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Urban Gardening

Mit diesen Tipps ziehen Sie ganz leicht selbst Tomaten auf dem Balkon

Mit einigen Tricks und Tipps kann man sich ganz einfach selbst Tomaten auf dem Balkon ziehen
Kleinwüchsige Tomatensorten eignen sich gut für Balkonkästen und TopfgärtenFoto: Getty Images

Rund, verbeult, gerippt, gezackt – Tomaten gibt es in vielen Formen, Größen, Farben. Die Tomate ist das beliebteste Gemüse der Deutschen. Dennoch schmeckt sie aus dem Supermarkt oft fade. Hobby-Gärtner, die sie selbst ziehen, haben es da besser. myHOMEBOOK verrät, wie Sie mehr Aroma aus der Tomate holen!

Tomaten sind reich an Vitamin C, Kalium und Ballast-Stoffen. „Dazu kommen sekundäre Pflanzenstoffe, die dazu beitragen, das Risiko bestimmter Krebserkrankungen zu mindern, vor Herzkreislauf-Erkrankungen zu schützen und die Abwehrkräfte zu stärken“, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung.

Der Stoff steckt nicht nur in frischen Tomaten. Da er hitzestabil ist, bleibt ein Großteil auch beim Kochen erhalten. Lykopin kann sogar aus erhitzten Tomaten besser aufgenommen werden als aus rohen Früchten.

Die vielen Arten, Tomaten zu benennen

Die Azteken nannten die Tomate „tomatl“ oder „tomala“, was man mit „Schwellen“ übersetzen kann. Daher auch ihre alte Bezeichnung „Schwellfrucht“. Früher galt die Tomate in Europa als giftig. Allerdings sollte sie gegen Albträume, Schwellungen, Liebeszauber oder Tollwut helfen, weshalb man sie auch „Tollapfel“ nannte. In Frankreich heißt sie hingegen heute noch „Liebesapfel“, denn früher galt sie als probates Mittel gegen „Liebestollheiten“. Die Italiener nennen sie „Pomodoro“, auf Deutsch „Goldapfel“, bezogen auf ihre Herkunft aus dem Eldorado, dem Goldland. Den schönsten Namen haben ihr allerdings die Österreicher verpasst: Paradeiser – Paradies-Apfel.

Übrigens: Die Redewendung „treulose Tomate“ hat ihren Ursprung im Ersten Weltkrieg. Die anfangs mit den Deutschen verbündeten – Tomaten essenden – Italiener wechselten im Kriegsverlauf die Seiten. Daraufhin setzte man ihre Unzuverlässigkeit mit den damals nicht leicht zu kultivierenden Tomatenpflanzen gleich.

Welche Sorten gibt es?

Es gibt eine schier endlose Sortenvielfalt von Tomaten. Generell werden sie aber in Sortenstämmen unterschieden: Cocktail-, Strauch-, Stab- und Fleischtomate. Form und Farbe können stark variieren, ihr Farbspektrum reicht von gelb bis dunkel violett. Ihre kuriosen Namen verdanken die einzelnen Tomaten-Sorten oftmals ihrem Aussehen. So gibt es beispielsweise die grün-gelb gestreifte Sorte „Grünes Zebra“, das „Zahnrad“ mit den fünf roten Zacken oder die gelb-länglichen „Banana Legs“.

Tipp: Wollen Sie außergewöhnliche Tomaten pflanzen, die Sie fast nie im Supermarkt bekommen, können Sie über VERN Samen vieler alter Tomaten-Sorten online bestellen. Dieser eingetragene Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, über 2000 alte Nutzpflanzen-Sorten der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Wann soll man Tomaten pflanzen?

Sie können Tomaten-Setzlinge aus den Kernen selber ziehen oder sich Samen sowie Setzlinge kaufen. Mit dem Ziehen sollten Sie spätestens im April beginnen, denn sobald im Mai kein Spätfrost mehr droht, müssen die frostempfindlichen Jungpflanzen nach draußen gestellt werden. Damit sie sich an das Sonnenlicht gewöhnen, sollten Sie diese zuerst für ein paar Stunden und später den ganzen Tag ins Helle stellen – aber direkte Sonne vermeiden.

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Welche Größe passt zum Balkon?

Generell sind kleine Sorten wie zum Beispiel Cocktail-Tomaten oder die „Johannisbeer-Tomate“ gut für den Balkon geeignet. Alternativ können Sie die Wild-Tomate „Rote Murmel“ im Balkonkasten, Kübel oder Topf pflanzen. Sie ist pflegeleicht und ihre kleinen runden Früchte haben ein intensives süßes Aroma.

Es muss aber nicht immer die kleine Nummer sein. Im Grunde können Sie auch große Tomatensorten auf dem Balkon pflanzen, müssen nur darauf achten, dass die Wurzeln ausreichend Platz haben. So kann durchaus auch die bis zu 500 Gramm schwere „Ochsenherz“-Tomate auf Ihrem Balkon gedeihen, ebenso die gelbe „Sunviva“. Diese Open-Source-Sorte ist patentfrei, gehört keinem Konzern. Sie darf daher gezüchtet und verkauft werden.

Wie pflanze ich eine Tomate?

Ganz einfach: Setzen Sie die Jungpflanze möglichst fünf Zentimeter tief oder bis zu den Blättern in die Erde. So bilden sich zusätzliche Wurzeln, was die Nährstoff-Aufnahme erleichtert. Bei Tomaten ab 50 Zentimeter Wuchshöhe müssen Sie eine Rankhilfe in die Erde stecken, zum Beispiel einen Bambus-Stab. An diesen können Sie später die Pflanze anbinden. Ist der Kübel oder Balkonkasten ausreichend groß, können Sie noch eine weitere Pflanze einsetzen. Damit die Erde nicht so schnell austrocknet, eignen sich Basilikum oder Kapuzinerkresse als Bodendecker.

Kann ich Tomaten überdüngen?

Ja. Die Tomate braucht viele Nährstoffe, damit die Früchte gut schmecken. „Werden die Pflanzen überdüngt, kann das zum Beispiel zu Blütenendfäule führen“, erläutert Katrin Quinckhardt von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Zuviel des Guten führt zudem dazu, dass mehr kleine, dafür aber geschmacksärmere Früchte wachsen. Kalkhaltige Erde kann den Geschmack hingegen noch verbessern. Für den Garten sieht das gute Mittelmaß so aus: Beim Setzen sollte man drei Kilogramm halbreifen Kompost oder angerotteten Stallmist pro Quadratmeter in die oberste Bodenschicht einarbeiten. Dazu kommen etwa 80 Gramm Horngrieß pro Quadratmeter oder 140 Gramm Rizinusschrot pro Quadratmeter. Eventuell ist auch eine Kalziumgabe durch einen Spezialdünger wichtig.

Können Sie auf dem Balkon nicht so viel Aufwand betreiben, reicht auch etwas Kompost, den Sie beim Einpflanzen unter die Erde mischen. Zusätzlich ein wenig Hornspäne untergemischt, kann die Pflanze die Nährstoffe länger aufnehmen. Und zweimal in der Woche sollten Sie flüssigen Tomaten-Dünger ins Gießwasser geben. Vorsichtig jedoch vor Überdünnung.

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Hochwachsende Tomaten ausgeizen

Stab-Tomaten nehmen wenig Platz ein, da sie in die Höhe wachsen. Damit sie nicht im Wind hin- und herflattern und abknicken, müssen diese an einem Stab befestigt werden. Für einen stabilen Wuchs brauchen Stab-Tomaten einen Blumenkübel mit bis zu 30 Liter Fassungsvermögen.

Damit sie einen guten Ertrag abwerfen, müssen Sie die Stab-Tomate „ausgeizen“. Damit ist gemeint, alle Seitentriebe, die in den Blatt-Achseln wachsen, zu entfernen. So geht alle Kraft in die Blüten- und Fruchtbildung. Die abgezwackten Triebe können Sie zwischen ihren Balkon-Pflanzen verteilen, sie vertreiben Mücken und Schädlinge.

Kraut- und Braunfäule ist der Feind der Tomaten

Hängen die Blätter Ihrer Tomaten schlaff herab und verfärben sich graugrün bis braun? Haben die Stile braune Flecken? Dann sind die Pflanzen wahrscheinlich mit einem Pilz befallen – der Kraut- und Braunfäule. Die Krankheit breitet sich vorwiegend in feuchtwarmen, regnerischen Sommern aus und ist der Feind aller Tomaten und ihrer Liebhaber. Innerhalb kürzester Zeit können die Tomaten eingehen.

Achtung: Essen sollten Sie die befallenen Früchte auf keinen Fall! Sie gehören auch nicht auf den Kompost, da sich dort die Sporen des Pilzes vermehren. Entsorgen Sie die erkrankten Tomaten im Bio-Müll.

Pilzerkrankungen an den Tomaten vermeiden

Vermeiden Sie beim Gießen, die Blätter mit Wasser zu benetzen. Gießen Sie daher direkt am Fuß der Pflanze.

Es muss nicht immer windstill sein: Ein Standort, wo immer ein leichtes Lüftchen weht, schadet den Pflanzen nicht. Im Gegenteil werden nass gewordene Blätter schneller wieder trocken. Alternativ können Sie die Pflanzen auch ab und zu leicht schütteln. Regnet es hingegen viel, sollten Sie die Pflanzen zum Schutz unterstellen. Sie können bei Freiland-Pflanzen auch ein Tomaten-Dach bauen.

Wählen Sie eine resistente Tomaten-Sorte, der zu viel Nässe nichts ausmacht. Das Umwelt-Bundesamt empfiehlt beispielsweise die Stab-Tomate „Phantasia“. Diese habe eine hohe Toleranz gegen Kraut- und Braunfäule. Gut geeignet ist auch die Cocktail-Tomate „Philovita“.

Knipsen Sie die Seitentriebe in den Blattachseln frühzeitig aus. Die Wunden sind dann noch klein und verschließen sich schneller. Schimmelpilze und andere Schädlinge haben so keine Chance.