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Alternative zum Rasenmäher

Mähen mit der Sense – perfekt für den naturnahen Garten

Eine Sense liegt in einer gemähten Wiese
Bei hohem Gras ist das Mähen mit der Sense oft die beste LösungFoto: Getty Images

Noch lange bevor der erste Elektro-Rasenmäher die Gräser im Garten gestutzt hatte, war die Sense das Werkzeug der Wahl, um Rasen oder Blühwiese zu bearbeiten. Im naturnahen Garten feiert das archaische Werkzeug ein Comeback – mit einigen Vorteilen.

Auch wenn sie als Symbol für den grimmigen Sensenmann einen zweifelhaften Ruf genießt und in erster Linie mit Landwirtschaft assoziiert wird, erfreut sich die Sense auch unter Hobbygärtnern immer größerer Beliebtheit. Schließlich hat das traditionelle Schnittwerkzeug einige Vorteile gegenüber dem lärmenden Rasenmäher. Bei hohem Bewuchs wäre sowieso nur ein Balkenmäher ein geeignetes Mitteln, um lange Halme zu stutzen. Aber auch die Natur im Garten kann vom schonenderen Mähen mit der Sense profitieren – richtige Herangehensweise vorausgesetzt.

Mähen mit der Sense – Vorteile

Auch in modernen Zeiten ist die Sense ein probates Mittel zum Mähen, beispielsweise für Blühwiesen. Der Nabu informiert über einige Vorteile und bietet auch Gruppenkurse für Sensen-Anfänger an. Das sind die Vorteile vom Mähen mit der Sense:

  • Eine Sense ist kostengünstiger als ein Balkenmäher.
  • Abgase werden vermieden.
  • Keine Lärmbelästigung.
  • Umweltfreundlichere Herstellung.
  • Mähen in Hanglagen wird erleichtert.
  • Weniger Gewicht als ein Elektro-Mäher.
  • Auch hohes Gras kann mit der Sense geschnitten werden.
  • Mähvorgang ist schonender für Insekten.
  • Arbeiten mit der Sense ist gleichzeitig ein Workout.

Hinweis: An der Sense gibt es in der Regel keine Schutzvorrichtung für die scharfe Schneide. Bei der Montage des Sensenblatts, beim Schleifen und auch Mähen sollte man deshalb besonders vorsichtig sein.

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Mähen mit der Sense – wie geht es richtig?

Das Mähen mit der Sense erfordert etwas Übung – und Geschick. Denn hier ist körperlicher Einsatz gefragt, wodurch man sich jedoch den nächsten Besuch im Fitnessstudio sparen kann. Wichtig ist vor allem die richtige Körperhaltung, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Das Sensenblatt sollte vorab im rechten Winkel am Sensenbaum festgeschraubt sein, am besten an die Wand lehnen und prüfen. Beim Mähen ist auf Folgendes zu achten:

  • Breitbeinige, lockere und aufrechte Position (nach vorne Beugen vermeiden).
  • Sense möglichst weit rechts (bei Rechtshändern) ansetzen.
  • Sense mit beiden Armen schwingen, dabei Halbkreis-Drehung aus der Hüfte.
  • Sensenblatt zurückführen, dabei einen Schritt nach vorne gehen (rechtes Bein bei Rechtshändern).
  • Sensenblatt flach über den Boden gleiten lassen, nicht nach oben ziehen.

Tipp: Nach einiger Zeit kann die Schärfe der Sense nachlassen. Dann sollte man mit dem Wetzstein nachhelfen. Wie man Klingen damit richtig schleift, lesen Sie hier.

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Vor erster Benutzung Sense dengeln

Auch wenn es Sensen im Baumarkt mähfertig zu kaufen gibt, sollte man das Sensenblatt vor dem ersten Einsatz dengeln. Dieser Vorgang bezeichnet das Bearbeiten der Schneide, oft auch „Dengel“ genannt. Diese ist in der Regel drei bis sieben Millimeter breit. Durch die Kaltverformung wird die Schneidkante besonders hart und bleibt länger scharf im Vergleich zum Schleifen mit dem Wetzstein. Zudem kann man durch das Dengeln schnell Scharten in der Schneide korrigieren, die beispielsweise bei dem Kontakt mit Steinen entstehen.

Zum Dengeln benötigt man einen (Dengel-)Amboss und einen Dengelhammer. Dazu ist auch noch etwas handwerkliche Übung notwendig, damit die Schneide auch richtig verdichtet wird. Wichtig: Die Schneide sollte beim Hammerschlag nicht auf dem Amboss aufliegen, sondern einen Millimeter darüber schweben, da sie sonst ungleichmäßig und wellig wird.

Tipp: Es gibt für rund 60 Euro sogenannte „Schlagdengler“ als Aufsatz für die Schlagbohrmaschine, mit der das Dengeln leichter von der Hand geht. Ansonsten kann man die Sense auch zu einem traditionellen Schmied bringen.

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Wie groß sollte die Sense sein?

. Der hintere Griff sollte rund 20 bis 25 Zentimeter niedriger sein als das eigene Körpermaß. Der vordere Griff sitzt dann idealerweise auf Hüfthöhe, zwischen beiden Griffen ist in etwa eine Armlänge Abstand.