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Steuerlast senken

3 Freibeträge, die man bei der Erbschaftsteuer kennen sollte

Freibeträge bei der Erbschaftsteuer
Erbe erhalten? Dann sind Sie unter Umständen erbschaftsteuerpflichtigFoto: Getty Images

Bei der Erbschaftsteuer gibt es unterschiedliche Freibeträge, die die Steuerlast der Hinterbliebenen senken. Wer sie kennt, kann sie ausschöpfen.

Wer erbt, muss Steuern zahlen. Zumindest ganz grundsätzlich. Doch steuerliche Freibeträge bewahren in manchen Fällen vor der Pflicht der Erbschaftsteuer. Je enger die verwandtschaftliche Beziehung zwischen Erblasser und Erbe, desto höher die Freibeträge. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen sogar noch besondere Versorgungsfreibeträge dazu.

1. Der persönliche Freibetrag

Ehepartner und eingetragene Lebenspartner etwa können bis zu 500.000 Euro abgabefrei erben. «Kinder können von jedem Elternteil bis zu 400.000 Euro erben, ohne dass darauf Steuern anfallen», sagt der Heidelberger Fachanwalt für Erbrecht, Jan Bittler. Bis zu 200.000 Euro können Enkelinnen und Enkel abgabefrei von ihren Großeltern erben und bis zu 20.000 Euro Geschwister, Nichten, Neffen und Lebensgefährten.

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2. Der besondere Versorgungsfreibetrag

Neben den persönlichen Freibeträgen steht den Kindern und Stiefkindern sowie Ehe- oder Lebenspartnern in vielen Fällen noch ein besonderer Versorgungsfreibetrag bei der Erbschaftsteuer zu. «Er beträgt 256.000 Euro für Ehe- oder Lebenspartner eines Erblassers», erklärt der Bonner Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht, Eberhard Rott.

Kinder und Stiefkinder des Erblassers können, abhängig von ihrem Alter, einen Versorgungsfreibetrag zwischen 10.300 Euro und 52.000 Euro geltend machen – je jünger, desto mehr.

Was es mit dem besonderen Versorgungsfreibetrag auf sich hat? «Er hat eine Art Ausgleichscharakter», sagt Rott. Denn auf der einen Seite unterliegen viele gesetzliche Versorgungsbezüge nicht der Erbschaftsteuer. Dazu zählen etwa Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Versorgungsbezüge nach Beamtenrecht oder Versorgungsbezüge von berufsständischen Versorgungseinrichtungen.

Allerdings fällt auf private Versorgungsbezüge, die der Erblasser oder die Erblasserin veranlasst hat, Erbschaftsteuer an. Etwa Leistungen aus einer privaten Lebensversicherung oder Versorgungsansprüche aus dem Gesellschaftsvertrag. Um diese Ungleichheit zu verringern, gibt es den besonderen Versorgungsfreibetrag.

3. Freibetrag für Hausrat und weitere Gegenstände

Neben den steuerlichen Freibeträgen und den besonderen Versorgungsfreibeträgen gewährt das Finanzamt unter bestimmten Voraussetzungen weitere Freibeträge, die die Erbschaftsteuerlast mindern. «Für Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke erhält ein Erbe oder eine Erbin der Steuerklasse I einen Freibetrag von 41.000 Euro», sagt Rechtsanwalt Jan Bittler.

Für Gegenstände, die nicht zum Hausrat zählen, wie zum Beispiel bestimmter Schmuck oder Kunstgegenstände, gibt es einen weiteren Freibetrag von 12 Euro. Erben in den Steuerklassen II oder III bekommen für Hausrat und Gegenstände insgesamt einen Freibetrag von 12 Euro.

Zur Steuerklasse I gehören bei der Erbschaftsteuer Eheleute und deren direkte Nachkommen. Der zugehörige Steuersatz hat sieben Stufen und liegt, abhängig von der Höhe des Vermögens, zwischen 7 und 30 Prozent. Zur Steuerklasse II bei der Erbschaftsteuer gehören Geschwister, deren Kinder, Schwiegerkinder und -eltern sowie geschiedene Partner.

Hier steigert sich der Steuersatz in sieben Stufen von 15 bis 43 Prozent. Alle übrigen Personen wie etwa Lebensgefährten oder Freunde gehören in Steuerklasse III. Je nach Vermögenswert liegt der Steuersatz für sie zwischen 30 und 50 Prozent.

mit Material der dpa

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