7. September 2025, 6:19 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Unwetter mit Starkregen nehmen zu – und richten immer häufiger massive Schäden an Gebäuden an. Besonders in Häusern mit mehreren Eigentümern ist es entscheidend, frühzeitig gemeinsam zu handeln. Denn viele gefährdete Bereiche liegen im Gemeinschaftseigentum. Doch worauf müssen Eigentümergemeinschaften achten, um ihr Gebäude wirksam vor Starkregen und Hochwasser zu schützen?
Absprachen für den Ernstfall
Räume unterhalb des Straßenniveaus – wie Tiefgaragen, Fahrradkeller oder Trockenräume – sind bei Starkregen besonders anfällig. Da sie in Mehrparteienhäusern in der Regel zum Gemeinschaftseigentum zählen, müssen Schutzmaßnahmen von der gesamten Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) beschlossen werden. Darauf weist der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE) hin.
Gefahrenschwerpunkt Tiefgarage
Ein konkreter Risikofaktor ist laut WiE die Tiefgarage. Gelangt dort bei Starkregen oder Hochwasser eine größere Menge Wasser hinein, kann das erhebliche Kosten verursachen – unter anderem durch beschädigte Fahrzeuge. Nicht zuletzt aufgrund von Schäden an Pkws, die darin geparkt sind, warnt WiE-Vorständin Sandra von Möller.
Umso wichtiger ist es, rechtzeitig über geeignete Schutzmaßnahmen nachzudenken. Für Tiefgaragen bieten sich laut WiE etwa mobile Hochwassersysteme wie sogenannte Flutschotts an. Diese mobilen Dämme lassen sich zügig montieren und sind in verschiedenen Varianten erhältlich – auch zur Absicherung von Lichtschächten und Garagentoren.
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Weitere Schwachstellen im Gebäude
Doch nicht nur die Tiefgarage ist betroffen. Auch andere gemeinschaftlich genutzte Gebäudeteile sollten vor Wassereinbruch geschützt werden – etwa Kellerfenster im Trockenraum, Dachfenster im Treppenhaus oder Bodenabläufe im Waschkeller.
Ein Beispiel für effektive Vorsorge sind laut WiE druckwasserdichte Fenster. Diese speziellen Fenster halten selbst bei starkem Wasserdruck dicht – und können somit Wassereinbrüche in tiefer gelegenen Räumen verhindern.
Fachliche Beratung nutzen
Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten und der konkreten Gefährdungslage ab. WiE empfiehlt daher, eine Fachfirma hinzuzuziehen, um geeignete Schutzmaßnahmen zu ermitteln. Nur so lasse sich der tatsächliche Bedarf der Immobilie bestimmen und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die WEG schaffen. Durch eine gut abgestimmte Vorgehensweise können Wohnungseigentümer nicht nur Schäden am Gebäude minimieren – sondern sich auch vor hohen Folgekosten schützen.
Mit Material der dpa

