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Garten-, Balkon- und Zimmerpflanzen

Pflanzen, die man noch im Januar schneiden sollte

Pflanzenschnitt im Januar
Beim Pflanzenschnitt im Januar sollten immer mindestens -5 Grad Celsius vorherrschen.Foto: Getty Images

Im Januar befindet sich der Garten noch in seiner wohlverdienten Ruhephase. Für den Obstbaumschnitt ist dennoch jetzt die beste Zeit angebrochen. Auch einige Zimmerpflanzenarten brauchen jetzt ein wenig Pflege. Die wichtigsten Tipps zum Pflanzenschnitt im Januar lesen Sie hier.

Der Januar stellt kalendarisch den Höhepunkt des Winters dar und auch das Wetter zeigt sich jetzt gerne von seiner frostigen Seite. Die Tage werden aber schon wieder spürbar länger. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, Apfelbäumen und anderen Obstbäumen einen Schnitt zu verpassen, bevor sie im Frühjahr wieder austreiben. Beim Pflanzenschnitt im Januar legt man den Grundstein für eine reiche Ernte in der wärmeren Jahreszeit. Und auch wer keinen Garten hat, kann seinen Pflanzen zu Hause im Januar etwas Gutes tun.

Obstbaumschnitt im Januar bei diesen Sorten

Januar und Februar sind die idealen Monate, um Apfelbaum, Birnbaum und Quittenbaum zu schneiden. Richtung Spätwinter befindet sich besonders wenig Pflanzensaft in den Trieben der Obstbäume und ein Schnitt richtet im Zweifel weniger Schäden an. Bei Kirschbäumen schneidet man hingegen direkt im Sommer nach der Ernte und Pfirsichbäume bevorzugen einen Frühjahrschnitt während des Austriebs.

Wer seine Beerensträucher noch nicht im Herbst heruntergeschnitten hat, sollte dies spätestens jetzt im Januar nachholen. Die Sträucher brauchen den Rückschnitt, um neue starke Triebe mit reichlich Früchten auszubilden.

Tipps für den Pflanzenschnitt im Januar

  • Bei starkem Frost sollte vom Obstbaumschnitt abgesehen werden, bis einige Tage lang wieder mindestens -5 Grad Celsius vorherrschen. Setzt man bei sehr niedrigen Temperaturen Baumschere und Säge an, kann das Holz splittern, da es durch die Kälte eher spröde wird.
  • Während Baumscheren sich eher für kleine Obstbäume und dünne Zweige eignen, sollte man größere Äste mit einer Säge entfernen. Hier haben sich Bügelsäge und Klappsäge bewährt. So oder so sollte das Werkzeug sauber und vor allem auch scharf sein. Andernfalls werden Holz und Pflanzenfasern schnell gequetscht oder Schnittkanten fransen aus. Dies bietet leider einer Reihe von Schädlingen und Pilzkrankheiten eine willkommene Angriffsfläche.
  • Die gängige Meinung, größere Schnittkanten sollte mit einem Wundverschlussmittel versiegelt werden, gilt inzwischen als überholt. Viele Bäume bilden über den austretenden Pflanzensaft oft eine eigene Barriere gegen eindringende Schädlinge und Krankheiten – zumindest, wenn diese sauber geschnitten wurde. Im Gegenteil hat sich sogar herausgestellt, dass als Wundverschluss aufgetragene Mittel wie Harz oder Wachs auf Dauer brüchig werden können. Hier kann Feuchtigkeit eindringen – der ideale Nährboden für Krankheitserreger.
  • Ein paar gleichmäßig gewachsene Äste können zurechtgestutzt in einer Vase mit etwas Wasser den Frühling vorzeitig in die eigenen vier Wände bringen. Durch die Wärme treiben die Blüten und erste Blätter aus und verströmen ihren süßen Duft.
  • Wer Tieren und Insekten im Garten etwas Gutes tun will, schichtet abgeschnittene Zweige und Äste zu einem dichten Haufen auf. Hier finden Igel, Mäuse und viele Insekten Unterschlupf. Meist reicht es dann im Frühjahr, die Gartenabfälle zu entsorgen. Wer einen richtig großen Garten hat, kann mit Ästen und Zweigen vom Baumschnitt einen dauerhaften Totholzhaufen einrichten und schafft damit Lebensraum für viele Tierarten und Nahrungsgrundlage für einige Pilzarten.

So gelingt der Obstbaumschnitt

Beim Pflanzenschnitt im Januar unterscheidet man grundsätzlich die Schnittweise bei jüngeren und älteren Obstbäumen. Junge Bäumchen sollten jedes Jahr geschnitten werden – man spricht hierbei auch von einem Erziehungsschnitt. Dies soll dazu beitragen, dass der Jungbaum optimal wächst, um später möglichst viel Obst zu tragen. Bei älteren Exemplaren spricht man vom Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt. Damit soll sichergestellt werden, dass auch ältere und große Bäume immer wieder viele Blüten ausbilden und damit auch eine reichliche Ernte ausbilden.

Anleitung für den Erziehungsschnitt bei jungen Obstbäumen

  1. Auf jeder Seite drei kräftige Äste auswählen, die sogenannten Leitäste.
  2. Diese Leitäste alle auf eine Höhe zurückschneiden.
  3. Jeder Obstbaum sollte einen Mitteltrieb haben. Diesen etwa 20 cm höher abschneiden als die Leitäste.
  4. Äste und junge Triebe abschneiden, die in Konkurrenz zu Mitteltrieb und Leittrieben stehen – fertig!

Anleitung für den Erhaltungsschnitt bei älteren Obstbäumen

  1. Bei älteren Bäumen ist ein Schnitt im Zweifel nur alle zwei Jahre notwendig.
  2. Immer entfernt werden sollten aber die Konkurrenztriebe zu Mitteltrieb und Leittrieben.
  3. Senkrechte Triebe oder auch Wasserschosse entfernen (entstehen oft an bereits lange stark verholzten Ästen und ziehen unnötig Energie von den blühenden Trieben ab).
  4. Die Krone auslichten, damit ausreichend Licht auf die restlichen Äste und Zweige fallen kann.

Pflanzenschnitt im Januar bei diesen Zimmerpflanzen

Wer keinen eigenen Garten hat, kann im Januar auch für einige Zimmerpflanzenarten etwas tun. Die Amaryllis zum Beispiel blüht im besten Fall rund um Weihnachten. Die ersten Blüten sind im Januar verblüht und sollten mit ihrem Stiel komplett abgeschnitten werden. Hierfür am besten ein scharfes Küchenmesser verwenden. Aber Vorsicht: Alle Teile der Amaryllis sind giftig! Für den Schnitt also am besten Handschuhe tragen und das Messer im Anschluss gründlich reinigen.

Der Januar ist auch ein guter Monat, um Pflanzen mithilfe von Stecklingen zu vermehren. Hierfür bei der gewünschten Zimmerpflanze nahe der Blattachse oder einem Seitentrieb mehrere Stecklinge abschneiden und in nährstoffreiche, feuchte Erde stecken. Einige Pflanzenarten, wie etwa die Efeutute oder auch Monstera, können dekorativ in ein durchsichtiges Gefäß mit Wasser gestellt werden und hier Wurzeln ausbilden.