2. Oktober 2025, 14:11 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Sobald die Temperaturen im Herbst sinken, startet die Heizperiode. Vielen ist jedoch nicht klar, welche Einstellungen sie am Thermostat ihres Heizkörpers tatsächlich vornehmen. Die Ziffern und Symbole haben eine eindeutige Bedeutung – myHOMEBOOK zeigt, was dahintersteckt.
Was passiert eigentlich, wenn man das Thermostat am Heizkörper auf die höchste Stufe dreht? Heißt das, dass der Raum schneller warm wird? Tatsächlich ist dies ein häufiges Missverständnis. Die Zahlen auf dem Thermostat stehen nämlich nicht für die Heizstärke, sondern für bestimmte Temperaturbereiche.
Die Bedeutung der Zahlen auf dem Thermostat
Eine höhere Zahl auf dem Thermostat steht für mehr Wärme. Und zwar für einen ganz bestimmten Wert. „Diese Zahlenskala dient zur Orientierung“, erklärt Stefanie Bresgott von der VdZ – Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e.V. auf Anfrage von myHOMEBOOK. „Die meisten Heizkörperthermostate sind so eingestellt, dass bei optimalen Umständen auf Stufe Drei eine Temperatur von 20 Grad erreicht wird.“
„Jede weitere Stufe mehr erhöht die Raumtemperatur um drei bis vier Grad“, sagt Bresgott. Dreht man den Regler demnach auf die höchste – also die fünfte Stufe – wärmt sich der Raum auf kuschelige 26 bis 28 Grad Celsius auf. Es wird also nicht schneller warm in der Wohnung, wenn man eine hohe Stufe einstellt – es wird wärmer.
Was bedeuten Sonne und Schneeflocke?
Neben den Zahlen befinden sich oft auch noch zwei Symbole auf dem Thermostat: Eine Sonne und eine Schneeflocke. „Das Symbol Sonne markiert eine Grundeinstellung bei circa 20 Grad“, meint Bresgott. „Das entspricht der Thermostateinstellung Drei“.
Die Schneeflocke stellt dagegen eine Frostschutzfunktion dar. Hier liegt die Temperatur bei rund sechs Grad Celsius. „Wenn Bewohner in der kalten Jahreszeit abwesend sind, wird so sichergestellt, dass die Räume nicht übermäßig auskühlen und Frostschäden vermieden werden“, so Bresgott.
Zahlen und Symbole auf dem Thermostat und ihre Bedeutung
Geht man von einem Temperaturunterschied von vier Grad Celsius zwischen den Zahlen aus, ergibt sich folgende Übersicht:
- Schneeflocke: 5 bis 7 Grad Celsius
- 1. Stufe: 12 Grad Celsius
- 2. Stufe: 16 Grad Celsius
- 3. Stufe: 20 Grad Celsius
- 4. Stufe: 24 Grad Celsius
- 5. Stufe: 28 Grad Celsius
Zwischen den Zahlen auf dem Thermostat befinden sich in der Regel drei Striche. Diese stehen jeweils für einen Temperaturunterschied von einem Grad.
Warum steht keine Temperatur auf dem Thermostat?
Man fragt sich dabei natürlich, warum die Hersteller nicht gleich die entsprechende Raumtemperatur auf den Thermostat schreiben. Tatsächlich kann die eingestellte aber auch von der wirklichen Temperatur abweiche. Wenn etwa der Heizkörper unter einem Vorhang oder einer Fensterbank steht, ist es etwas kühler als eingestellt.
Da die Hersteller das nicht beeinflussen können, befinden sich keine konkreten Angaben auf dem Thermostat. „In Ihrem Schlafzimmer liegt die optimale Raumtemperatur bei 18 Grad“, rät Bresgott. Im Wohnzimmer liegt sie zwischen 20 und 22 Grad.
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Die Heizung richtig auf den Winter vorbereiten
Was es bringt, das Thermostat voll aufzudrehen
Viele Thermostate sind veraltet
„In vielen Wohnungen sind noch veraltete Thermostate am Werk“, weiß Bresgott. Diese lassen sich oft nur schwer und ungenau einstellen. „Wenn Sie an Heizkörpern Thermostate wechseln lassen, können Sie mit neuen, modernen Thermostaten bis zu sieben Prozent der Heizkosten einsparen“, empfiehlt die Expertin. Ändert man zudem noch das Nutzungsverhalten, lässt sich damit sogar noch mehr einsparen.
Einfache Thermostate gibt es bereits für rund 10 Euro im Handel. Es kann sich aber auch lohnen, direkt auf smarte Thermostate umzusteigen. Hier finden Sie die Testsieger bei Stiftung Warentest.
Die Heizung richtig auf den Winter vorbereiten
Im Frühherbst sollte man die Heizung auf die kalte Jahreszeit einstellen. Falls die Heizung nicht warm wird, befindet sich wahrscheinlich Luft im System. Hier erfahren Sie, wie man die Heizung in fünf Schritten selbst entlüftet.
Einige Maßnahmen sollten dabei allerdings Profis übernehmen. Dazu zählt auch der hydraulische Abgleich, „damit alle Räume gleichmäßig warm werden“, wie Expertin Bresgott erklärt. „Manchmal hilft entlüften, aber wenn es nicht besser wird, ist der hydraulische Abgleich absolut ratsam.“ In dieser Übersicht erfahren Sie, welche Punkte man beim Vorbereiten der Heizung auf den Winter kennen sollte.