9. Dezember 2025, 13:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Viele nutzen im Winter Streusalz, um Schnee und Eis ohne großen Kraftaufwand zu beseitigen. Was viele nicht wissen: Für Privatpersonen ist diese Praxis in vielen Gemeinden verboten. Trotzdem sind Eigentümer verpflichtet, Wege sicher und rutschfrei zu halten. myHOMEBOOK zeigt deshalb umweltfreundliche Alternativen, mit denen man die Rutschgefahr auf Gehwegen und dem eigenen Grundstück reduzieren kann.
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Übersicht
Darf ich im Winter Streusalz verwenden?
Bei Schnee und Eis ist Streusalz eine beliebte Methode, um rutschige Flächen zu verhindern, etwa in der Einfahrt oder auf Gehwegen. Allerdings verbieten die meisten Gemeinden und Städte den Gebrauch für Privatpersonen, wie das Umweltbundesamt informiert.
So ist der Einsatz in den Städten Hamburg, München und Berlin komplett untersagt. Auch in Nordrhein-Westfalen gilt das Verbot in einigen Städten. Eine einheitliche Regelung der Länder oder des Bundes gibt es nicht. Wer nicht weiß, ob in seiner Stadt Streusalz für Privatpersonen verboten ist, sollte bei der örtlichen Gemeindeverwaltung nachfragen.
Ausnahmen können hartnäckige Vereisungen, Blitzeis oder Eisregen darstellen. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro rechnen.
Darum ist Streusalz verboten
Der Grund für das Verbot liegt vermutlich in einer falschen und übermäßigen Anwendung: Für einen wirkungsvollen Einsatz braucht das Salz die richtige Konsistenz, Temperatur und auch Streutechnik. Zusätzlich greifen Privatpersonen zu schnell zum Streusalz und verwenden oft zu viel. Obwohl es zu einem großen Teil aus Natriumchlorid, also Kochsalz, besteht und damit weitestgehend ungiftig ist, schaden große Mengen der Umwelt.
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Mit dem geschmolzenen Schnee gelangt das Salz in den Erdboden und so in das Grundwasser. Das kann verschiedene Folgen mit sich führen. Pflanzenwurzeln verkümmern durch das Salz. Dadurch wird die Nährstoff- und Wasseraufnahme beeinträchtigt. Bei Bäumen kann das ziemlich gefährlich werden. Durch das Absterben der Wurzel können Bäume sogar umstürzen. Zusätzlich gefährdet es das Ökosystem von Flüssen und Seen. Auch für Tierpfoten ist das Salz schädlich.
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Hinweis: Auch andere Auftaumittel und salzhaltige Lösungen, zum Beispiel Gurkenwasser, sind für Privatpersonen vielerorts untersagt.
Welche Alternativen zu Streusalz wirklich sinnvoll sind
Wie oft man bei Glatteis streuen muss
Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz
Als Alternativen stehen sogenannte abstumpfende Streumittel zur Verfügung. Das sind:
- Sand
- Granulat
- Asche
- Kalkstein
- Ton
Während Streusalz die Aufgabe hat, den Schnee zu schmelzen, sorgen die „abstumpfenden“ Mittel lediglich für mehr Halt auf den rutschigen Flächen. Sand, Asche und Co. lösen das Eis also nicht auf. Dafür sind sie umweltfreundlich. Der Beweis ist das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“, das man auf der Verpackung findet. Der Vorteil dieser Methoden ist, dass die Mittel wieder zusammengefegt und erneut verwendet werden können.
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Eignet sich Kiessplitt als Alternative zu Streusalz?
Auch Kiessplitt stellt eine Alternative zu Streusalz dar. Die Steinchen reduzieren die Rutschgefahr auf vereisten Flächen. Jedoch kann der Splitt bei häufigem Wetterwechsel seine Wirkung verlieren. Umweltfreundlich ist diese Methode leider auch nicht. Kiessplitt ist oft mit Schwermetall belastet. Zusätzlich verschmutzt der Gummiabrieb von Autoreifen die Bruchsteine. Damit wird Splitt als Sondermüll eingestuft, welcher in der Entsorgung sehr kostspielig ist.

