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Pflege-Tipps

Wie kann man Hopfen im eigenen Garten anpflanzen?

Hopfen
Hopfen als Kletterpflanze lässt sich auch im Garten pflanzenFoto: Getty Images

Hopfen kennen viele als Grundzutat beim Bierbrauen – aber man kann die dekorative Kletterpflanze auch selbst im eigenen Garten anpflanzen. Ob man daraus im Anschluss sein eigenes Bier braut, bleibt jedem selbst überlassen.

In der Landwirtschaft wird Hopfen in großflächigen Hopfengärten angebaut – etwa in der Hallertau in Bayern, dem weltweit größten zusammenhängenden Anbaugebiet. Dort hangelt er sich an Drähten empor, die Dolden werden anschließend zur Herstellung von Bier verwendet. Die Hopfenpflanze (Humulus lupulus), die zu den Hanfgewächsen gehört, wird bereits seit Jahrhunderten hierzulande kultiviert. Aber auch in der freien Natur wächst die Kletterstaude. Im privaten Garten kann sie zudem für Sichtschutz sorgen. Was ist beim Anpflanzen und Pflegen von Hopfen im Garten wichtig?

Hopfen im Garten anpflanzen

Der beste Zeitpunkt zum Anpflanzen von Hopfen ist das Frühjahr. Die mehrjährige Pflanze braucht unbedingt eine Rankhilfe, was man bei der Planung gleich berücksichtigen sollte, etwa in Form von gespannten Schnüren oder Drähten. Zudem sollte man geduldig sein: Erst im zweiten Jahr nach der Pflanzung treibt die Staude ihr Wachstum voran.

Hopfen stellt einige Ansprüche an den Boden: Er sollte gleichmäßig feucht bleiben und reich an Nährstoffen sein. In der Hallertau fühlt sich die Kletterstaude in den dortigen Lössböden wohl – ein lockeres Sediment, in dem die Wurzeln Luft bekommen und Wasser eingespeichert werden kann. Der Standort sollte sonnig, maximal halbschattig sein, damit die Pflanze auch Früchte ausbildet. Je mehr Sonne die Pflanze bekommt, desto besser entwickelt sie sich. Allerdings kann man sie auch an einem weniger sonnigen Platz anbauen, lediglich hell sollte es dort sein. Da sich die Wurzeln weit verzweigen und die Staude auch eine stattliche Höhe erreicht, sollte man ihr viel Platz im Garten einräumen.

Hinweis: Die Rankhilfe kann man auch direkt an der Hauswand anbringen, an der der Hopfen dann allmählich nach oben rankt. Im Gegenteil zu anderen Kletterpflanzen wie Efeu hinterlässt der Hopfen auch keine Spuren an der Wand. Allerdings sollte man beachten, dass sich die Ranken stets im Uhrzeigersinn um die Drähte wickeln. Legt man sie andersherum an, bremst man das Wachstum ein.

Die optimale Pflege

Bewässerung

Die Erde sollte stets feucht sein, damit sich die Pflanzen gut mit Nährstoffen aus dem Boden versorgen kann. Staunässe hingegen verkraftet Hopfen gar nicht. Bei lehmigem Boden ist die Gefahr besonders groß. In diesem Fall sollte man ihn mit etwas Sand auflockern.

Düngung

Hopfen braucht vor allem zugeführten Stickstoff. Im privaten Garten kann man das Wachstum mit Naturdünger wie Hornmehl oder Kompost anregen.

Schnitt

Es bietet sich an, Hopfen zweimal im Jahr zu schneiden. Im Sommer findet ein formgebender Pflegeschnitt statt, bei dem man die besonders stark wuchernden Triebe zurechtstutzt. Alternativ oder ergänzend dazu kann man sie auch im Uhrzeigersinn wieder um die Spanndrähte wickeln. Ohne Rankhilfe würden sich die Triebe kreisförmig ausbreiten. Im späten Winter kommt dann der radikale Schnitt, bei dem man die Ranken komplett zurückschneidet. Keine Sorge – die mehrjährige Pflanze treibt im Frühling erneut aus.

Auch interessant: Winterharte Bodendecker für den Garten – die schönsten Sorten

Wie kann man Hopfen vermehren?

Wichtig vorab: Es gibt weibliche und männliche Hopfenpflanzen. Während man im Handel ausschließlich Saatgut für weibliche Pflanzen erhält, ist das Geschlecht bei Samen aus eigenem Anbau erst bei der Blüte ersichtlich. Zur Herstellung von Bier werden nur die weiblichen Pflanzen verwendet, da nur deren Dolden das für die Bierwürze gefragte Lupulin enthalten.

Da man nicht sicherstellen kann, ob es sich bei selbst gezogenen Samen um weibliche oder männliche Exemplare handelt, bietet sich eine vegetative Vermehrung über Stecklinge an. Dazu im Frühjahr einen Trieb abschneiden und an einem schattigen Standort einpflanzen. Damit die Pflanze anwurzelt, sollte man sie ausreichend feucht halten. Alternativ kann man das Triebende auch in ein Glas mit Wasser stellen. Eine weitere Möglichkeit der vegetativen Vermehrung ist, den Wurzelstock mit einem Spaten zu zerteilen und zu vereinzeln – am besten im Frühling oder im Herbst nach der Blüte.

Hinweis: Der Verband deutscher Hopfenpflanzer e.V. geht gezielt gegen männlichen Hopfen vor, da dieser auch über weite Entfernung die weiblichen Pflanzen befruchtet und damit deren Qualität mindert. In den Anbaugebieten ist deshalb auch der Anbau männlicher Pflanzen streng verboten.

Passend dazu: Darf man männlichen Hanf anpflanzen?

Ist Hopfen winterhart?

Hopfen zählt zu den winterharten Pflanzen, die sich über die kalten Monate hinweg zurückziehen und im Frühling neu austreiben. Davor sollte man die alten Triebe jedoch bis auf den Boden herunter kürzen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft führt einige Krankheiten an, die den Hopfen befallen können. Dazu zählen der Echte Mehltau, die Pilzkrankheit Botrytis (Grauschimmel) oder die Verticilliumwelke, bei der der komplette Stock eingehen kann. Zu den Schädlingen zählen die Hopfen-Blattlaus, Spinnmilben, Erdflöhe, Drahtwürmer und der Liebstöckelrüssler.

Quellen
Verband deutscher Hopfenpflanzer
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Mein schöner Garten

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