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Samt, Leder, Mikrofaser

Welcher Stoff passt zu welchem Möbelstück?

Damit man langfristig Freude an einem Möbelstück hat, sollte bei der Stoffwahl nicht nur auf Optik, sondern auch auf Strapazierfähigkeit geachtet werden
Damit man langfristig Freude an einem Möbelstück hat, sollte bei der Stoffwahl nicht nur auf Optik, sondern auch auf Strapazierfähigkeit geachtet werden Foto: Getty Images

16. September 2026, 11:14 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Beim Möbelkauf entscheidet oft zuerst das Auge und der Bezugsstoff von Sofa oder Sessel wird meist nach Optik statt nach Alltagstauglichkeit ausgewählt. Das rächt sich schnell: Samt sieht edel aus, ist aber empfindlich, und helle Naturfasern wirken hochwertig, zeigen aber jeden Fleck. myHOMEBOOK zeigt, welche Stoffe sich wirklich für welche Möbel eignen.

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Worauf es beim Bezugsstoff wirklich ankommt

Wie strapazierfähig ein Stoff ist, lässt sich weder erfühlen noch erahnen. Entscheidend ist die sogenannte Scheuerbeständigkeit, angegeben in Scheuertouren oder Martindale. Bei diesem Testverfahren wird ein Stoffmuster so lange unter Belastung gegen ein Referenzgewebe gerieben, bis die ersten Verschleißspuren auftreten. Je höher der ermittelte Wert, desto widerstandsfähiger der Stoff.

Für regelmäßig genutzte Polster wie ein Alltagssofa sollte der Bezugsstoff mindestens 15.000 Martindale aufweisen. Ab etwa 25.000 gilt ein Stoff als sehr robust. Neben der Scheuerbeständigkeit spielen für die Praxistauglichkeit auch Pilling (Knötchenbildung), Licht- und Farbechtheit sowie die Reinigungsfähigkeit eine Rolle. So kann ein Stoff optisch überzeugen und trotzdem im Alltag schnell unansehnlich werden.

Diese Stoffe gelten als besonders robust

Mikrofaser zählt zu den strapazierfähigsten Materialien für Sofas und andere Sitzmöbel. Hochwertige Varianten erreichen Martindale-Werte von 20.000 und mehr. Dazu sind sie pflegeleicht und meist einfach zu reinigen. Auch andere Kunstfasern wie Polyester schneiden in Sachen Robustheit gut ab.

Wer es besonders unempfindlich mag, findet zudem Bezüge aus Kunstleder, die häufig sogar feuerfest zertifiziert sind. Echtleder ist ebenfalls sehr widerstandsfähig und lässt sich leicht abwischen, ist dafür in der Anschaffung meist teurer und braucht anfangs eine Imprägnierung. Wer Wert auf Naturfasern legt, sollte zu dicht gewebten, strukturierten Stoffen wie Cord oder robusten Baumwollmischungen greifen. Diese fallen aufgrund lose gewebter, sehr weicher Naturstoffe dagegen schneller durch bei der Scheuerbeständigkeit.

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Schön, aber unpraktisch: Bei diesen Stoffen sollte man zweimal überlegen

Manche Stoffe punkten optisch, halten dem Alltag aber nicht besonders gut stand. Samt wirkt edel und hochwertig, ist aber empfindlich gegenüber Krallen von Haustieren und zeigt schnell Gebrauchsspuren wie Druckstellen oder Wischeffekte. Ähnlich verhält es sich mit Seide, die zu den empfindlichsten Bezugsstoffen überhaupt zählt und für stark genutzte Sitzmöbel ungeeignet ist. Auch helle, unifarbene Naturfaserstoffe wie unbehandeltes Leinen sehen im Möbelhaus gut aus, zeigen im eigenen Wohnzimmer aber schnell Flecken und verfärben sich durch UV-Licht.

Wer sich aber in einen solchen Stoff verliebt hat, muss ihn nicht komplett verbannen. Er eignet sich aber eher für Möbelstücke, die selten genutzt werden, statt für das tägliche Sofa.

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Welche Möbel brauchen gar keinen Bezugsstoff?

Nicht jedes Möbelstück braucht überhaupt einen textilen Bezug. Stühle und Bänke aus Massivholz kommen komplett ohne Stoff aus und punkten dafür mit Langlebigkeit und einfacher Pflege. Auch Möbel aus Rattan oder anderem Geflecht sowie Stücke aus Kunststoff oder Metall benötigen keinen Bezugsstoff, sind entsprechend unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und eignen sich deshalb besonders gut für Balkon, Terrasse oder Garten. Wer Sitzkomfort möchte, ohne auf Stoff zu setzen, kann bei solchen Möbeln auf lose Auflagen oder Kissen zurückgreifen, die sich bei Bedarf leicht abnehmen, waschen oder austauschen lassen.

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Die richtige Wahl je nach Haushalt

Wer Kinder oder Haustiere hat, sollte besonders auf robuste, pflegeleichte Stoffe setzen. Glattleder oder Mikrofaser gelten hier als gute Wahl, weil sie sich unkompliziert reinigen lassen. Bei Katzen im Haushalt lohnt sich außerdem ein Blick auf die Struktur des Stoffs, denn Seide, Samt und Baumwolle halten Krallen meist nicht lange unbeschadet stand, während dicht gewebte Kunstfasern deutlich robuster sind.

Ein einfacher Trick zusätzlich: Wer die Stofffarbe grob an das Fell des Haustiers anpasst, sieht einzelne Haare weniger schnell. Bei Möbeln, die nur gelegentlich genutzt werden, wie etwa einem Sessel in der Leseecke oder einem Deko-Stuhl, darf es dagegen ruhig ein empfindlicherer, dafür optisch besonders schöner Stoff sein.

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Pflege nicht vergessen

Ganz egal, für welchen Stoff man sich letztendlich entscheidet: Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer jedes Bezugs. Staubsaugen entfernt Krümel und Staub, bevor sie sich tief in die Fasern setzen, und Flecken sollten möglichst sofort behandelt werden. Vor jedem neuen Reinigungsmittel lohnt sich zudem ein Test an einer unauffälligen Stelle, da nicht jedes Mittel zu jedem Material passt.

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