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Gefährlicher Gartenschädling

Goldafter-Befall früh erkennen und richtig handeln

Zu den gefräßigsten Gartenschädlingen zählt die Raupe des Goldafters
Zu den gefräßigsten Gartenschädlingen zählt die Raupe des Goldafters Foto: Getty Images/Janny2
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Carolin Chytrek
Carolin Chytrek Freie Autorin

17. Juni 2026, 6:32 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wenn in den Sommermonaten alles blüht und gedeiht, ist die Freude über den eigenen Garten besonders groß. Umso ärgerlicher wird es, wenn Schädlinge bleibende Schäden verursachen und die Gesundheit von Sträuchern und Bäumen gefährden. Der Goldafter ist einer davon. Was Hobbygärtner über den Gartenschädling wissen sollten.

Mit seinen weißen, fellartigen Flügeln sieht der Goldafter (Euproctis chrysorrhoea) recht niedlich aus, doch der Falter mit dem leuchtend orangefarbenen Hinterteil gehört regional zu den gefürchtetsten Gartenschädlingen. Vor allem im Raupenstadium kann er große Schäden hinterlassen. Von ihm gehen nicht nur Gefahren für heimische Pflanzen aus, sondern auch für den Menschen. Doch was steckt wirklich dahinter, wie erkennt man einen Befall frühzeitig und wie lässt er sich am besten bekämpfen?

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Wie geht der Goldafter vor?

Bevor der Goldafter in seiner ganzen Pracht erstrahlt, durchläuft er zunächst das Raupenstadium. Wenn im Frühjahr die Natur erwacht, schlüpfen die kleinen Tierchen aus ihren fünf bis zehn Zentimeter großen Überwinterungsverstecken. Diese sehen wie gesponnene, silbrig-weiße Netze aus, befinden sich zumeist auf Zweigspitzen und bieten Platz für bis zu 100 Raupen. Um sich prächtig entwickeln zu können, begeben diese sich von dort aus auf Nahrungssuche. Dabei machen sie weder Halt vor Knospen noch vor Blättern. In kürzester Zeit können sie so ganze Baum- oder Buschkronen zerstören.

Wie im Jahr 2009: Damals war im südlichen Frankenjura unweit von Ingolstadt an einer 25 Jahre alten Bergahorn-Allee ein großflächiger Befall mit fast vollständiger Zerstörung festgestellt worden. Und auch 2026 musste bereits der beliebte Lutherpark in Bischofswerda wegen einer Goldafter-Invasion für Besucher gesperrt werden, wie der MDR im Mai berichtet hat.

Wie gefährlich ist der Goldafter?

Vor allem für den Menschen kann die Begegnung mit dem Goldafter weitreichende Folgen haben. Auf den Raupen befinden sich winzig kleine Brennhaare, die durch enthaltene reizende Eiweißstoffe beim Kontakt mit unserer Haut starke Reaktionen auslösen können. Dazu sollen Juckreiz, Quaddeln und mehrtägige Ausschläge gehören.

Demnach können die Reizstoffe bei empfindlichen Personen auch allergische Reaktionen auslösen, weshalb Kinder und Allergiker besonders Abstand halten sollen. Vor allem umherfliegende Brennhaare und jene in den Gespinstnestern seien eine ernst zu nehmende, unsichtbare Gefahr.

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Naturparadies in Gefahr

Zu den Lieblingspflanzen der Goldafter-Raupen gehören vor allem Obstbäume wie Apfel oder Birne, aber grundsätzlich lassen sie sich auf jeglichen Sorten von Laubgehölzen nieder. Auch Schlehe, Rosenbüsche und Zierhölzer können betroffen sein. „Die bevorzugten Biotope dieser wärmeliebenden Art liegen außerhalb des Waldes in der planaren und kollinen Höhenstufe, insbesondere an Solitärbäumen, in Hecken, an Alleen, auf Streuobstwiesen und an sonnigen Waldrändern“, informiert die bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).

Ein Angriff schwächt die natürliche Barriere und macht die Pflanzen durchlässiger für Krankheiten und empfänglicher für Trockenheit. Vor allem wiederholte Befälle mit dem Goldafter können Garten- und Waldpflanzen nachhaltig schwächen. Während ältere Bäume und Büsche eher robuster sind, kann der Schädling gerade für junge Ableger den Todesstoß sein.

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Daran erkennt man einen Befall

Hat sich der Goldafter erst einmal im heimischen Garten niedergelassen, erkennt man das bereits in den kahlen Monaten rund um den Jahreswechsel. Dann befinden sich die Raupen noch in der Überwinterung und haben sich in ihrem Gespinst zurückgezogen. Weil sich zu dieser Zeit kaum Blätter an den Bäumen und Büschen befinden, geben sich die auffälligen Nester dann gut zu erkennen.

Wer erst später im Jahr aufmerksam wird, sollte vor allem auf angefressene Blätter, feine Gespinste in den Kronenbereichen und krabbelnde Raupen auf den Ästen achten. „Gut zu erkennen sind die weißen Seitenflecken und die beiden roten Trichterwarzen“, wie das LWF beschreibt. Zu diesem Zeitpunkt kann der Befall allerdings schon so fortgeschritten sein, dass die betroffene Pflanze bereits nachhaltig Schaden genommen hat. Deshalb gilt: Wem seine Pflanzen lieb sind, der sollte bereits früh im Jahr eine Runde durch den Garten drehen und sich die Natur genau anschauen.

Wie bekämpft man einen Befall?

Hat der Goldafter den heimischen Garten befallen, ist schnelles Handeln nötig, um Schlimmeres zu verhindern. Im Idealfall wird der Befall bereits im Herbst oder Winter erkannt. Dann können die kleinen sichtbaren Gespinstnester direkt mitsamt des Astes entfernt und sicher vernichtet werden: Laut LWF „können sie abgeschnitten und verbrannt werden“.

Allerdings sollten hier die örtlichen Vorschriften beachtet werden. Eine Entsorgung über die Biotonne oder den Kompost wird nicht empfohlen, da sich die Tierchen von dort aus weiter ausbreiten können. Sind diese bereits in kleiner Anzahl aus ihrem Winterquartier geschlüpft, sollten sie schnellstmöglich abgesammelt werden. Beim direkten oder indirekten Kontakt mit den Raupen ist aber auf eine angemessene Schutzausrüstung und Handschuhe zu achten. Aufgrund der umherfliegenden Brennhaare sollte der Bereich weiträumig abgesperrt werden, um körperliche Reaktionen zu verhindern. Wenn der Befall zu fortgeschritten ist oder sich nicht eindämmen lässt, lohnt sich die Beauftragung eines Fachbetriebs.

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