Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Ökobilanz

Ist weißes Recyclingpapier eigentlich nachhaltig?

Recyclingpapier
Recyclingpapier ist nicht immer braun, mittlerweile gibt es auch weiße Einkaufstüten. Aber sind sie wirklich umweltfreundlicher?Foto: Getty Images

Klimaschutz beginnt im Alltag – zum Beispiel mit dem Papier, das wir verwenden. Recyclingpapier spart Holz, Energie, Wasser und Chemikalien ein. Für weißes Öko-Papier gilt das aber nur bedingt.

Leben Sie auch noch mit dem Glauben, dass nachhaltiges Recyclingpapier grau-braun sein muss? Das ist längst nicht mehr der Fall. Doch gut ist das weiße Öko-Papier deswegen noch lange nicht. Aus ökologischer Sicht sollten Druck-, Schreib- und Zeichenpapiere nur so weiß wie nötig sein, heißt es vom Umweltbundesamt (UBA). Denn ein höherer Weißgrad wird mit aufwendigeren Aufbereitungsschritten der recycelten Papierfasern erreicht, etwa dem Bleichen. Bei dieser zusätzlichen Verarbeitung gehen mehr Fasern verloren. Außerdem lassen sich für sehr weiße Recyclingpapiere auch nur sehr weiße Altpapiersorten nutzen.

„Blauer Engel“ kennzeichnet nachhaltigere Alternativen

Recyclingpapiere, die eine gute Gebrauchstauglichkeit und Optik sowie eine lange Haltbarkeit bieten, erkennt man am „Blauen Engel“. Das Zeichen weist auch darauf hin, dass zu mindestens 65 Prozent die sogenannten unteren, mittleren und krafthaltigen Sorten von Altpapier genutzt wurden – also nicht nur die sehr weißen Sorten. Der „Blaue Engel“ wird vom Umweltbundesamt an Recyclingpapiere vergeben. Sie dürfen zudem nicht mit einer Reihe von Chemikalien in Verbindung kommen.

Die Verbraucher Initiative schreibt über dieses Zeichen: „Es handelt sich um ein anspruchsvolles Label, das wesentlich zur ökologischen Verbesserung bei Papierprodukten beiträgt.“ Die Hersteller müssen Prüfberichte unabhängiger Labore vorlegen, was das Label glaubwürdig mache.

Auch interessant: Darf man Backpapier im Altpapier entsorgen?

Umweltbundesamt rät von sehr weißem Recyclingpapier ab

Allerdings: Diese Papiere haben eben den typischen eher grauen oder gelblichen Weißton. Wobei der zugelassene Weiß-Höchstwert von 100 schon recht weiß ist (nach ISO 2470).

Aber das Umweltbundesamt rät selbst von Papier mit diesem Höchstwert ab, um den Einsatz von unteren und mittleren Altpapiersorten zu fördern. Für Institutionen, die nicht auf hohe Weiße verzichten wollen, seien 80er und 90er Weiße empfehlenswerte Alternativen.

Ein Alternativlabel ist das Zeichen „ FSC Recycled“. Hiermit sind laut Verbraucher Initiative Produkte gekennzeichnet, die immerhin weitestgehend aus recyceltem Holz oder Papier bestehen. Andere Labels wie das EU-Ecolabel oder PEFC müssen nicht verpflichtend Recyclingfasern nutzen. Hier liegt der Fokus zum Beispiel auf dem Vermeiden von illegal geschlagenem Holz oder auf nachhaltiger Forstwirtschaft.

Auch interessant: Studie verrät, wo Menschen in Europa am nachhaltigsten wohnen

Recyclingpapier braucht nur halb so viel Energie

Welche Vorteile hat Recyclingpapier eigentlich? Es bedient sich bereits genutzter, aufbereiteter Rohstoffe – und das spart Ressourcen wie Holz. Aber auch eine Menge Energie und Wasser: Für die Gewinnung von Recyclingpapier wird laut Umweltbundesamt nur die Hälfte an Energie benötigt und zwischen einem Siebtel bis zu einem Drittel der Wassermenge, die bei Frischfaserpapier eingesetzt wird. Auch die Menge der Treibhausgasemissionen ist reduziert.

Hier lässt sich übrigens noch viel mehr tun als bisher: So liegt laut Umweltbundesamt der Anteil von Recyclingpapier in Büros bei gerade einmal 18 Prozent.

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für