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Spart Wasser, Zeit und Dünger

Für wen sich Moosrasen im Garten lohnt

Ein Moosteppich von oben
Moos kann eine Rasenalternative sein – aber nicht für jedenFoto: Getty Images

Rasenmähen ade! Wer den Kult um den schönsten Rasen nicht mehr mitmachen möchte, kann umsteigen – auf eine der ältesten Pflanzen überhaupt.

Moss im Rasen ärgert hierzulande viele Gartenbesitzer. Schließlich gilt er als Makel. Sie greifen dann zu Vertikutierer oder Harke, um diesen zu entfernen, kaufen Dünger und Samen und bekämpfen das Moos mit einem gewissen Aufwand. In anderen Ländern dagegen ist Moos Kult. Man denke an die wohltuend ruhig gestalteten Zen-Gärten in japanischen Tempelanlagen mit ihren grünen unaufgeregten sanften Schwüngen. Sie wirken durch die einfache Bodenbedeckung klar und sind auch hierzulande Vorbild für naturromantische Szenarien.

Vorteile von Moosrasen

Moos bildet sich im Rasen vor allem dort, wo der Boden verdichtet ist und eine hohe Bodennässe vorherrscht. Aber auch Nährstoffmangel, genauer fehlender Stickstoff, begünstigt den Mooswuchs. Moos gedeiht auch dann, wenn der Rasenschnitt zu tief oder zu selten ist. Mit anderen Worten: Moos ist eigentlich ein typischer natürlicher Gast in unseren Gärten. Mit ihm als Rasenersatz und Bodenbedeckung braucht man von allem weniger. Man hat benötigt nur wenig Aufwand für die Pflege, schon gar kein Rasenmähen, keinen Dünger, da besser keine Nährstoffe zusätzlich eingebracht werden, und nur mäßig Wasser durch Gießen. Der Teppich der Natur ist grün, weich, wächst langsam und spart Wasser, Zeit und Dünger.

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Doch Moos hat als vollständiger Rasenersatz auch Nachteile. So kann er trocken und damit unansehnlich braun werden. Voll-Sonne ist weniger förderlich für das Wachstum – eher eine geschützte Lage und Halbschatten. Moos ist nur mäßig begehbar – fußballspielende Kinder hält er auf keinen Fall aus. Und: Moos ist zwar winterhart, aber wie bei anderen Bodendeckern auch, sollten die Pflanzen in Herbst und Winter nicht unter einer Laubdecke verschwinden. Hier muss vorsichtig Laub entfernt werden, denn die Feuchtigkeit unter den Blättern würde die Pflanzen zum Faulen bringen.

Umstieg auf Mossrasen

Moose gehören zu den ältesten Pflanzen. Sie soll es schon vor 400 bis 450 Millionen Jahre gegeben haben. Mittlerweile gibt es sogar eine eigene Wissenschaft der Moose, die Bryologie. All dies muss deutsche Gartenbesitzer nicht interessieren, die vor allem auf pflegeleichtes Grün hoffen. Wer also auf Moosrasen umstellen will, der sollte ab sofort seinen Rasen nicht mehr düngen und nur noch selten mähen. Wer es perfekt mag, kann den pH-Wert des Bodens einstellen. Moos benötigt ein saures Milieu und einen Wert von 5,5.
Moos kann man im Garten oder in der näheren Umgebung sammeln oder bei größerem Bedarf Moos-Flicken in Baumarkt oder Gartencenter kaufen. Die Polster als ganzes oder als zerschnittene kleine Stücke sind dann auf dem feuchten festen Erdboden aufzubringen. Danach fest andrücken und gut wässern, was vor allem auch in trockenen Phasen empfehlenswert ist. In Bereichen, in denen Laufwege geplant sind, kann es sinnvoll sein, Trittsteine oder ähnliches einzusetzen.

Mit Moosbeeten starten

Als Moospflanzen sind vor allem robuste Sorten zu wählen – wie das Frauenhaarmoos oder Widertonmoos, das unter beiden Bezeichnungen bekannt ist. Alternativen zu Moos sind die ebenfalls flachen grünen Bodendecker wie das Andenpolster mit gelben Blüten und rosettenartigem Wuchs, das vielseitig einsetzbar ist. Oder der Sternmoos, der allerdings im Gegensatz zum Namen ein Mastkraut aus der Familie der Nelkengewächs ist. Sternmoos ist ein sehr niedrig wachsender und immergrüner Bodendecker mit dichten Polstern mit vielen kleinen weißen Sternblüten im Sommer. Mit diesen Pflanzen kann man kreativ werden, schließlich ist Moos längst eine bekannte Gestaltungskomponente im Garten und auch in Blumentöpfen. Ein Moosbeet kann zudem auch ein Testballon sein, um zu prüfen, welche Moose und Bodendecker die richtigen für den eigenen Garten und die verschiedenen Standort sind – die am besten gedeihen, können dann für die Komplettbepflanzung des Moosrasens gewählt werden.