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Kalte Jahreszeit beginnt

Heizung bleibt kalt? Was Mieter tun müssen

Was tun, wenn die Heizung kalt bleibt und nicht angeht?
Nach der Sommerpause kann es passieren, dass Heizungen nicht mehr richtig funktionierenFoto: Getty Images

Mit Beginn der Herbstzeit werden langsam die Heizungen wieder in Betrieb genommen. Nach der langen Sommerpause kann es durchaus passieren, dass sie nicht mehr heiß werden. Eine Expertin gibt Ratschläge, wie sich Mieter verhalten müssen.

Wenn die Temperaturen draußen sinken, muss man in Haus und Wohnung nachhelfen. Die Heizung kommt wieder zum Einsatz – sofern sie noch richtig funktioniert, denn manchmal bleibt sie nach längerer Ruhephase einfach kalt. Michaela Rassat, Juristin der ERGO Rechtschutz Leistungs-GmbH, weiß, was Mieter dann tun müssen.

Was tun, wenn die Heizung kalt bleibt?

Bleibt die Heizung kalt, sollte man sich zuerst an seinen Vermieter wenden und ihn dazu auffordern, den Mangel zu beheben. Am besten setzt man gleich eine angemessene Frist – im Winter sind das wenige Werktage.

Kümmert er sich nicht in der angegebenen Zeitspanne um die Heizung, können Mieter ab dem ersten Tag rückwirkend ihre Miete mindern. Die Höhe der Mietminderung richtet sich dabei nach dem eingeschränkten, vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung. „Wer sich absichern möchte, kann seine Miete auch erst einmal unter Vorbehalt zahlen. Dies sollte der Mieter aber bereits in der Mängelanzeige schriftlich ankündigen“, rät die Juristin. Sofern sich der Vermieter nach einigen Monaten nicht bereit erklärt, den unter Vorbehalt gezahlten Anteil der Miete zu erstatten, kann der Mieter besagten Betrag einklagen.

Auch interessant: Vor Inbetriebnahme Heizungen durchchecken lassen

Hinweis: Bevor man sich für eine Mietkürzung entscheidet, sollte man sich mit einem Anwalt für Mietrecht beraten. Fällt die Mietminderung zu hoch aus oder ist grundlos, kann dem Mieter die Kündigung drohen. Bleibt die Heizung kalt, sollten Mieter außerdem sowohl die Außentemperatur als auch die Temperatur in dem entsprechenden Raum messen und zusammen mit dem Zeitraum protokollieren.

Ab wann müssen Heizungen wieder funktionieren?

In der Regel ist in den Mietverträgen eine Heizperiode vom 1. Oktober bis zum 30. April angegeben. Eine gesetzliche Vorgabe gibt es aber nicht. Während dieser Zeitspanne muss eine ausreichende Temperatur in Mietwohnungen sichergestellt sein.

Ausnahmen gelten, wenn es beispielsweise früher zu einem Kälteeinbruch kommt. Bleibt die Heizung in diesem Fall kalt, gelten strengere Voraussetzungen für eine Mietminderung. Die Höhe der Minderung ist abhängig davon, welche Temperaturen herrschen und wie lange die Kälte anhält. Fällt die Zimmertemperatur zum Beispiel auf unter 16 Grad, muss die Heizanlage sofort in Betrieb genommen werden (LG Kassel, WM 64, 71).

Welche Temperaturen müssen in der Wohnung herrschen?

  • Wohnräume: mindestens 20 Grad
  • Badezimmer: mindestens zwischen 21 und 23 Grad
  • Zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens in Wohnräumen: 17 bis 18 Grad