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Thuja, Kirschlorbeer und Co.

Hecke im Garten in 4 Schritten entfernen

Hecke entfernen
Beim Entfernen einer Hecke im Garten kann schweres Gerät wie ein Minibagger hilfreich sein – vor allem beim Lösen des Wurzelstocks Foto: Getty Images/Fotomax
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Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

10. Februar 2026, 5:39 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Wenn Hecken lückig werden, nicht mehr in die Zeit passen oder einer neuen Planung im Weg stehen, fällt oft der Entschluss, die Hecke zu entfernen. Kein Spaziergang, aber mit dem richtigen Werkzeug und dem passenden Know-how dennoch gut machbar. Wir liefern das Know-how.

Warum die Hecke weichen muss

Mitunter spricht der Zustand der Hecke für sich. Sie verkahlt, wird ungleichmäßig oder zeigt immer mehr Lücken, weil sie vergreist, unter Stress steht oder Schäden durch Krankheiten und Schädlinge hat. In anderen Fällen ist sie zwar noch dicht, wirkt aber zu massiv und passt nicht mehr zur übrigen Gestaltung des Gartens. Auch praktische Gründe können für die Entfernung der Hecke ausschlaggebend sein, beispielsweise wenn an ihrer Stelle ein Zaun, eine Zufahrt oder ein Stellplatz errichtet werden soll.

Zunehmend spielen auch ökologische Erwägungen eine Rolle. Immergrüne Klassiker wie Thuja und Kirschlorbeer bringen kaum ökologischen Nutzen. Wer eine solche Hecke durch eine bunte Wild(obst)hecke ersetzt, leistet einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Biodiversität.

Gesetzliche Fristen und rechtliche Fallstricke

Zum Schutz von Vögeln und anderen Wildtieren gilt bundesweit eine Schutzfrist. Zwischen dem 1. März und dem 30. September dürfen Hecken und andere Gehölze weder radikal zurückgeschnitten noch ganz beseitigt werden. Erlaubt sind in dieser Zeit nur schonende Form- und Pflegeschnitte. Für eine komplette Rodung liegt das übliche Zeitfenster deshalb von Anfang Oktober bis Ende Februar.

Je nach Kommune können zusätzliche Regeln gelten. Bei Hecken an der Grenze kommt das Nachbarrecht dazu. Entscheidend ist, wo die Hecke tatsächlich steht und was im jeweiligen Bundesland gilt. Beim Ausgraben der Wurzeln ist Fingerspitzengefühl gefragt, damit Mauern, Einfassungen oder Fundamente nicht an Stabilität verlieren.

Voraussetzungen: Kraft, Sicherheit, Technik

Hecken zu entfernen, ist körperlich anspruchsvoll. Besonders die Wurzelstöcke stellen eine Herausforderung dar. Handschuhe, festes Schuhwerk, Schutzbrille und robuste Kleidung schützen vor Verletzungen.

Vor dem ersten Spatenstich sollte klar sein, ob Leitungen zu Schaden kommen können. Denn da Hecken oft entlang von Grundstücksgrenzen stehen, ist die Nähe zu Erdkabeln oder Rohren nicht auszuschließen. Manchmal ist vorsichtiges Freilegen per Hand sicherer als Hacken nach Gefühl.

Tipp: Wer eine Hecke entfernen will, sich aber nicht auf seine Ausdauer und Muskelkraft verlassen möchte, kann im Baumarkt Geräte wie Minibagger oder Wurzelfräse mieten.

Werkzeuge für die Rodung einer Hecke

  • Spaten und Grabegabel
  • Astschere und Baumsäge, gegebenenfalls Hochentaster
  • Axt oder Wurzelsäge für dicke Wurzeln
  • Für große Wurzelstöcke: eine Zughilfe, etwa eine Handseilwinde oder ein Seilzug

Anleitung für das Entfernen einer Hecke

1. Hecke zurückbauen

Der erste Schritt besteht darin, die einzelnen Pflanzen auf ein handliches Maß zu bringen. Dazu werden die Seitenäste und dünnen Triebe entfernt, sodass die kräftigen Stämme gut erreichbar sind. Wer hier gründlich ist, spart später Kraft, weil der Stock nicht mehr so viel Gewicht hat.

2. Stamm als Hebel stehen lassen

Die Stämme sollten nicht einfach bodennah abgesägt werden, denn sie sind beim Entfernen der Wurzel Gold wert. Bleiben Stammstücke von etwa 1,20 bis 1,50 Metern im Boden zurück, lassen sie sich später als Hebel einsetzen.

3. Wurzeln freilegen und trennen

Rund um den Stamm wird nun die Erde ausgehoben. Dünne Wurzeln lassen sich dabei meist gut mit dem Spaten durchtrennen, bei dickeren Wurzeln helfen Wurzelsäge oder Axt.

4. Stock lösen

Sind die ersten Hauptwurzeln gekappt, kann ein erster Versuch unternommen werden, den Stamm in verschiedene Richtungen zu drücken, um die Wurzel zu lösen. Wenn sich nichts bewegt, liegen meist noch kräftige Wurzeln in tieferen Schichten. Auch diese müssen freigelegt und gekappt werden, bevor man noch einmal versucht, den Stamm durch Drücken in alle Richtungen zu lösen.

Bei sehr großen Wurzelstöcken reicht Hebelkraft manchmal nicht aus. Dann ist eine Zughilfe nützlich, die den Stock langsam aus dem Boden zieht. Dafür braucht es einen festen Punkt zum Einhängen, etwa einen kräftigen Baum. Der Stamm sollte dabei mit einem Baumschongurt oder einem breiten Gurt geschützt werden, bei Bedarf mit Schutzlage dazwischen, damit die Rinde nicht leidet. Beim Ziehen ist aus Sicherheitsgründen darauf zu achten, dass sich niemand in der Nähe des gespannten Seils aufhält.

Wohin mit dem Schnittgut?

Ist die Hecke abgesägt und ausgegraben, bleibt jede Menge Schnittgut zurück. Hier entscheidet vor allem der Gesundheitszustand über den weiteren Weg.

  • Krankes Material: Pflanzen mit Pilzbefall oder Schädlingen sollten den Garten verlassen. Häckseln und Kompostieren würden die Schaderreger im eigenen Kreislauf oft weiter verteilen. In diesen Fällen ist die Entsorgung über die Biotonne oder den Recyclinghof die sicherste Wahl.
  • Gesundes Material als Kompost oder Mulch: Bei gesundem Holz kommt es auf die Arten an. Hecken aus Feldahorn, Hainbuche oder etwa Rotbuche sind als Gartenabfall ein Glücksfall. Ihr Laub und Holz verrotten zügig und liefern wertvollen Humus. Gehäckselt eignen sie sich auch prima als Mulch, sollten aber nicht direkt an ganz frische Pflanzungen gegeben werden.

Was die Nutzung von Thuja- und Kirschlorbeerschnittgut betrifft, gehen die Meinungen auseinander. Ihre zähen Nadeln und Blätter verrotten nur sehr langsam und können das Bodenmilieu ungünstig beeinflussen. Während manche Gärtner diese Langlebigkeit auf Wegen schätzen, lehnen andere die Nutzung wegen der enthaltenen Wirkstoffe ab.

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Ökologisches Upgrade in der Benjeshecke

Wer den Platz hat, kann Thuja- und Kirschlorbeerschnitt nutzen, um eine Benjeshecke anzulegen oder einen Totholzhaufen aufzuschichten. Das Geäst bildet über die Jahre ein stabiles Gerüst für Vögel, Igel und andere Wildtiere. Es ist fast perfekte Ironie: Erst als Totholz leisten diese viel gescholtenen Heckenpflanzen ihren größten Beitrag zur Artenvielfalt.

Den Boden für Neupflanzung vorbereiten

Ist auf dem Platz der alten Hecke eine Neupflanzung geplant, lohnt sich eine gründliche Bodenvorbereitung. Zuerst befreit man den umgegrabenen Boden von verbliebenen Wurzelresten und reichert ihn anschließend mit reichlich Humus an. Da die alten Gehölze das Milieu über Jahre geprägt haben, bringt ein abschließender pH-Test Klarheit, ob der Boden für die Neupflanzung zu sauer ist und eine Gabe Kalk als Korrektur sinnvoll wäre.

Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

Rankhilfe auf Zeit in meinem Garten

„Um mir das mühsame Ausgraben zu sparen, habe ich die Thujahecke in meinem Garten auf 1,60 m gekappt und bis auf wenige aufrechte Äste radikal entastet. Diese dienen nun als stabile Pfosten, zwischen die ich einige lange Zweige des Schnittguts als waagerechte Streben geflochten habe. Ein kleiner Holunder, der sich zufällig in der Hecke ausgesät hatte, nutzt nun das Licht und erobert mit einer dazu gepflanzten Clematis das Thuja-Spalier. Die Lebensdauer dieser Konstruktion ist natürlich begrenzt: Während das Holz und die Wurzeln der Thuja über die Jahre langsam verrotten, dient das Gerüst als natürliche Rankhilfe auf Zeit.“

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