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Funktioniert die PV-Anlage bei Stromausfall noch?

Eine PV-Anlage ist eine gute Möglichkeit, Energiekosten zu sparen. Doch funktioniert sie noch, wenn der Strom ausfällt?
Eine PV-Anlage ist eine gute Möglichkeit, Energiekosten zu sparen. Doch funktioniert sie noch, wenn der Strom ausfällt? Foto: Getty Images/Westend61
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16. Mai 2026, 12:56 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Energie der Sonne steht immer zur Verfügung. Das stimmt grundsätzlich auch, nur nicht, wenn das Stromnetz ausfällt. Das klingt absurd, hat allerdings Gründe. Warum eine PV-Anlage bei einem Stromausfall nicht zwingend weiter Strom produziert, darüber hat sich myHOMEBOOK mit dem Bundesverband des Solarhandwerks e.V. in Berlin unterhalten.

In der Öffentlichkeit herrscht die Meinung vor, eine Photovoltaikanlage sei der beste Schutz bei Stromausfall. Schließlich würden die Solarpanel auch bei einem Stromausfall weiter Sonnenenergie in Elektrizität umwandeln. „Dem ist nicht immer so, denn die meisten PV-Anlagen sind aus Sicherheitsgründen so konzipiert, dass sie sich bei einem Stromausfall automatisch abschalten“, erklärt Lucas Flügel, Pressesprecher beim Bundesverband des Solarhandwerks e.V. auf Nachfrage von myHOMEBOOK. Den Grund liefert er gleich mit: „Dadurch sollen Netztechniker geschützt werden, die im öffentlichen Stromnetz arbeiten.“

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Eine zusätzliche Notstromlösung ist wichtig

Ohne eine entsprechende Notstromlösung bleibt das Haus oder die Wohnung trotz des Sonnenscheins ohne elektrische Energie. An dieser Stelle ist es zunächst notwendig, zwischen verschiedenen Begriffen im Zusammenhang mit einer Notstromversorgung zu unterscheiden.

  • Basis-Notstrom: Am Wechselrichter, also dem Gerät, das die Sonnenenergie in nutzbaren Strom umwandelt, oder am Speicher befindet sich eine eigene Steckdose. Fällt das Netz aus, können hier kleinere Geräte manuell eingesteckt werden. Nachteil: Das Hauslicht bleibt aus, die Heizung läuft nicht weiter. Es ist eine reine „Notlösung“ für Kleingeräte.
  • Ersatzstrom: Hierbei wird bei Ausfall des öffentlichen Stromnetzes das komplette Haus über ein internes Speichernetz weiter versorgt. Eine automatische Umschalteinrichtung trennt das Haus vom Netz. So kann der Speicher die interne Versorgung übernehmen.
  • Inselbetrieb: Ein echtes Inselsystem ist gar nicht erst an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Die Fachwelt spricht von Off-Grid. Ein solches System ist in Deutschland bei Wohnhäusern selten, denn eine hundertprozentige Versorgung im Winter erfordert Speicher und PV-Flächen, die den üblichen Rahmen deutlich überschreiten.

„Für den privaten Haushalt reicht ein System mit Basis-Notstrom in der Regel aus, um die wichtigsten Funktionen aufrechtzuerhalten“, weiß der Pressesprecher vom Bundesverband des Solarhandwerks. Gekoppelt mit einer zusätzlichen Speicherlösung ist ein Haushalt mehr als abgesichert, wenn der Strom aus dem öffentlichen Netz einmal nicht fließt. Deutschland verfügt über eines der verlässlichsten Stromnetze im internationalen Vergleich. Ausfälle dauern daher meist nur wenige Minuten.

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Solare Nachladefunktion mitdenken

Damit ein solches System im Zweifel auch intern funktioniert, sind ein paar technische Voraussetzungen an der PV-Anlage zu beachten. „Wichtig ist eine Umschalteinrichtung, die das Haus bei einem Stromausfall sicher vom öffentlichen Netz trennt. Nur so kann verhindert werden, dass Strom unkontrolliert ins Netz eingespeist wird.“

Lucas Flügel vom Bundesverband des Solarhandwerks empfiehlt zudem ein System, welches in der Lage ist, den Stromspeicher auch während eines Stromausfalls weiterhin über die Photovoltaikanlage nachladen zu können. Sollte es dann ausnahmsweise zu längeren Ausfällen kommen, bleibt man deutlich unabhängiger, solange die Sonne scheint.

Flügel gibt einen zusätzlichen Tipp: „Bei der Planung eines solchen Systems sollte der Stromspeicher mit Notstromfunktion über eine solare Nachladung verfügen. So kann der Speicher über die PV-Anlage bei Sonneneinstrahlung wieder aufladen.“

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Meist reicht der herkömmliche Speicher

Wer solch ein System besitzt, braucht sich über die Dauer des Stromausfalls keine Gedanken mehr zu machen. Doch auch herkömmliche PV-Anlagen kommen bei Stromausfall eine gewisse Zeit ohne externe Stromzufuhr aus, rechnet der Pressesprecher vom Bundesverband des Solarhandwerks vor: „Die Überbrückungszeit eines Hausspeichers liegt bei einem üblichen Modell von 10 Kilowattstunden und sparsamer Nutzung typischerweise zwischen 24 und 48 Stunden. Eine vierköpfige Familie verbraucht im Schnitt 13 Kilowattstunden am Tag.“ Daher sollte der Stromverbrauch während der Ausfallzeit auf wesentliche Einrichtungen wie Kühlschrank und Licht reduziert werden.

In Zeiten mit ständig steigenden Energiepreisen, schwenken viele private Haushalte auf Sonnenenergie um. In jedem Fall sollte vor der Installation ein Fachbetrieb konsultiert werden. Dieser kann ganz genau ausrechnen, was eine solche Anlage kostet. Zudem lässt sich so ein System von der Größe und der notwendigen Technik optimal an die eigenen Bedürfnisse anpassen. So laufen die Kosten nicht aus dem Ruder und die interne Stromversorgung funktioniert auch dann noch, wenn dem öffentlichen Netz einmal kurzzeitig die Puste ausgeht.

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