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Sichtschutz

Die besten Kletterpflanzen für den Garten

Kletterhortensie (Hydrangea Petiolaris)
Die Kletterhortensie (Hydrangea Petiolaris) schmückt jede Hauswand. Sie bevorzugt schattige und halbschattige Standorte.Foto: Getty Images

Kletterpflanzen wie Efeu, Clematis oder Blauregen sind bei Hobbygärtnern beliebt – vor allem, wenn es sich um immergrüne handelt. Sie bieten hervorragenden und natürlichen Sichtschutz. Allerdings sollte man auf die Wahl des richtigen Standorts achten.

Ob als „grüner Anstrich“ für den Gartenzaun, als Schattenspender für die Pergola, als farbenfroher Blätterpelz für die Hauswand oder als blühender Sichtschutz – Kletterpflanzen sind vielseitig einsetzbar. Selbst kleinste Gärten und Balkone verwandeln sie in ein blühendes Paradies. Es gibt für jeden Standort und Zweck immer eine grüne Lösung. Beachten Sie bei der Auswahl: Einige Kletterpflanzen benötigen Rankgitter als Kletterhilfe, andere Arten hangeln sich von allein mithilfe von Haftwurzeln in die Höhe.

Was sind die Vor- und Nachteile von Kletterpflanzen?

Grün tut gut und entspannt. Studien belegen, dass Pflanzen unser Wohlbefinden und die Konzentration steigern und negative Gefühle und Stress reduzieren. Angeblich meistern Menschen schwierigere Situationen besser, wenn sie dabei auf Pflanzen blicken. Weiteres Plus: Grünpflanzen produzieren Sauerstoff, verringern die Sonneneinstrahlung bei Gebäuden und eignen sich obendrein als Schalldämmer. Außerdem macht das Grünzeug auch optisch etwas her. Wer keine Lust darauf hat, andauernd grünen Nachschub zu kaufen, pflanzt mehrjährige, winterharte Kletterpflanzen.

Vorteile von Kletterpflanzen

  • Verbessern das Raum- und Gartenklima
  • Bieten Sicht- und Lärmschutz
  • Reduzieren die Schadstoffbelastung
  • Erhöhen die Luftfeuchtigkeit
  • Schaffen Unterschlupf für Mäuse, Vögel und Insekten
  • Schützen Fassaden vor Graffiti

Nachteile von Kletterpflanzen

  • Beschädigen eventuell Fassade oder Rankhilfe
  • Regenrinnen werden verstopft (Tipp: Dachrinnen reinigen)
  • Wurzeln zerstören ggf. Hauswand
  • Benötigen regelmäßige Pflege

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Welche Kletterpflanzen eignen sich für welchen Standort?

Je nach Sorte bevorzugen immergrüne Kletterpflanzen schattige, halbschattige und sonnige Standorte. Der schnellwüchsige Schlingknöterich gedeiht – ebenso wie einige Clematis-Sorten oder das Geißblatt – prächtig an jedem Standort. Die Pflege des Knöterich ist jedoch ziemlich aufwändig. Dafür verdeckt er zügig bauliche Mängel und trägt deshalb im Volksmund den Spitznamen Architektentrost.

Generell mögen Kletterpflanzen humusreiche, nicht zu trockene Böden und vor allem die immergrüne Clematis legt Wert auf schattige Füße. Am besten, Sie pflanzen im Wurzelraum einen passenden Bodendecker. Dieser wehrt gleichzeitig Unkraut ab. Auch Stauden sind gute Schattenspender.

Die Standortpräferenzen von immergrünen Kletterpflanzen im Überblick:

  • Schattige Standorte: Efeu, Geißblatt, Kletterhortensie, Kletterrosen, Pfeifenwinde
  • Halbschattige Standorte: Blauregen (Wisteria), Clematis, Geißblatt, Gold-Geißblatt, Hopfen, Kletterhortensie, Kletterrosen, Pfeifenwinde, Schokoladenwein (Akebie), Wilder Wein
  • Sonnige Standorte: Blauregen, Clematis, Geißblatt, Gold-Geißblatt, Hopfen, Pfeifenwinde, Schokoladenwein, Klettertrompeten, Kletterrosen, Weinreben, Wilder Wein

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Kletterpflanzen: Clematis viticella
Waldreben (Clematis) blühen in besonders prächtigen Farben. Im Foto: Clematis viticella.Foto: Getty Images

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Worauf sollte man bei immergrünen Kletterpflanzen achten?

Viele Kletterpflanzen begrünen in kürzester Zeit ganze Hauswände, Veranden, Zäune und Spaliere. Doch nicht jede Kletterpflanze eignet sich für jeden Zweck. Je nach Klettereigenschaft schaffen einige nämlich bei geeignetem Boden schnell vier bis sechs Meter. Sie eignen sich ideal zur Begrünung ganzer Fassaden, aber für herkömmliche Gartenzäune mit maximal zwei Metern Höhe sind sie denkbar ungeeignet. Besser sind in diesem Fall blütenreiche, langsam wachsende Pflanzen.

Außerdem passt nicht jeder Untergrund zu jeder Klettertechnik. Einige Selbstklimmer hinterlassen zudem Rückstände oder verursachen Schäden am Bauwerk oder der Rankhilfe. Auch die Traglast und Statik spielen bei der Wahl der Kletterpflanze eine Rolle. Nicht jeder Rosenbogen ist für schweres Gewicht ausgelegt und kein Putz haftet unendlich. Informieren Sie sich vor der Anschaffung über die Standortbedingungen, die Wuchshöhe, die Wuchseigenschaften und die Pflegeintensität – damit Einsatzzweck, Standort und Pflänzchen zusammenpassen.

Kletterpflanzen kombinieren – welche passen zusammen?

Für die Kletterrose ist die Klematis ein guter Begleiter im Beet – die beiden Kletterpflanzen harmonieren sowohl optisch als auch auf ihr Wachstum und ihre Bedürfnisse bezogen. Beide Kletterpflanzen bevorzugen im Garten einen sonnigen Standort mit lockerem, nährstoffreichem Boden, erläutert der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL). Aus gestalterischer Sicht wirkt eine Kombination aus unterschiedlichen Blütenfarben spannend – etwa das Rot der Rosen zu lila- oder pinkfarbenen Varianten der Klematisblüten.

Allerdings sollten Sie die Klematis erst dann zu einer Kletterrose pflanzen, wenn diese bereits mindestens 1,60 Meter hochgewachsen ist. Erst dann können beide Pflanzen gut zur Geltung kommen. Ein weiterer Hinweis: Kombinieren sollte man Klematis nur mit Kletterrosen und nicht mit den Rambler-Rosen. Diese wachsen zu kompakt, weshalb die Klematis nicht ausreichend Platz erhalten würde.

Exotische Kletterpflanzen als Sichtschutz

Trompetenblume (Campsis)

Trompetenblume als Sichtschutz im Garten
Die Trompetenblume ist eine exotische Sorte
  • in Gelb, Orange und Rot erhältlich
  • klettert selbstständig hoch
  • durch ihren leicht windenden Wuchs auch für Lauben oder Rankgitter geeignet
  • braucht einen warmen, windgeschützten Standort
  • verträgt nach dem Winter einen Rückschnitt

Drillingsblume (Bougainvillea)

Mit Bougainvillea im Garten für Sichtschutz sorgen
Vor allem in mediterranen Ländern rankt Bougainvillea an den Hauswänden
  • gibt es mit weißen, gelborangenen, rosafarbigen, pinken, lilafarbigen und blutroten Hochblättern, die weiße Röhrenblüten umschließen
  • hangelt sich mit langen, leicht dornigen Trieben hoch
  • braucht einen warmen, vollsonnigen Standort
  • sollte außerdem regengeschützt stehen
  • benötigt viel Wasser und Nährstoffe
  • verträgt keinen Frost, muss daher im Herbst rechtzeitig ins Winterquartier umziehen

Rankende Kletterpflanzen als Garten-Sichtschutz

Weinrebe (Vitis)

Wein im Garten kann auch als Sichtschutz dienen
Gleich in vielerlei Hinsicht praktisch: Wein im eigenen Garten
  • Tafeltrauben besonders geeignet, da sie frosthart sind
  • braucht einen Standort in Südlage vor einer Steinmauer oder Hauswand, da die Steine Wärme speichern und die Pflanze nachts vor Kälte schützen
  • ein Spalier hilft beim Ranken
  • Winterschutz vor allem bei jungen Pflanzen wichtig

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Waldreben (Clematis)

Clematis im Garten pflanzen
Clematis gibt es in vielen verschiedenen Farben
  • tiefgründiger, humusreicher Boden wichtig
  • braucht einen halbschattigen Standort mit kühlem, schattigen Wurzelbereich
  • benötigt eine Kletterhilfe aus dünnen sowie senkrechten Stäben

Sichtschutz mithilfe von schlingenden Kletterpflanzen

Blauregen (Glyzinie)

Glyzinie im Garten setzen
Zarte Farben und einen Hauch von Romantik bringt die Glyzinie in den Garten
  • sollte zweimal im Jahr geschnitten werden
  • braucht einen sonnigen Standort in geschützter Lage
  • kann an Gartenmauern, Zäunen oder massiven Bögen wachsen und dann von ihnen herabhängen

Dazu passend: In welchen Garten Blauregen passt

Geißblatt (Lonicera caprifolium)

Das Geißblatt ist als Sichtschutzpflanze geeignet
Das Geißblatt hat außergewöhnliche Blüten zu bieten
  • Auswahl zwischen etwa 180 winterharten Sorten
  • trägt duftende Blüten
  • bildet sehr tiefe Wurzeln und kann dadurch auch trockenen Sommern standhalten
  • braucht frische bis feuchte, durchlässige sowie humose Böden

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Prunkwinde (Ipomoea)

Die Prunkwinde hat leuchtende Blüten
Es gibt etwa 650 Arten der Prunkwinde, was sie zur artenreichsten Gattung der Windengewächse macht
  • gibt es in Blau, Rosa, Weiß und außerdem auch mehrfarbig
  • wächst schnell an Rankgittern hoch
  • braucht einen warmen, vollsonnigen Standort, der zudem vor Wind geschützt ist
  • benötigt zudem einen nährstoffreichen, feuchten Boden
  • muss vor allem im Frühling viel Wasser bekommen

Der Kletterpflanzen-Klassiker: Rosen

Kletterrosen sind klassische Sichtschutzpflanzen für den Garten
Kletterrosen wachsen steif und stark aufrecht
  • Kletterrosen umfassen sowohl Rank- als auch Ramblerrosen
  • können bis zu zehn Meter hoch werden
  • Kletterrosen weniger hoch als Rankrosen, wachsen dafür aber kompakter
  • brauchen immer eine Rankhilfe
  • Triebe müssen regelmäßig an der Rankhilfe entlang gezogen und dann befestigt werden
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