29. Mai 2026, 6:47 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wenn die Tage wieder wärmer und länger werden, beginnt ganz offiziell die Hochzeitssaison. Millionenfach werden dann auf der ganzen Welt Inspirationen und Einblicke zum vermeintlich schönsten Tag des Lebens im Netz geteilt. Welche Deko-Trends die Hochzeiten 2026 prägen werden, verrät myHOMEBOOK.
Die Sonne strahlt vom königsblauen Himmel, die Musik setzt ein und ein glückliches Paar gibt sich unter freiem Himmel und vor einer Traumkulisse das Jawort. Der Trauredner steht vor einem Bogen aus Blumen, die Gäste sitzen in Reihen, Seifenblasen steigen hinauf und umhüllen die Szenerie. Outdoor-Hochzeiten sind längst kein Ausnahmefall mehr. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Trend etabliert. Doch was wünschen sich Paare im Jahr 2026 ganz konkret? myHOMEBOOK ist der Frage nachgegangen und hat mit einer Expertin gesprochen.
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Farben, Materialien und Stoffe
Wie jedes Jahr stehen die Deko-Trends bei den Hochzeiten auch 2026 unter dem Einfluss einer Trendfarbe, die bereits im Herbst 2025 durch das Farbinstitut Pantone bekannt gegeben wurde. Der luftige, zarte Weißton „Cloud Dancer“ steht für minimalistische Eleganz, Ruhe und Neubeginn. Aspekte, die auch bei der Hochzeitsplanung in diesem Jahr Beachtung finden, wie die hanseatische Premium-Hochzeitsplanerin Melanie Goldberg betont: „Spitze und edle Deko sind gefragt, Callas und Perlen, also viel Weiß/Hell.“ Hinzu kämen laut der Expertin glatte oder gewellte Stoffinstallationen, Drapings sowie Stuhlhussen. Aber es darf auch nachhaltig sein, glänzender Satin wird durch grobgewebte Baumwolle und natürliches Leinen abgelöst.
Einheitliche Pastellfarben sind passé, stattdessen darf es stilvoller und formvollendeter zugehen. Wem das zu langweilig ist, der darf neben Off-White vorsichtig in den burgunderroten Farbtopf greifen. Denn auch diese Farbe finde laut Goldberg langsam den Weg zurück in die Hochzeitsdeko. Generell sind Kontraste und frische, unerwartete Farbtupfer wieder im Kommen. Dazu passt ein weiterer Trend: „Auch ausgefallene Loungemöbel werden nachgefragt sowie üppige (Blumen-)Deko.“ Sie lockern den klassischen Minimalismus gekonnt auf und verleihen der Dekoration eine luxuriöse, fast urbane Note. „Es soll alles elegant und nicht rustikal aussehen“, mahnt die erfahrene Hochzeitsplanerin.
Die Zeit des reinen Boho-Looks neigt sich also definitiv dem Ende zu. Stattdessen rücken organische Elemente sowie originelle, handgemachte Keramik in den Vordergrund. Minimalistische Einheitslooks weichen, damit mehr Persönlichkeit sichtbar wird.
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Was kommt neu dazu und was bleibt?
Wer eine Hochzeit plant, beginnt oftmals ein oder mehrere Jahre im Voraus – eine Zeitspanne, die ständigen Schwankungen unterliegt. So könne es vorkommen, dass Trends nicht jahresspezifisch auftauchen, sondern längerfristig Bestand haben. „Das ist im Grunde wie in der Mode und antizyklisch. Hochzeitstrends bei uns kommen oft aus den USA und werden entweder 1:1 übernommen oder adaptiert“, erklärt Goldberg.
Laut Weddingplanning-Webseiten haben verschiedene Konzepte aus den vergangenen Jahren auch weiterhin Bestand. So setzen Paare nach wie vor gerne auf freie Trauungen und auch das Thema Nachhaltigkeit spielt weiterhin eine große Rolle. Starre Konzepte in Bezug auf Dresscodes, Ablauf und Verpflegung werden immer lockerer und ungestellte Momentaufnahmen rücken mehr in den Fokus. Die fast schon sterile Ästhetik der Vorjahre bricht auf und wird durch erdige und edle Farbpaletten ersetzt – immer auf Basis der Trendfarbe „Cloud Dancer“. Alles darf fließen, weich fallen und kunstvoll drapiert wirken.
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Kleines Budget? Kein Problem
Auch mit finanziellen Einschränkungen lassen sich die neuen Hochzeitstrends aus 2026 bei der Deko gekonnt umsetzen. Was in den sozialen Medien immer groß und üppig aussieht, kann auch in kleinem Stil wirken.
Die Expertin rät zur Bodenständigkeit: „Wer wirklich sparen möchte, verzichtet auf Mietmobiliar und aufwendige Deko und nimmt das, was die Location zu bieten hat. Stoffabhängungen sind preislich nicht das Problem, aber die (Wo)Manpower der Anbringung summiert sich schnell.“ Trotzdem verweist sie darauf, sich unbedingt ein professionelles, erfahrenes Dekoteam an die Seite zu holen, das sich mit Stoffen und den Sicherheitsvorkehrungen auskennt. Denn: „Billige Stoffe = Brandgefahr.“ Ein weiterer Tipp der Expertin: Mit Backdrops nicht übertreiben, Hingucker stattdessen gezielt einsetzen, „z.B. nur zur freien Trauung oder nur hinter der Brauttafel statt in der gesamten Location.“
Trends folgen oder selbst kreativ werden?
Grundsätzlich gilt: In ist, was gefällt, das weiß auch Goldberg: „Wir raten unseren Paaren, sich selbst treu zu bleiben und den Stil zu wählen, der wirklich zu ihnen passt. Eine Hochzeit sollte schließlich möglichst authentisch sein.“ Und so kann es passieren, dass Trends aus den Vorjahren plötzlich wieder neuen Ausdruck bekommen oder sich Konzepte über mehrere Jahre ziehen.