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Wissenswertes und Tipps

Igel im Garten? Das sollten Sie tun

Igel sind regelmäßige Besucher, manchmal auch Bewohner unserer Gärten. Im Herbst suchen sie Unterschlupf für den Winterschlaf. myHOMEBOOK verrät, welche Möglichkeiten es gibt, um den eigenen Garten mit einfachen Mitteln möglichst igelfreundlich zu gestalten – und was Sie sonst noch über das süße Tier wissen sollten.

Igel zählen zu den beliebtesten Tieren im Garten. Vor allem in der Dämmerung oder in der Nacht schleichen sich die insektenfressenden Winterschläfer auf der Suche nach Nahrung durch unsere Gärten. Im Herbst begeben sie sich auf die Suche nach einem Quartier für den Winter halten dann bis Anfang April ihren Winterschlaf. Doch oft ist es für die scheuen Tierchen nicht gerade einfach, ein geeignetes Plätzchen zu finden. Denn häufig zerstören Gartenbesitzer wichtige Lebensräume der Igel, ohne es zu bemerken.

Wissenswertes rund um den Igel

Ausgewachsene Igel sind circa 24 bis 28 Zentimeter lang und wiegen etwa 800 bis 1.500 Gramm. Männchen sind meist etwas schwerer als Weibchen. Bei Gefahr oder Berührung rollen sich die Tiere ein und richten Ihre Stacheln auf. Was Sie rund um den Igel außerdem wissen sollten:

  • Wie viele Stacheln hat ein Igel? 
    Ausgewachsene Igel haben rund 6000 bis 8000 Stacheln.
  • Wie alt werden Igel? 
    Igel werden bis zu sieben Jahre alt. Da die Sterblichkeit der Jungtiere, auch aufgrund von menschengemachter Gefahren, allerdings relativ hoch ist, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Igeln bei etwa drei bis vier Jahren.
  • Wie pflanzen Igel sich fort? 
    Igel paaren sich zwischen Mai und August. Nach etwa 35 Tagen Tragzeit gebären Igel-Weibchen bis zu vier Jungen – die meisten kommen im August und September zur Welt. Das Igel-Männchen spielt bei der Aufzucht der Jungen keine Rolle. Nach etwa sechs Wochen sind die kleinen Igel allein lebensfähig und bereit für ihren ersten Winterschlaf.
  • Welche Geräusche macht ein Igel? 
    Igel fauchen, tuckern oder puffen – bei Gefahr ist auch ein lautes Kreischen zu hören. Zur Verständigung bzw. Nahrungssuche verwenden Igel aber vor allem ihren hervorragenden Geruchssinn und das zusätzliche Jacobsonsche Organ, bei dem beim Erkunden unbekannter Stoffe ein schaumiger Speichel entsteht.
  • Was frisst ein Igel? 
    Igel fressen vor allem Insekten und Käfer, zum Beispiel Laufkäfer, Larven von Schmetterlingen, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen. Obst und Gemüse fressen sie nicht.
  • Wie sieht Igelkot aus? 
    Igel hinterlassen dunkelbraune bis schwarze Würste von etwa drei bis sechs Zentimetern Länge.
  • Wann halten Igel Winterschlaf? 
    Igel gehen, je nach Witterung, bereits ab Anfang Oktober in den Winterschlaf. Zuerst suchen sich die Männchen einen sicheren Unterschlupf für etwa fünf bis sechs Monate. Die Weibchen erst, wenn sie sich ein ausreichend großes Fettpolster nach der Jungenaufzucht zugelegt haben. Zuletzt gehen die jungen Igel in den Winterschlaf. Dabei sinkt die Körpertemperatur sowie der Herzschlag, die Atemfrequenz und weitere Werte der inneren Organe.

So fühlen sich die Tiere im Garten am wohlsten

Von englischem Rasen, exotischen Gehölzen und kleinmaschigen Zäunen sollten Sie hingegen ebenso absehen wie von der Verwendung mineralischer Dünger und chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Das perfekte Schlupfloch basiert auf natürlichen Materialien und besteht aus einem Haufen Totholz, etwas Reisig und Laub. Einen dauerhaften Zufluchtsort, der sich auch wunderbar zum Nisten eignet, bieten Sie den kleinen Tierchen, wenn Sie den Reisighaufen zusätzlich mit einer Basis aus Feldsteinen versehen. Natürlich kann auch der hauseigene Komposthaufen mit seinen vielen Schlupfwinkeln als Winterquartier oder Nistmöglichkeit herhalten. Ebenso freuen sich Igel über Baumstümpfe, hohle Bäume oder leer stehende Hasenbauten. Alternativ können Sie natürlich auch ein klassisches Igelhäuschen aus Holz oder eine aus Holzbeton gefertigte Igelkuppel oder -burg aufstellen. Mit Laub gefüllt schaffen Sie so ein weiteres Rückzugsgebiet. Stellen Sie zudem flache Schalen mit Frischwasser auf, falls Sie keinen Gartenteich haben.

Gefahren für Igel erkennen und vermeiden

Igel stehen zwar auf dem Speiseplan einiger Wildtiere, allerdings ist der Mensch eine deutlich größere Gefahrenquelle für den Igel. Worauf Sie darum achten sollten:

  1. Fahren Sie in der Dämmerung und nachts besonders aufmerksam durch grüne Siedlungsbereiche, um Igel auf der Straße rechtzeitig zu erkennen.
  2. Seien Sie vorsichtig beim Gebrauch von Gartengeräten! Durch das Rasenmähen vernichten Sie nicht nur etwaigen Lebensraum, sondern können Igel auch verletzen oder töten. Auch beim Umsetzen von Laubhaufen mit einer Mistgabel oder der Benutzung eines Laubsaugers sollten Sie vorsichtig sein.
  3. Maschendraht- und Elektrozäune in Bodennähe können tödliche Fallen für Igel sein. Auch in herabhängenden Vogelnetzen, Schnüren und Folien können Igel sich leicht verfangen.
  4. Minimieren Sie die Absturzgefahr für Igel an Kellertreppen, Schächten und Gartenteichen. Zusätzliche Stufen oder ein quergelegtes Brett können lebensrettende Hilfsmittel an Gefahrenstellen sein.
  5. Behalten Sie Ihren Hund im Auge! Viele jagen nicht nur aktive Igel, sondern graben diese auch aus Ihrem Winterschlafquartier aus.
  6. Lassen Sie keine Dosen und Müllsäcke im Garten liegen, da sich die Tiere dort sonst verfangen können oder mit der Müllabfuhr abtransportiert werden.

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Igel gefunden: Was tun?

Gerade im Herbst finden viele Menschen einen Igel im Garten oder am Straßenrand. Eine der wichtigsten Fragen ist dann: Sollte ich dem Igel helfen oder ihn dem Lauf der Natur überlassen? Grundsätzlich gilt, dass nur verletzten oder kranken Tieren sowie Jungtieren und Igeln, die bei Dauerfrost und Schnee noch unterwegs sind, geholfen werden sollte. Finden Sie einen warmen und geschützten Platz für den gefundenen Igel und setzen Sie sich ggf. mit einem Tierarzt oder einer Igelauffangstation in Verbindung. Beim Füttern kommt es auf eine ausgewogene Ernährung an. Als Igelfutter eignet sich Katzen- oder Hundefutter, Eier, gekochtes Geflügel- oder Hackfleisch. Zusätzlich können Sie Weizenkleie oder Haferflocken geben. Außerdem gibt es spezielles Igeltrockenfutter.