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Die Geschichte der Kaffeemaschine – vom Perkolator zum Vollautomaten

Kaffeemaschine
Eine Kaffeemaschine ist in vielen Haushalten zu finden. Aber wer hat sie eigentlich erfunden? Foto: Getty Images/Svetlana Evgrafova
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25. Januar 2026, 7:13 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Kaffee gehört weltweit zu den beliebtesten Getränken. Die Art der Zubereitung hat sich über die Jahrhunderte deutlich verändert. Die Geschichte der Kaffeemaschine steckt voller Erfindergeist und dem Streben nach perfektem Genuss.

Lange bevor es Kaffeemaschinen gab, kochten Menschen die Kaffeebohnen einfach in einem Topf mit Wasser. Der Kaffeesatz setzte sich am Boden ab, was alles andere als angenehm war. Die ersten echten Kaffeemaschinen sollten auch dieses Problem lösen.

Der „Perkolator“: eine frühe Kaffeemaschine

Der englische Erfinder Benjamin Thompson entwickelte zwischen 1810 und 1814 mit dem Kaffee-Perkolator eine der ersten halbautomatischen Kaffeemaschinen. Das Grundprinzip war simpel: Wasser wurde in einem Behälter erhitzt und stieg durch den entstehenden Dampfdruck durch ein Steigrohr nach oben. Dort tropfte es über das Kaffeepulver und floss wieder nach unten, wo der Kreislauf von Neuem begann. Je länger dieser Prozess dauerte, desto stärker wurde der Kaffee.

Der Pariser Joseph-Henry-Marie Laurens perfektionierte um 1818 das Prinzip und entwickelte die erste moderne Kaffeemaschine mit Steigrohr und Innenzylinder. Bei seinem Gerät wurde das Wasser auf dem Herd bis zum Siedepunkt erhitzt. Eine am Boden angebrachte Kalotte fing Dampfblasen auf und leitete sie zusammen mit dem heißen Wasser durch das Steigrohr über das Kaffeepulver. Diese Erfindung gilt heute als Geburtsstunde der modernen Kaffeemaschine.

Deutsche Erfindungen beschleunigen den Fortschritt

In Deutschland entwickelte Hermann Eicke die sogenannte Kippdampfdruckkanne. Streng genommen wetteifert seine Erfindung mit der „Kaffeemaschine“ aus Paris darum, wer nun die erste Kaffeemaschine entwickelt hat. Eickes Gerät bestand aus einem metallenen Kaffeekocher, der auf einem Spiritusbrenner angebracht war.

Otto Bengtson aus Berlin trug ebenfalls maßgeblich zur weiteren Entwicklung bei. Er erfand eine ganze Reihe von Kaffeemaschinen, darunter auch die Maschine namens „Moccadur“, die sich ebenfalls an dem Grundprinzip des Perkolators orientiert.

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Elektrizität ändert erst einmal wenig

Mit der zunehmenden Verbreitung der Elektrizität zu Beginn des 20. Jahrhunderts lagen alle Elemente vor, die zu den auch heute noch bekannten Kaffeemaschinen führten. Zu Beginn änderte sich aber noch wenig am Prinzip. Es war nur jetzt kein Gas-, Kohlenherd oder Spirituskocher nötig. Das Wasser wurde stattdessen mittels Strom erhitzt, um den notwendigen Dampfdruck aufzubauen. Die frühen elektrischen Modelle arbeiteten nach dem Perkolator-Prinzip.

Auch interessant: So oft sollte man das Wasser in der Kaffeemaschine wechseln

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Die Revolution durch den Wigomat

Der entscheidende Durchbruch kam 1954 erneut aus Deutschland. Gottlob Widmann aus Schwenningen erfand den Wigomat. Und damit die erste moderne elektrische Filterkaffeemaschine. Der Wigomat arbeitete mit einem Papierfilter und brühte Kaffee bei einer Temperatur von 94 bis 95 Grad Celsius.

Kaltes Wasser aus einem Behälter wurde durch ein Heizrohr geleitet und dabei schrittweise erhitzt. Das heiße Wasser tropfte dann kontinuierlich über das im Filter befindliche Kaffeepulver und sammelte sich in einer Glaskanne darunter.

Von Deutschland verbreitete sich dieser Typ der Kaffeemaschine schnell in ganz Westeuropa und Nordamerika. Aber erst in den 1970er Jahren schaffte diese Filterkaffeemaschine endgültig den Durchbruch auf den Massenmarkt. Die Geräte wurden erschwinglicher. Stetige Entwicklung verbesserte die Zuverlässigkeit.

Der Aufstieg der Vollautomaten

In den vergangenen Jahren hat sich ein weiterer Wandel vollzogen. Die klassische Filterkaffeemaschine, die nach ihrer Erfindung so lange die Haushalte dominierte, tritt zunehmend in den Hintergrund. Kaffeevollautomaten laufen ihr den Rang ab. Diese Maschinen arbeiten anders, weil sie heißes Wasser mit hohem Druck durch das frisch gemahlene Kaffeepulver pressen.

Auch andere Zubereitungsarten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt. Pad- und Kapselmaschinen arbeiten aber nach dem gleichen Grundprinzip wie die Vollautomaten. Hier träufelt eben nicht langsam Wasser über Kaffeemehl, sondern es wird ebenfalls mit Druck gepresst. Denn nur so entsteht ein Espresso, der die Basis für die heute so beliebten Kaffeespezialitäten ist.

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