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Was genau ist eigentlich ein Vertikutierer?

Was ist ein Vertikutierer, wofür brauche ich ihn und wie benutze ich ihn?
Wer sich einen schönen Rasen wünscht, muss zwangsläufig mit einem Vertikutierer arbeitenFoto: Getty Images

Sie fragen sich, was ein Vertikutierer ist und warum man ihn braucht? Ein kleiner Tipp: Sie brauchen ihn, damit der Rasen so aussieht, wie ihn sich viele wünschen.

Jeder wünscht sich einen gesunden und saftig grünen Rasen. Damit Rasenfilz und Moos keine Chance haben, sind Vertikutierer unerlässlich.

Was genau macht ein Vertikutierer?

Besonders schattige Rasenflächen oder solche, die zu feucht oder wenig gedüngt sind, neigen schnell zu Moosbefall. Aber auch Rasenfilz behindert die Sauerstoffversorgung der Rasenwurzeln. Die Folge: Der Rasen sieht unansehnlich aus und der Unkrautwuchs wird begünstigt. Um wieder einen gesunden und vorzeigbaren Rasen zu haben, sollte dieser vertikutiert werden.

Ein Vertikutierer ritzt dabei die Grasnarbe mechanisch einige Millimeter ein und entfernt gleichzeitig Moos und Rasenfilz. Vertikutierer sind von Rasenlüftern abzugrenzen. Rasenlüfter kämmen nur die Grasflächen, während Vertikutierer sowohl Material entfernen als eben auch die Grasfläche vertikal anschneiden. Hieraus ergibt sich ebenfalls der Name, der sich von „vertical cut“ ableitet.

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Wie oft bzw. wann kommt ein Vertikutierer zum Einsatz?

Die beste Zeit zum Vertikutieren ist von April bis September, wobei der Vorgang ein- bis zweimal im Jahr durchgeführt werden sollte. Allerdings sind die richtige Vor- und Nachbereitung unerlässlich.

Dabei wachsen die entstandenen Löcher nach dem Vertikutieren meist binnen einiger Wochen wieder zu. Diese Schonzeit sollten Gärtner ihrem Rasen auch einräumen, damit er dichter und auf Dauer gesünder nachwachsen kann.

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Wie benutzt man einen Vertikutierer?

Auf den ersten Blick erinnern Vertikutierer klar an einen Rasenmäher. Diese sind mit einer Spindel oder Achse versehen, die mit festen oder drehbaren Messern bestückt sind. Des Weiteren gibt es verschiedene Modelle von Vertikutierern.

Benzinbetriebene Geräte eignen sich vor allem für große Gartenflächen ab 500 Quadratmeter, während für kleinere Flächen Elektro- oder sogar Handvertikutierer ausreichen können. Handvertikutierer setzen jedoch einen bedeutend höheren Kraftaufwand voraus.

Damit das Vertikutieren gelingt, muss die Höhe der Messer stimmen. Das Maximum beträgt drei Millimeter beim Schnitt in die Grasnarbe. Generell findet das Vertikutieren nur auf trockenem Rasen statt. Dazu fahren Gärtner zügig in Bahnen über den Rasen und wiederholen dieses Vorgehen anschließend in Querbahnen. Lichte Stellen im Rasen werden zum Schluss direkt nachgesät.

Wie viel kostet ein guter Vertikutierer?

Elektrovertikutierer sind bereits ab 80 Euro erhältlich und haben eine Preisspanne bis zu 450 Euro. Dass teuer nicht immer unbedingt besser sein muss, zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest (04/2012). Hier schnitt der Gardena EVC 1000 für 130 Euro mit einer Gesamtnote von 2,1 am besten ab. Benzin-Vertikutierer sind höherpreisiger und ab rund 250-700 Euro erhältlich. Dafür sind sie noch praktischer in der Anwendung, da kein Kabel das Vertikutieren einschränkt.

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Gibt es Kosten und Aufwand für die Pflege oder Wartung?

Wer sich für einen Benzin-Vertikutierer entscheidet, muss verständlicherweise auch Kosten für den Treibstoff einplanen – Gleiches gilt jedoch für den Strom beim Elektro-Vertikutierer. Ein Praxistest mit dem TÜV Rheinland (07/2018) hat übrigens ergeben, dass auch eine geringere Wattleistung ausreichend ist. Entscheidend für den Erfolg ist eher das Gewicht der Geräte – je leichter das Modell, desto schneller „springt“ es beim Vertikutieren.

Sind die Messer stumpf geworden, sind für viele Modelle zudem Ersatzklingen erhältlich. Fangsäcke sind hingegen nicht notwendig, da sie während des Vertikutierens immer geleert werden müssen.

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