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von myHOMEBOOK

Viele Arten vom Aussterben bedroht

Mit diesen Pflanzen helfen Sie Schmetterlingen

Ein Distelfalter auf einer pinken Blume
Nach langer Wanderung ist jeder hungrig: Schmetterlinge wie der Distelfalter kommen im Mai aus Südeuropa zu uns geflogenFoto: Getty Images

Im Mai beginnt das große Flattern – das leider immer kleiner wird. Denn auch vor Schmetterlingen macht das Insektensterben nicht halt, über 60 Prozent stehen auf der Roten Liste! Doch jeder kann etwas gegen den traurigen Trend tun. myHOMEBOOK verrät, mit welchen Pflanzen Sie den kleinen Faltern unter die Flügel greifen.

Nicht nur der Umwelt-Stress macht den filigranen Insekten zu schaffen. Allgemein ist das Leben in den Lüften für Schmetterlinge ziemlich anstrengend, jeder ihrer vielen Flügelschläge verbraucht eine Menge Energie. Kraft tanken die Insekten, indem sie zuckerhaltigen Nektar saugen. Zur Entspannung gönnen sich die kleinen Insekten gerne auch mal ein Sonnenbad mit ausgebreiteten Flügeln.

Schmetterlinge meiden gefüllte Blumen

Was Schmetterlinge nicht interessiert, sind Gärten mit Einheitsrasen oder Steinwüsten. Aber auch Blumen, denen der Nektar weggezüchtet wurde oder sogenannte gefüllte Blumen, die keine Pollen mehr produzieren, bieten den Insekten keine Nahrung. Für die Bestäubung sind Pollen wichtig, Schmetterlinge tragen diese – wie Bienen auch – von Blüte zu Blüte.

Futter für die Raupen

Ein wahrer Leckerbissen für die kleinen Flatterer: Wildsträucher, Wildblumen, wilde Kräuter. Rund 50 Schmetterlingsarten ernähren sich übrigens von Brennessel, lassen Sie also ruhig ein paar der sonst so unbeliebten Pflanzen stehen. Kleine Füchse zum Beispiel legen an den Blättern ihre Eier ab, die Raupen haben später genügend Futter. Zitronenfalter bevorzugen dagegen Kreuzdorn, Baumweißlinge fliegen auf Obstbäume.

Skabiose-Blüten ziehen Schmetterlinge magisch an
Dieser Kleine Fuchs kann fliegen – zielsicher auf duftende Blüten der SkabioseFoto: Getty Images

Wer seinen bunten Gästen ein Wildkräuter-Festmahl bieten möchte, sollte allerdings darauf achten, nicht zu nährstoffreiche Erde zu verwenden – wilde Pflanzen gedeihen darin nicht sonderlich gut. Tipp: Im Handel gibt es spezielle Erde, die gut für Blumenwiesen geeignet ist. Und als Pflanzenschutz sollten Sie natürlich auf Insektizide und Chemie-Keulen verzichten.

Flugzeit der Schmetterlinge

Je nach Art flattern Schmetterlinge zwischen März und November. Um ihnen genügend Nahrung bieten zu können, sollten Sie Ihre Pflanzen so wählen, dass diese innerhalb dieser Zeitspanne nacheinander blühen.

Hier kommen die Lieblingsblüher der Schmetterlinge:

Blaukissen (Aubrieta)

Ein Schwalbenschanz-Schmetterling saugt den Nektar von Blaukissen
Gewagte Farbwahl: Ein gelb leuchtender Schwalbenschwanz-Schmetterling ruht auf einem BlaukissenFoto: Getty Images

Nachdem die kleinen Falter aus ihrer Winterstarre erwacht sind, bietet Ihnen das früh blühende Blaukissen gute Nahrung. Wie der Name es verrät, leuchten die Blüten in intensiven Blautönen, aber auch in Rot und Violett. Am besten gedeiht die Polsterstaude an einem sonnigen Platz auf sandig-lehmhaltiger Erde.

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Sommerflieder (Buddleia)

Nichts zieht Schmetterlinge mehr an als Sommerflieder
Ein Tagpfauenauge kann nicht widerstehen: Sommerflieder ist die Lieblingsblume der Schmetterlinge

Wollen Sie schöne Gäste in Ihren Garten locken? Dann brauchen Sie Sommerflieder. Den Duft und die Farbe dieser Pflanze lieben nicht nur Schmetterlinge. Doch diese laben sich gerne an seinem Nektar. Die Blütenrispen des Sommerflieders sind kleiner als die des Gemeinen Flieders – prachtvoll sind sie beide. Doch vor allem der Sommerflieder, auch Schmetterlingsflieder genannt, lockt die filigranen Insekten an.

Herbstaster (Aster dumosus)

Insekten mögen Astern
Nicht nur Schmetterlinge mögen Astern, sondern auch Bienen – und leider auch SchneckenFoto: Getty Images

Herbstastern blühen spät im Jahr, versorgen die Insekten mit letzten Nahrungsreserven – wichtig für alle Schmetterlinge, die Winterschlaf halten. Astern selbst sind winterhart und pflegeleicht. Die Pflanze sollten Sie nach der Blüte zurückschneiden. Morgens ist die beste Zeit zum Gießen.

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Lavendel (Lavendula angustifolia)

Kohlweißlinge sind mit die häufigsten Schmetterlingsarten
Nicht zu fassen: Ein Kohlweißling, der auf Lavendel stehtFoto: Getty Images

Wer französische Küche liebt, kennt die Pflanze als Kraut in der Mischung „Kräuter der Provence" – wer gute Düfte mag, kennt Lavendel als Zutat vieler edler Parfüms. Und wer Schmetterlinge liebt, holt sich die Pflanze in den Garten. Die Falter fliegen auf den selten gewordenen Lavendel-Duft: Seitdem dieser synthetisch hergestellt werden kann, ist der Anbau von Echtem Lavendel immer weiter zurückgegangen.

Silberblatt (Lunaria)

Die Blüte ist violett, die Blätter des Silberblatts werden mit der Zeit durchsichtig
Eine wilde Augenweide mit Disteln, Mohn und violett blühendem Silberblatt im HintergrundFoto: Getty Images

Auch das Silberblatt mit seinen violetten oder weißen Blüten ist sehr beliebt unter Schmetterlingen. Der Name dieser einjährigen Pflanze bezieht sich auf ihre mit Samen gefüllten, runden und silbern schimmernden Schoten. Silberblatt ist pflegeleicht, mag es aber sonnig – so wie der Aurorafalter auch, der die Pflanze gerne besucht.

Ein Aurorafalter hat orange leuchtende Flügelspitzen
Verstecken aussichtslos: Wegen seiner orange leuchtenden Flügelspitze ist der Aurorafalter schon von weiten zu erkennenFoto: Getty Images

Majoran (Origanum majorana)

Hauhechel-Bläulinge lieben Majoran-Nektar
Ein Hauhechel-Bläuling labt sich am Nektar der Majoran-BlütenFoto: Getty Images

Majoran stammt aus der Familie der Lippenblütler und wird auch Wurstkraut genannt. Aber keine Angst, Ihr Garten wird nicht nach Wurst riechen, sollten Sie Majoran anpflanzen. Den Namen verdankt die Pflanze ihren Blättern, die Wurstbrät zum Würzen beigegeben werden. Schmetterlinge werden eher vom Duft der ätherischen Öle in den kleinen Blüten angelockt. Das Kraut, das ursprünglich aus warmen Regionen am Mittelmeer stammt, mag es windgeschützt und sonnig – so wie Schmetterlinge auch.

Fetthenne (Sedum)

Schmetterlinge
Das Auge isst mit: Die Blüten der Fetthenne Sedum spectabile bietet einen schönen Anblick, erst Recht mit einem Schmetterling draufFoto: Getty Images

Die fleischigen Blätter der Fetthenne speichern Wasser – gut für trockene Lagen und Steingärten. Die Pflanze wird auch Mauerpfeffer genannt, denn auch auf Mauern wächst sie teppichartig. Schmetterlinge mögen die kleinen Blüten, am liebsten sind ihnen Pflanzen mit Blüten zwischen Rot und Rosa. Die Hohe Fetthenne ist pflegeleicht, Sie können die Pflanze auch im Kübel halten. Fetthennen blühen bis in den Spätsommer.

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Skabiose (Scabiosa)

Skabiose blüht den ganzen Sommer über. Das finden Schmetterlinge und Bienen gut, sie laben sich am Blüten-Nektar dieses Kardengewächses. Für das Einpflanzen von Skabiose-Stauden ist es eigentlich nie zu spät, allerdings sind Frühjahr oder der späte Sommer ideal. Die Pflanze ist pflegeleicht, mag es aber sonnig. Wenn Sie regelmäßig die verblühten Blütenköpfe abschneiden, verlängert sich die Blütezeit.

Verbene (Verbena)

Östlicher Tigerschwalbenschwanz auf violetten Blüten einer Verbene-Pflanze
Gegensätze ziehen sich an: Östlicher Tigerschwalbenschwanz hat große Flügel – Verbene kleine BlütenFoto: Getty Images

Verbene wird auch Eisenkraut genannt. Die zarten Blüten locken Schmetterlinge mit einem feinen, leicht würzigen Duft an. Als Tee genossen, wird der einjährigen Pflanze eine heilsame Wirkung nachgesagt. Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten stärken sich eher am Nektar des anspruchslosen Sommerblühers und bestäuben dabei seine Blüten. An heißen Tagen muss man Verbene gut wässern – wie natürlich auch alle anderen Pflanzen im Garten. Ab und zu verträgt Verbene etwas Dünger.