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Alternative im Winter

Kann man normales Salz zum Streuen verwenden?

Ist übliches Speisesalz eine Alternative zu Streusalz, wenn es draußen glatt ist?
Ist übliches Speisesalz eine Alternative zu Streusalz, wenn es draußen glatt ist? Foto: Getty Images / Synergee
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Felix Mildner
Redaktionsleiter

2. Februar 2026, 17:04 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Der Frost hält an, Gehwege bleiben spiegelglatt – und in manchen Städten ist Streusalz plötzlich zeitweise wieder erlaubt. Doch was tun, wenn die Säcke im Baumarkt ausverkauft sind? Darf dann einfach das Salz aus der Küche herhalten – oder ist davon dringend abzuraten?

Städte lockern Streusalz-Verbot

Angesichts der aktuellen Witterung haben mehrere Kommunen ihre bislang strengen Regeln gelockert. In Berlin ist das Streuen von Salz auf Gehwegen vorübergehend erlaubt. Die Allgemeinverfügung gilt sowohl für die Berliner Stadtreinigung als auch für Anlieger, die zum Winterdienst verpflichtet sind. Die Regelung läuft bis zum 14. Februar 2026.

Auch Hamburg hat mit einer entsprechenden Verfügung reagiert. Dort hat die Verkehrsbehörde die Nutzung von Streusalz auf Geh- und Radwegen ebenfalls temporär freigegeben. Die Ausnahme gilt ausdrücklich auch für Privathaushalte mit Räum- und Streupflicht und endet am 13. Februar 2026. Hintergrund sind anhaltender Dauerfrost und festgefahrene Schneeschichten, gegen die Sand oder Splitt kaum noch Wirkung zeigen. Neben Hamburg und Berlin kann das Verbot auch in weiteren Städten gelockert werden.

Warum Streusalz umstritten ist

Die erneute Freigabe sorgt auch für Kritik. Streusalz wirkt schnell gegen Eisglätte, bringt aber erhebliche Nebenwirkungen mit sich. Es kann Straßenbeläge, Beton und Fahrzeuglacke angreifen. Zudem belastet es Böden und Grundwasser. Umweltverbände warnen seit Jahren vor Schäden an Bäumen, Pflanzen und Tieren, wenn große Mengen Tausalz eingesetzt werden. Deshalb ist Streusalz in der Regel auch verboten.

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Die Unterschiede zwischen Streu- und Speisesalz

Da Streusalz laut Medienberichten in einigen Baumärkten bereits knapp wird, stellt sich für viele die Frage: Lässt sich normales Speisesalz als Ersatz verwenden, um Gehwege sicher zu machen?

Chemisch gesehen sind sich beide Produkte sehr ähnlich. Streusalz besteht überwiegend aus Natriumchlorid, also dem gleichen Stoff wie Speisesalz. Der Anteil liegt je nach Produkt bei mehr als 95 Prozent, wie das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft in einem Merkblatt erläutert.

Zusätzlich enthält Streusalz jedoch weitere Bestandteile wie Calciumsulfat sowie Rieselhilfen, Antibackmittel oder Farbstoffe. Diese Zusätze verhindern das Verklumpen und sorgen für eine gleichmäßige Verteilung. Gleichzeitig machen sie das Produkt ungenießbar.

Auch interessant: Welche Alternativen zu Streusalz wirklich sinnvoll sind

Ist Speisesalz zum Streuen geeignet?

„Speisesalz kann im Notfall auch zum Streuen verwendet werden“, erklärt ein Sprecher des Verbands kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) auf myHOMEBOOK-Anfrage. „Es ist dafür aber nicht vorgesehen, weil es teurer, feiner und in der Anwendung weniger effizient ist.“

Das Streuen mit Speisesalz kann schnell teuer werden: Die Mengen, die zum Auftauen von Gehwegen nötig sind, übersteigen das übliche Haushaltsmaß deutlich. Zum Vergleich: Während Streusalz je nach Gebinde meist zwischen 20 und 80 Cent pro Kilogramm kostet, sind es bei handelsüblichem Speisesalz häufig rund 1 bis 2 Euro für die gleiche Menge. Ein finanzieller Vorteil ergibt sich dadurch also nicht.

Unabhängig davon gilt: Salz entfaltet seine Wirkung nur, wenn Eis oder Schnee nicht vollkommen trocken sind. Bei starkem Frost ohne Feuchtigkeit stößt auch Streusalz an seine Grenzen. Bei Dauerfrost empfiehlt der VKU-Sprecher: „Nicht nur streuen, das Eis muss aufgebrochen, die Eisstücke entfernt werden. Anschließend dann Sand, Splitt oder Granulat gleichmäßig streuen.“

Felix Mildner
Redaktionsleiter

Am besten vor Ort über Regelungen informieren

„Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vor dem Streuen einen Blick in die kommunale Satzung werfen. Dort ist genau geregelt, wann und wo Streusalz eingesetzt werden darf – meist nur bei besonders hartnäckiger Glätte. Ist der Einsatz von Streusalz an einem Ort verboten, gilt dieses Verbot auch für Speisesalz.“

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