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Nicht nur Kälte

Diese Folgen kann es haben, wenn Sie nicht heizen

Heizung abdrehen
Fährt man in den Urlaub oder schaltet man über seinen Arbeitstag die Heizung aus, kann das Folgen haben Foto: Getty Images

27. Oktober 2026, 6:23 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Je kälter es wird, desto häufiger wird die Heizung aufgedreht. Die meisten wollen es in ihrem Eigenheim gemütlich warm haben. Trotzdem sind natürlich die Heizkosten zu beachten. Ist man verreist, lohnt es sich häufig nicht, weiter zu heizen. Aber was passiert, wenn man die Heizung für längere Zeit außer Betrieb lässt? myHOMEBOOK hat bei Energieberaterin Birgit Holfert von der Verbraucherzentrale nachgefragt.

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Was passiert, wenn man die Heizung auslässt?

Spätestens ab den ersten spürbaren Minusgraden drehen die meisten Mieter ihre Heizung auf. Tatsächlich ist es sogar schädlich für die Wohnung, wenn man die Heizung ganz ausdreht. „Wenn nicht geheizt wird, kann es bei zu hoher Luftfeuchtigkeit zu Feuchtigkeit an den Wänden und nachfolgend gar zu Schimmel kommen”, erklärt Birgit Holfert. Meist taucht der Schimmel an Außenwänden oder der Decke von Wohnungen im obersten Geschoss auf und kann sich zudem auf Möbel ausweiten. Die Expertin erklärt, dass bei niedriger Raumtemperatur dementsprechend die Luftfeuchtigkeit geringer sein müsse, damit Schäden vermieden werden können.

Weitere Gefahren sieht Holfert im Gefrieren der Rohrleitungen beziehungsweise darin, dass das Heizungswasser in den Leitungen erfriert, wenn nicht geheizt wird. Um größere Schäden zu vermeiden, sollte also zumindest die Stufe „Stern“ auf dem Thermostat eingeschaltet bleiben.

Die ideale Temperatur für einen Wohnraum

Birgit Holfert betont, dass es besonders auf das richtige Verhältnis zwischen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ankommt, und erklärt, welche Temperaturen für welchen Raum ideal sind:

  • Für Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer sind 20 bis 22 Grad Raumtemperatur empfohlen, und entsprechend sollten 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit im Raum sein.
  • Im Badezimmer kann bei den empfohlenen 23 Grad Raumtemperatur kurzzeitig bis zu 70 Prozent Luftfeuchtigkeit entstehen.
  • In der Küche sind 18 Grad Raumtemperatur ausreichend, bei 50 bis maximal 60 Prozent Luftfeuchte.
  • Im Schlafzimmer kann bei 16 bis 18 Grad Raumtemperatur eine Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent entstehen.

„Bei höherer Luftfeuchte, einer schlecht gedämmten Fassade und sehr kalten Außentemperaturen kann es passieren, dass die Luftfeuchtigkeit an der Wand oder dem Fenster kondensiert“, erklärt Holfert. Setzt sich die Feuchtigkeit ab, führt dies zu Schimmel. Wichtig ist, dass ausreichend gelüftet wird, damit die Feuchtigkeit aus den Räumen zieht.

Darf der Vermieter eine Mindesttemperatur vorschreiben?

Die Energieberaterin hat bereits erklärt, dass Schimmel entstehen kann, wenn nicht geheizt wird. Darf der Vermieter dem Mieter also vorschreiben, welche Temperatur in der Mietwohnung herrschen muss? Um die Frage beantworten zu können, hat myHOMEBOOK bei der Rechtsanwältin Nicole Mutschke nachgefragt.

Laut Mutschke müssen Mieter ausreichend heizen und lüften, um vermeidbare Schäden durch Schimmel oder Frost zu verhindern. Eine gesetzlich vorgeschriebene Mindesttemperatur gibt es jedoch nicht. Trotzdem können Vermieter Schadensersatz verlangen, wenn durch unzureichendes Lüften Schäden entstehen. Auch wenn Wasserleitungen platzen, können die Mieter dafür verantwortlich gemacht werden. „Das gilt allerdings nur, wenn sie die Frostgefahr erkennen und den Schaden durch ausreichendes Heizen hätten verhindern können“, erklärt die Anwältin. Liegt die Ursache an einer defekten Heizung oder an baulichen Mängeln, ist grundsätzlich der Vermieter verantwortlich.

„Bei schweren oder wiederholten Pflichtverletzungen droht zudem eine Kündigung”, warnt Nicole Mutschke.

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Nur wenig Ersparnis bei den Heizkosten

Möchte man Heizkosten sparen, sollte man trotzdem einige Maßnahmen beachten. Werden diese nicht eingehalten, bringt es eher Nachteile mit sich, die Heizung auszulassen. Laut der Energieberaterin kann man bei längerem Verreisen im Winter durchaus die Thermostate auf eine niedrige Zahl oder auf „Stern” drehen, um langfristige Schäden zu vermeiden. Allerdings kühlt dabei nicht nur die Raumluft ab, sondern auch die Wände der Wohnung und alle Möbel. „Wenn man dann wieder eine angenehme Raumtemperatur von 20 Grad haben möchte, kann es längere Zeit dauern, bis man diese und auch ein angenehmes Raumklima erreicht”, erklärt Birgit Holfert. Um die Wohnung wieder angenehm warm zu bekommen, kann es je nach Wohnungsgröße und Beschaffenheit der Fassade mehrere Stunden und sogar bis hin zu mehreren Tagen dauern.

Tricks, um Heizkosten zu sparen, ohne der Wohnung zu schaden

Um Heizungskosten zu sparen, darf man die Räume nicht überheizen. Die von Birgit Holfert empfohlenen Raumtemperaturen sollte man deshalb möglichst einhalten. Reduziert man die Thermostateinstellung kurzzeitig, beispielsweise zur Arbeitszeit, rät die Energieberaterin, nach Heimkehr nicht auf die volle Stufe aufzudrehen. Der Raum erwärmt sich dabei unbemerkt auf stickige 25 Grad. Deshalb empfiehlt es sich, die Heizung nur auf eine angemessene Thermostateinstellung wie beispielsweise Stufe 3 zu drehen. „Bei Räumen, die nur gering beheizt oder die kaum benutzt werden, sollten Zimmertüren geschlossen bleiben”, erklärt Birgit Holfert. Räume wie Bad, Küche oder Schlafzimmer, in denen bei der Nutzung viel Luftfeuchtigkeit entsteht, sollte man regelmäßig und ausreichend lüften. Die effektivste Methode ist es, das Fenster für eine kurze Zeitspanne vollständig zu öffnen. Kippt man das Fenster über längere Zeit, kühlt der Fenstersturz aus.

Schimmel entsteht meist nicht aufgrund zu niedriger Temperaturen, sondern weil sich zu viel Luftfeuchtigkeit angestaut hat. Birgit Holfert rät letztlich dazu, dass man die Wohnung besonders bei Frostgefahr nicht unter 10 Grad abkühlen lassen sollte. So schützt man das Heizungswasser in den Rohrleitungen und verhindert einen Schimmelbefall an den Wänden.

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