Haus gründlich von einem Experten begutachtet werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, gemeinsam mit Fachleuten durch das Gebäude zu gehen, um den tatsächlichen Sanierungsbedarf zu ermitteln. Nur ein Fachmann, der sich mit Altbauten und insbesondere mit der Beschaffenheit der Wände auskennt, kann zuverlässig beurteilen, welche Risse harmlos sind und welche sich vergrößern können.
Nachdem der Gutachter jeden Winkel des Hauses untersucht hat, erstellt er in der Regel ein Dokument, das später für Förderanträge und die weitere Planung von großer Bedeutung ist. Die Kosten dafür liegen in der Regel zwischen 800 und 1500 Euro. Dieses Gutachten liefert nicht nur eine Einschätzung der Schäden, die dringend behoben werden müssen oder noch warten können, sondern auch eine Übersicht über die dabei entstehenden Kosten. Zudem bilden die Hinweise auf versteckte Probleme wie Feuchtigkeit oder Asbest eine wichtige Grundlage für die weitere Planung – und verhindern böse Überraschungen im Budget.
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Planungskosten nicht unterschätzen
Bei Altbau-Sanierungen sollte man stets mehr Budget einplanen als bei Neubauten. Experten schätzen, dass die Planungskosten etwa ein Drittel des Gesamtbudgets zusätzlich ausmachen, also rund zehn Prozent mehr als bei Neubauten. Der Grund dafür sind weitere nötige Gutachten, wie die Analyse des Mauerwerks, Holzschutzprüfungen oder auch statische Voruntersuchungen. Diese Leistungen zählen zu den klassischen Architektenaufgaben. Wenn man an dieser Stelle sparen möchte, kann das oft zu teuren Überraschungen führen.
Eigenleistung senkt die Kosten
Fördermittel von staatlichen Stellen wie der KfW sind häufig verfügbar. Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, den Zustand der Wände genau zu kennen. Wenn man bei der Renovierung eines Altbaus sparen und den Handwerkern unter die Arme greifen möchte, sollte man schon bei der Suche nach Betrieben darauf achten, dass diese Erfahrung mit Bauherrenleistungen haben. Meistens schlägt der Handwerker eine Liste mit Eigenleistungen vor oder bietet eine stundenweise Baubegleitung. Die Kosten dafür liegen meist zwischen 90 und 180 Euro pro Stunde.
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Bei Zeitplanung auf ausreichend Puffer achten
Bei der Renovierung eines alten Gebäudes sollte man immer mit unerwarteten Problemen rechnen. Deshalb sind ein realistisches Budget und die Berücksichtigung von Pufferzeiten besonders wichtig. Man sollte mindestens 30 Prozent mehr Zeit mitberechnen, als ursprünglich geplant war. Was bei einem Neubau sechs Monate dauert, können bei alten Häusern schnell neun Monate werden.
Typische Verzögerungen:
- Nicht alle Handwerker haben noch offene Kapazitäten. Aktuell wartet man oft drei bis sechs Monate.
- Wenn ein Wasserschaden vorhanden ist oder noch Putzarbeiten zu machen sind, sollte man die Trockenzeiten einkalkulieren.
- Manchmal muss man entdeckte Mängel nachbessern.
- Lieferengpässe bei Baumaterialien können ungeplant auftreten.
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Fehler beim Renovieren alter Häuser
Fehler beim Renovieren lassen sich vermeiden, wenn man die richtige Reihenfolge einhält und die Gesamtplanung als roten Faden betrachtet. Kleine Renovierungen, die nacheinander durchgeführt werden, können den Ablauf verlängern und zu Unordnung führen.
Dabei ist es wichtig, alle Gewerke im Blick zu behalten und sich nicht nur auf die wichtigsten Räume zu konzentrieren. Auch die Verbindungen zwischen den einzelnen Bauteilen sollten stimmig sein. Zudem können fehlende Lichtkonzepte, Steckdosen oder Datenleitungen bei unzureichender Planung leicht übersehen werden. Ferner spielt die Qualität der Materialien beim Renovieren eine entscheidende Rolle.
Beim Einkauf sollte man auf langlebige Materialien achten, die später keine Mängel wie Risse oder Rohrbrüche verursachen können. Wichtig ist auch, Renovierungen nicht unsachgemäß von unqualifizierten Personen durchführen zu lassen, etwa bei der Dämmung oder der Dampfsperre. Ein weiterer häufiger Fehler bei der Renovierung eines Altbaus entsteht, wenn alles schnell gehen soll. Es ist besser, ohne Zeitdruck zu arbeiten, denn unter Stress entstehen oft die meisten Mängel.
Richtige Dämmung beim Renovieren alter Häuser
Bei der Dämmung alter Häuser sind natürliche Materialien wie Holzwolle oder Hanf eine gute Wahl, da sie nachhaltig sind und viele positive Eigenschaften besitzen. Hanf wird häufig für Außenwände und zur Schalldämmung eingesetzt. Holzwolle eignet sich für die Dämmung von Dächern, Böden und Wänden und ist wegen ihrer guten Wärmespeicherung sehr beliebt. Zudem sind diese Materialien biologisch abbaubar und stammen aus nachwachsenden Rohstoffen.
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Um Wärmeverluste und Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden, muss die Gebäudehülle luftdicht sein. Gleichzeitig sorgt regelmäßiges Lüften für eine ausreichende Luftzirkulation und einen notwendigen Luftaustausch, was gerade bei alten Häusern besonders wichtig ist. Die Dämmung sollte von einem Fachmann verlegt werden, da bei Altbauten die Bausubstanz durch falsche Handhabung beschädigt werden kann und dadurch oft das Gegenteil des gewünschten Effekts eintritt.
Kosten bei der Dämmung bei etwa 150 Quadratmetern:
- Dach: 8000 bis 15.000 Euro.
- Fassade: 12.000 bis 25.000 Euro.
- Kellerdecke 3000 bis 6000 Euro. Mit Eigenleistung wird es circa 30 bis 40 Prozent günstiger.