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Schimmel und Rohrbrüche drohen

Raumtemperatur senken – worauf man unbedingt achten sollte

Heizung wird heruntergedreht, um Kosten zu senken
Wer die Raumtemperatur in seiner Wohnung senkt, kann Geld sparen – man sollte aber nicht übertreibenFoto: Getty Images

Dieser Winter steht ganz im Zeichen des Energiesparens. Unter anderem soll dafür die Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden gesenkt werden. Wie sinnvoll das auch für private Haushalte ist und welche Auswirkungen niedrige Raumtemperaturen haben können, lesen Sie hier.

Um in der kommenden Heizperiode deutlich mehr Gas einzusparen, hat die Bundesregierung einen Energiesparplan aufgestellt. Dieser sieht unter anderem eine Höchsttemperatur in öffentlichen Gebäuden von maximal 19 Grad vor. In Mietwohnungen gilt zudem keine Mindesttemperatur mehr, heißt Mieter dürfen weniger heizen, um so Energie und Kosten zu sparen. Aber wie weit sollte man die Raumtemperatur in der Wohnung herunterregeln und welche Konsequenzen können zu niedrige Temperaturen im schlimmsten Fall haben? myHOMEBOOK hat nachgefragt.

Sollten auch private Haushalte die Raumtemperatur senken?

Die Energiekosten explodieren, viele Menschen versuchen sich schon jetzt etwas Geld zurückzulegen, um bei der Nebenkostenabrechnung keine böse Überraschung zu erleben. Aber auch schon während des Winters kann man versuchen, die Kosten zu senken – und zwar indem man, ähnlich wie in den öffentlichen Gebäuden, die Raumtemperatur senkt. Allerdings ist das für private Haushalte keine Vorgabe im Energiesparplan der Bundesregierung, sondern freiwillig.

Wichtig ist allerdings dabei, dass man es nicht übertreibt. Die Temperatur sollte laut Umweltbundesamt nicht unter 15 Grad liegen. „Viele heizen Ihre Räume deutlich über 20 Grad auf. Da würde es schon helfen, den Heizkörperthermostaten auf „3“ (= 20 Grad) zu drehen. Unterhalb von 20 Grad wird es dann sehr schnell ungemütlich, wenn man sich nicht körperlich betätigt“, erklärt Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) gegenüber myHOMEBOOK.

Übrigens: Der Energiesparplan der Bundesregierung sieht seit September eine Aussetzung der Klauseln in Mietverträgen vor, in denen Mieter verpflichtet werden, durch Heizen eine bestimmte Mindesttemperatur in den gemieteten Räumen sicherzustellen. Heißt Mieter können jetzt weniger heizen, um Geld und Energie zu sparen. Sie bleiben allerdings dazu verpflichtet, durch angemessenes Heiz- und Lüftverhalten Schäden an der Mietsache vorzubeugen.

Vorsicht vor Schimmel und Rohrbrüchen

Mehr Decken, mehr Kleidung und ein paar warme Kerzen – schon lassen sich kühlere Wohnräume besser aushalten. Aber Vorsicht! Wer seine vier Wände zu kalt werden lässt, der riskiert Schimmel und Rohrbrüche. „Neben der Raumluft kühlen die Wände aus. Das ist nicht nur ungemütlich, sondern vergrößert das Risiko, dass die feuchte Luft an der Wand kondensiert“, erklärt Wagnitz. „Je kälter die Räume sind, desto mehr muss ich auf ausreichende Lüftung achten. Sonst besteht Schimmelgefahr. Am besten Stoßlüftung. Ein Feuchtemesser oder eine Lüftungsampel helfen dabei“. Rohrbrüche sind dagegen bei den derzeitigen Temperaturen nicht zu befürchten. Bei Minusgraden kann es aber bei nicht-isolierten Rohren gefährlich werden.

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt zudem, die Wohnung gleichmäßig zu heizen. Demnach ist es besser, überall die Temperaturen auf 19 Grad einzustellen, als einzelne Räume auf 21 Grad und die übrigen gar nicht zu beheizen.

Auch interessant: Wie oft muss ich bei Frost lüften, um Schimmel zu vermeiden?

Wie viel Geld man bei geringeren Raumtemperaturen wirklich sparen kann

Ob und wie sehr man die Raumtemperatur in der eigenen Wohnung senkt, hängt vom persönlichen Empfinden ab. Fakt ist aber: Mit jedem Grad lassen sich die Heizkosten senken. „Als Faustformel spart man je abgesenktem Grad 6 Prozent Energie bzw. die damit verbundenen Energiekosten ein. Das setzt voraus, dass diese Absenkung während der kompletten Heizperiode tags und nachts im Vergleich zum Vorjahr durchgeführt wird“, so Wagnitz vom ZVSHK.

Wer also in diesem Winter seine Räume nicht auf 24, sondern nur auf 20 Grad heizt, der kann sich nur mit diesen vier Grad Unterschied schon knapp ein Viertel der Heizkosten sparen. Übertreiben sollte man aber auch in diesem Fall nicht – auch, wenn man tagsüber nicht zuhause ist, sollte man die Heizung nicht ganz abschalten, da die Räume sonst komplett auskühlen. Schaltet man die Heizung dann wieder ein, verbraucht das Hochheizen dann wiederum viel Energie.

Wer sich entscheidet, die Heizung über Nacht etwas herunterzudrehen, der sollte es dann aber bei einer einmaligen Absenkung über sechs bis acht Stunden belassen. „Wenn man tagsüber während der Arbeitszeit zusätzlich absenkt, werden häufig die Räume nicht mehr warm“, so Wagnitz.

Tipp für Mieter: „Man sollte die Thermostatköpfe in allen Räumen schon vor der Heizperiode einstellen (zum Beispiel „3“). Wenn der Heizkörper schon am Beginn der Heizperiode heiß und nicht nur lauwarm wird, sollte man den Vermieter bitten, die Heizkurve anzupassen“, rät Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima.

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