31. Oktober 2026, 14:38 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Eine Wohnungsbesichtigung in der dunklen Jahreszeit kann Mängel verbergen, die man im ersten Moment gar nicht bemerkt. Das böse Erwachen kommt dann meist nach Einzug, wenn man plötzlich vor nassen Wänden, Schimmel oder undichten Fenstern steht. Damit so etwas nicht passiert, sollte man bei der ersten Besichtigung jedes Zimmer genau unter die Lupe nehmen und auf die entscheidenden Details achten.
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Morgendliche Besichtigungen in der dunklen Jahreszeit
In den dunklen Monaten macht es mehr Sinn, den Besichtigungstermin in die Morgenstunden oder den frühen Vormittag zu legen. Ist der Termin erst am späten Nachmittag oder Abend, kann man kaum einschätzen, wie viel natürliches Licht tatsächlich in die Räume fällt. Sind die Fenster nach Süden und Westen ausgerichtet, ist die Wohnung meist heller, da mehr Licht in die Räume gelangen kann. Deutlich dunkler wäre es, wenn die Fenster nach Osten und Norden zeigen. Auch können gegenüberliegende Gebäude die Sicht stark einschränken, was ebenfalls dazu beitragen kann, dass das Tageslicht dauerhaft geschluckt wird.
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Auf was man bei der Wohnungsbesichtigung achten sollte
Dunkle Ecken, Flecken und überstrichener Schimmel
Besonders aufmerksam sollte man bei Wänden, Raumecken und Bereichen hinter den Möbeln sein. Bei künstlichem Licht oder wenig Tageslicht kann man Schimmel und feuchte Stellen oft extrem schwer erkennen. Manchmal wird hier sogar ganz bewusst nachgeholfen, indem große Schränke, Kommoden oder Wandbehänge die problematischen Zonen verdecken. Wenn man also beim Rundgang einen leicht muffigen, erdigen Geruch wahrnimmt, kann das ein Indiz dafür sein, dass in der Wohnung Feuchtigkeit vorhanden ist.
Wenn man den Verdacht hat, dass eine Wand feucht ist, kann man ganz unauffällig versuchen, den Fingernagel leicht in den Putz oder die Tapete zu drücken, da feuchter Untergrund im Gegensatz zu gesundem Mauerwerk spürbar nachgibt. Zudem sollte man farbliche Unterschiede im Anstrich niemals einfach ignorieren. Hellere oder dunklere Flecken an den Außenwänden und rund um die Fensterrahmen können oft deutliche Hinweise darauf geben, dass hier frisch überstrichen wurde, um beispielsweise unschöne Stockflecken zu kaschieren.
Funktionieren die Heizkörper?
Während des Rundgangs sollte man außerdem die Heizkörper befühlen, am besten von oben nach unten und von links nach rechts. Ist die Oberfläche oben warm und unten komplett kalt oder breitet sich die Wärme nur in der Nähe des Ventils aus, befindet sich oft zu viel Luft im System. Ebenso können Abdeckgitter viel über die Leistung der Heizkörper aussagen. Sammeln sich zwischen den Lamellen dicke Staubschichten, sollte das beanstandet und noch vor der Übergabe gründlich durch den Mieter oder Vermieter gereinigt werden. Solche Schmutzschichten wirken nicht selten wie eine ungewollte Dämmung und mindern die Heizleistung.
Ferner kann der Staub, der durch die laufende Heizung aufgewirbelt wird, trockene Schleimhäute verursachen und vor allem für Allergiker zu einer echten Qual werden. Auch der äußere Zustand des Heizkörpers zählt, weshalb man auf abblätternden Lack oder rostige Stellen achten sollte, die auf undichte Ventile und drohende Wasserschäden hinweisen können.
Der Fenster-Check bei der Besichtigung
Die Fenster gehen bei einer Wohnungsbesichtigung meist komplett unter. Man läuft im Sauseschritt durch die Räume und nimmt sie nur kurz im Vorbeigehen wahr. Ob sie richtig schließen und wirklich dicht sind, prüft man in der Praxis aber fast nie. Dabei kann man das mit einem eingeklemmten Blatt Papier in Sekunden testen. Wenn es sich bei geschlossenem Fenster leicht herausziehen lässt oder man einen Luftzug spürt, spricht das für undichte Rahmen.
Kaum jemand denkt jedoch bei einer Besichtigung daran, bei jedem Fenster den Papiertest zu machen. Und noch seltener stellt man sich mit einem Feuerzeug in die Ecke und schaut, ob die Flamme flackert. Zudem werden oft mehrere Interessenten gleichzeitig eingeladen, sodass ohnehin keine Zeit bleibt, die Fenster in Ruhe anzusehen.
Was man aber trotzdem ganz unauffällig machen kann: Interessenten können den Handrücken unauffällig mit Spucke befeuchten und abwarten, ob ein kalter Luftstrom zu spüren ist. Befinden sich noch dazu Wassertropfen an den Rändern oder die Scheiben sind beschlagen, kann das ein Zeichen sein, dass die Kälte ungehindert von draußen eindringen kann. Beim Besichtigungstermin sollte dies unbedingt angesprochen werden, da mangelhafte Fenster der Hauptgrund für hohe Heizkosten sein können.
Die Sache mit der Lärmbelästigung
Lärm kann bei einer Wohnungsbesichtigung oft reine Glückssache sein. Tagsüber arbeiten die meisten Nachbarn, die Kinder sind in der Schule und der Verkehr vor der Tür ist zu diesem Zeitpunkt eventuell auch ruhiger als sonst. Wie hellhörig die Wohnung wirklich ist und ob man jedes Gespräch von nebenan hört, kann man in diesem Moment nicht so einfach beurteilen. Deshalb sollte man den aktuellen Mieter ganz offen fragen, ob Familien mit kleinen Kindern in den darüberliegenden Wohnungen wohnen und wie lebendig es im Haus generell zugeht.
Sollte beim Termin niemand anwesend sein, kann man auch bei der Hausverwaltung nachfragen. Vielleicht gibt es zudem die Möglichkeit, das Gebäude während der Abendstunden noch mal kurz zu besuchen und durch das Treppenhaus zu gehen. Liegt die Wohnung an einer stark befahrenen Straße, ist am Ende die Qualität der Fenster ausschlaggebend. Die Verglasung spielt eine wichtige Rolle, um am Abend nach der Arbeit auch zur Ruhe zu kommen. Am besten redet man mit dem Vermieter erneut darüber, wie schalldicht die Fenster sind oder öffnet und schließt sie, um es selbst zu testen.
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Der sichere Weg nach Hause in der dunklen Jahreszeit
Die Beleuchtung auf den Fußwegen und im Treppenhaus ist im Winter wichtig, um sich auf dem Nachhauseweg sicher zu fühlen. Wenn man eine Wohnung am Tag besichtigt, denkt man oft gar nicht an die Ausleuchtung des Weges vor dem Haus. Erst in der dunkleren Jahreszeit merkt man, dass ein gut ausgeleuchteter Heimweg von der Haltestelle oder dem Parkplatz nicht nur angenehmer ist, sondern auch weniger Gefahren birgt. Schlecht ausgeleuchtete Mülltonnenplätze, dunkle Ecken im Innenhof oder eine schwach leuchtende Laterne vor der Haustür sind im Alltag nicht nur ungemütlich, sondern können echte Stolperfallen werden, vor allem, wenn Laub oder Eis die Wege rutschig machen.
Im Hausflur lohnt es sich ebenfalls, besser hinzusehen. Lichtschalter im Treppenhaus sollten gut erreichbar und mit einem kleinen Kontrolllicht ausgestattet sein, um sie schnell wiederzufinden und nicht im Dunkeln herumirren zu müssen, um die Wohnungstür zu finden. Zusätzlich können moderne Bewegungsmelder im Eingangsbereich ein Segen sein, wenn man im Finstern nach dem Schlüsselloch suchen muss.