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Heimwerkerproblem

Wenn sich die Tapete löst, stecken oft diese Fehler dahinter

Tapete löst sich
Laien kann es schnell passieren, dass sich beim Tapezieren die Tapete wieder schnell von der Wand löst Foto: Getty Images / FotoDuets
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8. Juni 2026, 13:12 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Einmal im Leben Tapeten anbringen. Vermutlich hat jeder in seiner Heimwerker-Karriere schon einmal mit dem Wandteppich zu tun gehabt, sei es auch nur beim mühevollen Abknibbeln vom Untergrund. Anspruchsvoller ist allerdings das Anbringen. Warum die Tapete sich manchmal wieder löst und was sich beim nächsten Mal besser machen lässt, dazu hat myHOMEBOOK mit einem Malermeister gesprochen.

Das Werk ist vollbracht. Stolz wandert der Blick durch den Raum. Und dann das: Die frisch verklebte Tapete löst sich an einigen Stellen wieder von der Wand. Mit solchen Fällen hat der Tapezierprofi Boris Steiner regelmäßig bei seinen Kunden zu tun. Er ist Geschäftsführer beim Malerbetrieb Steiner & Pawlowski in Krefeld und weiß sofort, was da möglicherweise falsch gelaufen sein könnte. „Entweder wurde zu wenig oder zu viel Kleister aufgetragen“, nennt Steiner zwei der häufigsten Ursachen für schlecht haftende Tapeten im Gespräch mit myHOMEBOOK.

Zu viel oder zu wenig Kleister

Zu wenig Kleister versteht auch der Heimwerker-Laie sofort, aber zu viel? „Ja, auch zu viel des Guten hilft nicht immer. Gerade ältere Papiertapeten dehnen sich beim Auftragen des Kleisters aus. Wenn dann der Kleister ungleich verteilt wird, können beispielsweise die Randbereiche schneller trocknen als Bereiche in der Mitte. In der Folge entsteht keine geschlossene Klebefläche.“

Oft scheitert es auch schon beim Anrühren des Kleisters. Wenn dieser zu dünn ist, entfaltet er nicht seine volle Klebewirkung. „Deswegen am besten immer beim Anrühren an die Anweisungen auf der Verpackung des Herstellers halten“, empfiehlt Steiner.

Ein Blick auf die Verpackung lohnt sich auch deswegen, weil dort meistens auch steht, welche Mischung für welche Art der Tapete am besten funktioniert. Neben den klassischen Raufaser- und Papiertapeten sind in den vergangenen Jahren vor allem Vliestapeten immer beliebter geworden. „Vliestapeten haben den entscheidenden Vorteil, hier reicht es die Wand einzukleistern. Tapezieren geht seitdem deutlich einfacher von der Hand“, weiß der Malermeister.

Auch interessant: Tipps und Tricks, um eine Strukturtapete an die Wand zu bringen

Untergrund vorbereiten

Der Untergrund kann beim Tapezieren allerdings immer noch Probleme machen. Gerade in älteren Gebäuden ab den 1950er bis in die 1970er Jahre bestehen die Wände aus älteren Putzarten, die in der Regel eine Vorbehandlung benötigen. Ansonsten kann es Probleme geben, eine vollflächige Verklebung hinzubekommen.

„Auch in Neubauten kann es Schwierigkeiten geben, wenn beispielsweise der Untergrund aus Gipsputz besteht. Dann bilden sich an der Oberfläche feine Kalkablagerungen. Wenn diese nicht vorher abgeschliffen werden, kann Flüssigkeit nur schwer bis gar nicht in die Wand eindringen und somit auch die Tapete nicht halten“, erklärt Tapezierprofi Steiner.

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Achtung, Feuchtigkeit!

Wenn Tapeten sachgemäß verklebt worden sind, schmücken sie in der Regel Wände für die Ewigkeit. Sollte sich eine Tapete nach Jahrzehnten plötzlich doch lösen, hat sich möglicherweise an den Raumbedingungen etwas verändert. „Feuchtigkeit ist grundsätzlich immer ein Problem, die wirkt über einen längeren Zeitraum wie ein natürlicher Tapetenablöser“, betont Boris Steiner.

Manchmal reicht auch ein Neuanstrich, um die Klebewirkung aufzulösen, gerade wenn eine Tapete schon mehrfach überstrichen worden ist. Speziell bei Raufasertapeten sollte irgendwann auch über einen komplett neuen Wandteppich nachgedacht werden. „Wenn so eine Tapete bereits den vierten oder fünften Anstrich hinter sich hat, sieht es zum einen nicht schön aus, zum anderen wirkt die Farbe irgendwann wie eine Pappschicht. Das sorgt für Spannungen, was zum Lösen der Tapete führen kann“, ergänzt der Malermeister.

Kleine Tapezier-Tipps

Um künftig nur noch festverklebte Tapeten an der Wand zu haben, hat der Steiner ein paar Tipps:

  • Untergrund sollte trocken, sauber, fest, glatt, gleichmäßig saugfähig und staubfrei sein
  • Kleister gleichmäßig verteilen, also nicht zu dick, nicht zu dünn, ansonsten trocknen Nähte zu schnell oder es bilden sich Blasen
  • Raum sollte nicht zu warm sein
  • Durchzug vermeiden, sonst trocknet der Kleister zu schnell

Manchmal sind es nicht unbedingt große Tapetenprobleme, häufig ist es vielleicht eine kleine Ecke, die nicht mehr haften möchten. „Dafür einfach die gelöste Ecke leicht anheben, etwas Kleister drunterstreichen und wieder ankleben.“ Dann ist so ein kleines Wandmalheur schnell beseitigt, weiß der Malermeister.

Bei Schimmel hört der Spaß auf. Dann sollte unbedingt ein Profi hinzugezogen werden. Denn die Ursache liegt meistens nicht nur an der Oberfläche, sondern oft im Verborgenen. „Hier sollte geprüft werden, ob ein einfacher Schimmelentferner reicht oder es möglicherweise angezeigt ist, ganze Putzbereiche zu lösen, um den Untergrund zu behandeln“, rät Boris Steiner nachdrücklich.

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