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Warenhauskette mit Tradition

Wer ist HEMA? Ein Blick hinter die Marke

Das Unternehmen HEMA gilt als eines der bekanntesten Warenhäuser
Das Unternehmen HEMA gilt als eines der bekanntesten Warenhäuser Foto: Getty Images
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Carolin Chytrek
Carolin Chytrek Freie Autorin

4. Juli 2026, 15:42 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Ganz egal ob Dekoartikel, Kinder- und Babymode, Textilien oder angesagte Produkte für den Büroalltag – HEMA ist die Anlaufstelle für alles, was nordisch-minimalistische Ästhetik mit Funktion verbindet. Ursprünglich in den Niederlanden gegründet, startete HEMA Ende des 20. Jahrhunderts seinen beachtlichen Siegeszug durch Europa. myHOMEBOOK erklärt, was hinter dem Unternehmen gesteckt.

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Herkunft und Geschichte von HEMA

Die Warenhauskette HEMA steht für ein breitgefächertes Produktsortiment und ist dank seines frischen Designs vor allem bei jungen Menschen beliebt. Was kaum einer weiß: HEMA gibt es bereits seit einem Jahrhundert. Laut Unternehmenswebsite wurde die Marke 1926 von Leo Meyer und Arthur Isaac in Amsterdam gegründet – als preisgünstiges Pendant zu den meist überteuerten Kaufhäusern der damaligen Zeit. Schon damals soll das Geschäftskonzept ein voller Erfolg gewesen sein, vor allem, weil HEMA alles anbot, was für den alltäglichen Bedarf notwendig war und auch Menschen mit geringerem Einkommen ansprach. Das Konzept hat bis heute Bestand, wurde aber über die Jahrzehnte immer weiterentwickelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann HEMA mit der Expansion, zunächst ausschließlich im Franchise-System innerhalb der Niederlande. Im Jahr 1986 wurde der erste Shop in Belgien eröffnet, Deutschland folgte als dritter Markt im Jahr 2002. Mittlerweile betreibt HEMA hier 17 Filialen. Zudem ist es heute in Ländern wie Luxemburg, Frankreich und Österreich vertreten.

Neben Importwaren entwickelte HEMA zunehmend eigene Produkte mit einer klaren, funktionalen Formensprache, deren reduzierte Gestaltung typisch für das moderne Dutch Design gilt und an den Japandi-Style erinnert.

Welche Produkte werden hergestellt?

Das Konzept der Marke ist simpel: „Seit fast 100 Jahren ist es das Ziel von HEMA, den Alltag in einer schöneren Welt zu verbessern. Jeden Tag, zu jeder Jahreszeit, das ganze Jahr über. Für alle. HEMA hat rund um die Uhr alles, was Sie brauchen“, heißt es auf der offiziellen Unternehmenswebsite. Nach eigenen Angaben verfolgt HEMA seit seiner Gründung das Ziel, funktionale Alltagsprodukte zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Mittlerweile vertreibt das Unternehmen seine Produkte sowohl stationär als auch über mehrere Online-Shops.

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Ein Sortiment, das viele Geschmäcker trifft

Das breite Sortiment des Warenhauses lässt sich in verschiedene Bereiche einteilen: Neben Baby-, Kinder- und Erwachsenenmode sind Wohntextilien, Keramik für Bad und Küche, Dekoartikel, Party- und Geschenkebedarf sowie Stationery-Produkte erhältlich. Darüber hinaus werden auch Pflege- und Kosmetikwaren sowie Hobby-Artikel angeboten. Dabei spielt nicht nur gute Qualität und bestes Design eine große Rolle, sondern auch der ökologische Fußabdruck. „Etwa ein Drittel des jährlichen Klimafußabdrucks eines niederländischen Haushalts entsteht durch den Kauf von Lebensmitteln, Getränken, Kleidung und anderen Waren. Genau diese Produkte produziert und verkauft HEMA. Wir sind uns der Bedeutung unserer Rolle bewusst und übernehmen die Verantwortung dafür, den Klima- und Umweltfußabdruck im Alltag unserer Kunden zu verringern“, erklärt das Unternehmen.

Demnach liege bei der Herstellung von eigenen Designs ein großer Fokus auf nachhaltigen Aspekten. Man achte besonders auf eine ressourcenschonende Verpackung, die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sowie die Nutzung und Lebensdauer von Produkten. HEMA bietet keine Wegwerfartikel an, sondern Produkte, die das Leben langfristig schöner machen.

Kaum eine Figur ist dabei so eng mit Holland verknüpft wie Miffy. Deshalb gehört auch der berühmte kleine weiße Hase, erfunden in Utrecht, zum Produktsortiment von HEMA. Im Online-Shop sind mehr als 150 Miffy-Artikel erhältlich – von Notizheften über Plüschfiguren und Schlüsselanhänger bis hin zu Taschen und Waffeleisen ist alles dabei.

Wie steht es um HEMAs Produktionsbedingungen?

Wenn es um die Produktionsstandorte geht, zeigt sich HEMA transparent. Da das Unternehmen keine eigenen Produktionsstätten hat, ist es auf Hersteller auf der ganzen Welt angewiesen. Wie viele internationale Handelsunternehmen lässt auch HEMA einen Großteil seiner Produkte im asiatischen Raum fertigen, vor allem in China, Bangladesch und Indien. Gerade in Ländern wie Bangladesch stehen die Arbeitsbedingungen in der Konsumgüter- und Textilindustrie seit Jahren immer wieder öffentlich in der Kritik.

Nach eigenen Angaben verpflichtet HEMA seine Lieferanten zur Einhaltung eines Verhaltenskodexes und lässt dies regelmäßig überprüfen. Seit 2003 ist die Marke zudem Mitglied bei amfori BSCI, einer Initiative, die sich weltweit für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Umweltstandards einsetzt. Außerdem setzt HEMA durch die Teilnahme am Bangladesh Accord, dem IMVO Covenant für Sustainable Clothing and Textiles und durch die Organisation von Stakeholder-Treffen auf stetige Weiterentwicklung.

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Rückrufe bei HEMA

Kritisch zu sehen ist, dass immer wieder Produkte aufgrund fragwürdiger Inhaltsstoffe zurückgerufen werden müssen. Laut dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) wurde im Februar 2026 Asbest in Spiel- und Bastelsand für Kinder gefunden. Eine Hiobsbotschaft für Eltern. Auch in den vergangenen Jahren sorgte HEMA mit Rückrufen für Aufsehen, unter anderem wegen Brandgefahr bei Wassertropfern, Erstickungsgefahr durch Kleinteile in Kinderspielzeug und Metallstückchen in Keksen.

Konkrete Vorwürfe wegen systematischer Verstöße gegen Arbeitsrechte sind in den vergangenen Jahren öffentlich kaum bekannt geworden. Wie bei vielen international produzierenden Handelsunternehmen bleibt die Kontrolle komplexer Lieferketten jedoch eine dauerhafte Herausforderung.

Wie kommt das Unternehmen bei den Konsumenten an?

HEMA geht mit der Zeit, passt das Sortiment immer wieder saisonalen Alltagsanforderungen an und geht dabei aktiv auf die Bedürfnisse von Kund:innen ein. Nicht selten setzt HEMA mit seinen Designs neue Trends in den sozialen Netzwerken.

Die offiziellen Bewertungen fallen jedoch unterschiedlich aus. Während die stationären Filialen oft für die Produktauswahl, das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und das Designempfinden gelobt werden, stehen die Online-Shops in den unterschiedlichen Ländern wegen Serviceproblemen und Lieferschwierigkeiten in der Kritik. Auf Nachfrage äußerte HEMA sich selbst nicht dazu.

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