16. Juni 2026, 17:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn der Sommer vor der Tür steht, wünschen sich viele einen eigenen Pool. Doch dieser macht nicht nur viel Arbeit – er muss gesäubert und natürlich befüllt werden. Um Geld zu sparen, denken einige Poolbesitzer möglicherweise daran, den Pool mit Brunnenwasser zu füllen. myHOMEBOOK klärt auf, was dabei zu beachten ist.
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Was gibt es bei der Brunnennutzung zu beachten?
Wer noch keinen Brunnen hat, tappt oft im Dunkeln, was die Nutzung anbelangt. Je nach Bundesland und Tiefe des Brunnens muss der Bau nicht nur gemeldet, sondern auch genehmigt werden, schließlich wird der Boden „geöffnet“ und das Grundwasser genutzt. Deshalb sollte man das Bauprojekt mindestens einen Monat vorher bei der zuständigen Wasserbehörde melden. Bei mehr als 15 Metern Tiefe des Brunnens ist sogar eine Genehmigung notwendig. So sieht es das Wasserhaushaltsgesetz vor. Für die Meldung sollten folgende Informationen mitgesendet werden:
- Anzeigeformular (formlos oder von der zuständigen Behörde)
- ein Lageplan, auf dem der genaue Standort des Bohrlochs markiert ist
- die Information zur Brunnentiefe und der Menge, die gefördert werden soll
Auch die Art der Nutzung des Brunnens ist zu beachten: Wer das Wasser schlichtweg für die Bewässerung des eigenen Gartens nutzt, muss es lediglich melden. Wird Wasser für gewerbliche Zwecke genutzt, muss dies gemeldet und genehmigt werden.
Darf der Pool mit Brunnenwasser befüllt werden?
Grundsätzlich ist es erlaubt, den Pool mit Brunnenwasser zu befüllen. Denn das Nutzen von Wasser aus dem Brunnen ist kostengünstiger, schließlich wird dabei kein Wasser aus einer Leitung genutzt. Dennoch gibt es einige Dinge, die dabei beachtet werden sollten. Denn Brunnenwasser sollte nur für den Pool genutzt werden, wenn dabei keine Gesundheitsgefahr besteht. myHOMEBOOK hat dazu das Umweltbundesamt befragt: „Wir empfehlen vorab eine chemische und mikrobiologische Untersuchung des Brunnenwassers durch ein zertifiziertes Labor.“
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Diese Einflüsse entscheiden, ob das Brunnenwasser geeignet ist
Wer seinen Pool mit Brunnenwasser befüllen möchte, sollte auf verschiedene Dinge achten. Denn es gibt bestimmte Dinge, die darüber entscheiden, ob das Brunnenwasser überhaupt als mögliches Poolwasser genutzt werden darf.
Ist zu viel Eisen im Brunnenwasser?
Ist das Brunnenwasser zu eisenhaltig, erkennt man das an der orangen Verfärbung, und das Eisen bildet gerade in Planschbecken und Pools eher schleimige Beläge. Durch Eisenablagerungen in den Rohren kann zudem nicht nur die Pumpleistung des Brunnens eingeschränkt, sondern auch etwaige Filter leicht verstopft werden.
Eisenhaltiges Wasser ist grundsätzlich keine Gefahr, jedoch können sich in den Eisenablagerungen Bakterien ansiedeln, welche wiederum gesundheitsgefährdend sein können.
Wer etwas gegen Eisen im Wasser tun will, kann dem mit folgenden Mitteln vorbeugen:
- Für die Nutzung von Brunnenwasser im Pool sollte an ihn eine Sandfilter-Anlage angeschlossen werden
- Auch die Zugabe von sogenanntem Flockungsmittel kann den Eisengehalt beeinflussen
Nitrate im Wasser
Herkömmliches Trinkwasser unterliegt für den Anteil an Nitraten einem gewissen Grenzwert. In Deutschland liegt dieser bei 50 Milligramm pro Liter für Erwachsene, bei Säuglingen sogar bei nur 10 Milligramm pro Liter. Füllt man Brunnenwasser in den Pool, muss dieser Grenzwert zwar nicht zwingend eingehalten werden, dennoch sollte vorher der Nitratgehalt im Brunnenwasser ermittelt und regelmäßig kontrolliert werden.
Ist der Nitratgehalt zu hoch, können sich sogar Algen im Poolwasser bilden und dieses färbt sich grünlich und wird trüb. Nitrat lässt sich nicht so einfach aus dem Wasser entfernen. Daher ist in vielen Fällen ein Teilwasserwechsel am sinnvollsten. Dabei werden um die 50 % des Brunnenwassers im Pool mit Leitungswasser ausgetauscht.
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Auch Bakterien können im Brunnenwasser sein
Poolwasser wird häufig verschluckt, gerade von kleinen Kindern. Wer also seinen Pool mit Brunnenwasser füllen möchte, sollte sich vorher genau anschauen, ob das Wasser mit Bakterien belastet ist. Diese Überprüfung sollte noch vor der Nutzung als Poolwasser geschehen, da selbst Chlor Bakterien wie E. coli nicht bekämpfen kann, sondern lediglich zur Vorbeugung gedacht ist. Der VSR-Gewässerschutz e.V. übernimmt etwa Wasseranalysen beim Brunnenwasser.
Der richtige pH-Wert
Der pH-Wert im Wasser bestimmt, wie sauer oder gar basisch das Wasser ist. 7,0 gilt dabei als der durchschnittliche Wert. Leichte Abweichungen gibt es häufiger, doch ab ungefähr 9,5 gilt Wasser als basisch und unter 6,5 als sauer. Hierbei ist jedoch wichtig, zu unterscheiden: Denn wer seinen Pool mit Brunnenwasser füllen will, sollte den pH-Wert für das Wasser zwischen 7,0 und 7,4 halten. Ist das Wasser nämlich zu sauer, kann es für Rohrleitungen aus dem Brunnen schädlich sein. Basisches Poolwasser blockiert den Effekt von Chlor.
Vor der Nutzung die Qualität prüfen
Brunnenwasser kann durchaus für den eigenen Pool genutzt werden, jedoch nur dann, wenn das Wasser in einem gesundheitlich nicht schädlichen Zustand ist. Daher sollte vor der Nutzung eine Wasserprobe entnommen und an ein Labor geschickt werden. Ist die Qualität unbedenklich, steht Wasserspaß im eigenen Pool nichts mehr entgegen.