12. Juni 2026, 11:09 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Der Name lässt zunächst vermuten, dass sich „3 Days of Design“ ausschließlich an Interior-Fans, Architekten oder Branchenprofis richtet. Tatsächlich ist das Festival aber viel zugänglicher, als man auf den ersten Blick denken könnte. Denn im Kern geht es nicht nur um Möbel, sondern um Ideen, Kreativität und die Frage, wie wir leben möchten. myHOMEBOOK-Redakteurin Mareike Schmidt hat das Festival besucht und ist überzeugt, dass es für jeden einen Besuch wert ist.
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Eine Designmesse, die sich wie ein Städtetrip anfühlt
Das vielleicht größte Alleinstellungsmerkmal von „3 Days of Design“ ist die Art, wie man Design erlebt. Statt von Halle zu Halle zu hetzen, verteilt sich die Messe über die gesamte dänische Hauptstadt. Showrooms, Ateliers, historische Gebäude und Concept Stores werden für drei Tage zu Bühnen für die neuesten Ideen aus Design, Architektur und Lifestyle. Und genau das macht den besonderen Reiz aus.
Design wird dadurch nicht isoliert an einzelnen kleinen Ständen präsentiert, sondern im echten Leben. Ein neuer Stuhl steht nicht an einem Messestand, sondern in einem Gesamtsetting in einem Showroom, der einem stylischen Wohnzimmer ähnelt. Besucher erleben Produkte daher dort, wo sie später tatsächlich genutzt werden können, und genau das verändert die Wahrnehmung.
Anders als auf klassischen Fachmessen benötigt man kein Vorwissen, um die Ausstellungen zu genießen. Viele Installationen sind bewusst interaktiv gestaltet, erzählen Geschichten oder laden dazu ein, Räume mit allen Sinnen zu erleben. Besucher können Materialien anfassen, neue Konzepte ausprobieren und erleben, wie Design unseren Alltag beeinflusst – oft, ohne dass wir es überhaupt bemerken.
Die Stadt selbst wird zur Inspirationsquelle
Wer nach Kopenhagen reist, besucht nicht nur ein Design-Festival, sondern taucht gleichzeitig in eine der stilprägendsten Städte Europas ein. „3 Days of Design“ zeigt, wie eng Gestaltung mit unserem täglichen Leben verbunden ist. Die Inspiration beginnt schon beim Frühstück. Selbst kleine Cafés wirken oft wie sorgfältig kuratierte Interior-Konzepte. Auch in Geschäften zeigt sich die dänische Handschrift. Ob Buchladen, Bäckerei oder Concept Store – viele Orte vermitteln das Gefühl, dass Gestaltung hier nicht als Luxus verstanden wird, sondern als selbstverständlicher Teil des Alltags.
Genau darin liegt ein Ansatz, den Besucher mit nach Hause nehmen können: Gute Einrichtung entsteht nicht durch einzelne Designobjekte, sondern durch Atmosphäre, Materialität und eine klare Haltung.
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Heute in Kopenhagen, morgen in der ganzen Welt
Wer wissen möchte, welche Wohntrends in der nächsten Zeit relevant werden, findet in Kopenhagen oft einen Blick in die Zukunft. Viele Entwicklungen, die später unter anderem in deutschen Einrichtungshäusern auftauchen, lassen sich hier bereits früh beobachten.
Das überrascht kaum. Schließlich stammen einige der bekanntesten und einflussreichsten Designmarken aus Dänemark. Die skandinavische Designphilosophie prägt seit Jahrzehnten internationale Wohntrends – von der Rückkehr natürlicher Materialien über nachhaltige Produkte bis zu zeitlosen Möbeln, die Generationen überdauern sollen.
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Das sind die Trends vom „3 Days of Design“
Die entspannte Art des Entdeckens
Was viele Besucher besonders schätzen, ist die entschleunigte Atmosphäre. Während große Fachmessen oft von Termindruck und Menschenmassen geprägt sind, fühlt sich „3 Days of Design“ erstaunlich entspannt an. Jeder kann zu einem Besucher werden – ganz ohne Akkreditierung – und sich treiben lassen, spontan in einen Showroom gehen, zwischendurch einen Kaffee in der Sonne in den vielen Hinterhöfen der Showrooms trinken oder eine Ausstellung besuchen, die man ursprünglich gar nicht auf dem Plan hatte. Oft entstehen genau aus diesen ungeplanten Momenten die besten Ideen.
Die Stadt wird dabei zur Kulisse eines kreativen Spaziergangs, bei dem Inspiration hinter jeder Straßenecke wartet. Und für die organisierten Menschen, die sich nicht gern einfach nur treiben lassen, sondern zielgerichtet laufen möchten, bietet sich die eigens für die Messe konzipierte App an. Sie bietet einen guten Überblick über sämtliche Showrooms, Ausstellungen, Concept-Stores und Events.
Warum sich „3 Days of Design“ für jeden lohnt
Am Ende geht es beim „3 Days of Design“-Festival nicht nur um Möbel, Leuchten oder neue Kollektionen. Es geht um einen anderen Blick auf Gestaltung. Um die Erkenntnis, dass gutes Design nicht in Ausstellungsräumen beginnt, sondern im Alltag. Das Festival schärft den Blick für die Details, die einen Ort besonders machen. Unabhängig davon, ob man sich für Design interessiert oder nicht. Genau das macht den besonderen Reiz aus: Man muss kein Designexperte sein, um das Festival zu genießen. Es reicht, offen für Inspiration zu sein.
Wer Kopenhagen während des Festivals besucht, kehrt deshalb meist nicht nur mit Fotos von schöner Einrichtung zurück, sondern mit neuen Ideen für das eigene Zuhause, einem geschärften Blick für Details und einer großen Portion Inspiration.