25. Mai 2026, 8:36 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Funkwellen von Mobiltelefonen und WLAN sind unsichtbar. Die elektromagnetischen Felder, die von Elektrogeräten ausgehen, ebenfalls. Umgangssprachlich hat sich dafür der Begriff „Elektrosmog“ etabliert. Smog, das klingt zunächst einmal ungesund. Doch wie sehr wirkt sich die Strahlung im Alltag auf unsere Gesundheit aus? myHOMEBOOK hat beim Bundesamt für Strahlenschutz nachgefragt, wie gefährlich elektromagnetische Felder im eigenen Zuhause sind.
Seitdem es Mobiltelefone gibt, kursieren Geschichten über die von den Geräten ausgehende Strahlung. Die Wissenschaft beschäftigt sich seit dem 19. Jahrhundert mit elektromagnetischen Feldern und deren Wirkung auf den menschlichen Körper. Jedes Stromkabel in der Wand produziert im Grunde Elektrosmog, obwohl vermutlich bei einer Stromleitung niemand an Strahlung denken würde. Wichtig: Der Begriff ‚Elektrosmog‘ ist unwissenschaftlich und nicht exakt definiert.
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Experten unterscheiden zwischen zwei Arten von Feldern
„Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Feldern: niederfrequente Felder, von denen es elektrische und magnetische Felder gibt, und hochfrequente elektromagnetische Felder“, so Anja Lutz, Pressereferentin beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), als erste Einordnung im Gespräch mit myHOMEBOOK. „Zu den Verursachern von niederfrequenten Feldern zählen alle Elektroinstallationen im Haus sowie alle elektrischen Haushaltsgeräte. WLAN-Router, Handys oder die Mikrowelle gehören zu den Geräten, die hochfrequente elektromagnetische Felder aussenden.“
Gefährlich ist davon zunächst einmal kein Gerät, egal aus welcher der beiden Gruppen. Dennoch gibt es immer wieder Sorgen darüber, dass bestimmte Geräte besonders gefährlich seien.
Entwarnung vor Elektrosmog: Keine Gesundheitsgefahr
Für das BfS gilt als wesentliches Kriterium, in welchem Ausmaß der menschliche Körper den Feldern tatsächlich ausgesetzt ist. Die Pressereferentin ordnet ein: „Um gesundheitsrelevante Folgen auszuschließen, müssen bei ortsfesten Anlagen, beispielsweise Stromtrassen oder Mobilfunkbasisstationen, gesetzlich festgelegte Grenzwerte eingehalten werden.“
Für Endgeräte wie Mobiltelefone oder Elektrogeräte gäbe es entsprechende Regelungen für die Produktsicherheit. „Diese berücksichtigen auch möglicherweise besonders gefährdete Personengruppen.“ Lutz ergänzt, bei Einhaltung der Grenzwerte seien nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand keine negativen gesundheitlichen Wirkungen elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf den Menschen zu erwarten.
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Wirkung elektromagnetischer Strahlung wissenschaftlich untersucht
„Die biologischen und gesundheitlichen Wirkungen von elektromagnetischen Feldern sind gut untersucht“, so Lutz. Die Wirkungen bewegen sich nicht im Ungefähren, sondern können sehr konkret benannt werden. „Wissenschaftlich nachgewiesen ist bisher, dass niederfrequente elektrische und magnetische Felder von Stromnetzen und Elektrogeräten bei hohen Stärken unser Nervensystem reizen oder unsere Muskeln anregen können. Hochfrequente elektromagnetische Felder des Mobilfunks können zu einer Erwärmung von Körpergewebe führen.“
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Hersteller müssen Grenzwerte einhalten
Aufgrund dieser sehr genauen Wirkweisen und der gültigen Grenzwerte sind elektrische Produkte, die in Deutschland und in der EU zugelassen, verkauft und bestimmungsgemäß genutzt werden, in der Regel ungefährlich für den Menschen. Zudem überprüft das BfS die wissenschaftliche Grundlage der Grenzwerte fortlaufend, ob es beispielsweise neue Erkenntnisse aus der Forschung gibt, die beachtet werden sollten.
Auch für elektronische Implantate, also hauptsächlich Geräte aus dem medizinischen Bereich, gibt es gesonderte Richtlinien, damit diese sicher funktionieren. Menschen, die auf solche Implantate angewiesen sind, sollten für genaue Informationen ärztlichen Rat einholen oder sich an die Hersteller der Implantate wenden, empfiehlt die BfS-Pressereferentin.
Indikator CE-Zeichen
Für alle anderen elektrischen Geräte im Haushalt ist das sogenannte CE-Zeichen ein Indikator für unbedenkliche Verwendung im Alltag. „CE“ steht dabei für „Communauté Européenne“, französisch für „Europäische Gemeinschaft“. „Hersteller von Endgeräten erklären durch das europäische CE-Zeichen an ihren Geräten die Einhaltung der Gesetze und damit die Produktsicherheit“, erläutert Lutz.
Wer also beim Kauf auf das CE-Zeichen achtet, bewegt sich auf der sicheren Seite. Wem das nicht ausreicht, der kann den Abstand der Geräte vom Körper vergrößern, also beim Mobiltelefon beispielsweise die Freisprecheinrichtung nutzen. Denn mit jedem Zentimeter Abstand wird die ohnehin unbedenkliche Strahlung noch geringer.
Wer wissen möchte, wie stark oder schwach die elektromagnetischen Felder im eigenen Umfeld durch Mobilfunksendeanlagen oder Hochspannungsleitungen sind, kann den Messgeräteverleih des BfS nutzen.