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Trockenheit, Hitze, Starkregen

Meteorologe warnt: Frühling immer früher! Die Folgen für unsere Gärten

Der frühe Frühling im Garten bringt neben der Blüte auch Probleme wie Trockenheit mit sich
Der frühe Frühling im Garten bringt neben früher blühenden Pflanzen mitunter auch typische Sommer-Probleme wie Trockenheit mit sichFoto: Getty Images

Der Winter wird kürzer, der Frühling kommt früher – die Folgen des Klimawandels hinterlassen zunehmend Spuren in unseren Gärten. Vielerorts macht Trockenheit mittlerweile schon im Frühjahr dem Garten zu schaffen. Doch welche Lösungen gibt es für Hobbygärtner?

Der Frühling zeigt sich immer früher – und das nicht nur im eigenen Garten. Weltweit wird beobachtet, dass sich die Jahreszeiten verschieben. Ein deutliches Anzeichen für diese Verschiebung zeigt sich beispielsweise anhand der Blütezeit von Japanischen Kirschen, die beim Kirschblütenfest seit dem 8. Jahrhundert fester Bestandteil der japanischen Kultur ist. Doch 2021 erreichte die Kirschblüte in Kyoto bereits am 26. März ihren Höhepunkt – so früh wie seit dem Jahr 812 nicht. Das geht aus Daten hervor, die die Universität von Osaka gesammelt hat. In unseren Breiten zeigt sich nicht nur die Apfelblüte immer früher. Deutlich früher blühen zum Beispiel auch Forsythien, Pfirsich und Holunder. Der Wandel der Jahreszeiten hat gravierende Folgen für die Natur und die Entwicklung der Pflanzen. Wann sie sprießen und blühen, wird im sogenannten „Phänologischen Kalender“ festgehalten. Anhand der verschiedenen Wachstums- und Blühphasen orientieren sich nicht nur Hobbygärtner, Landwirte oder Obstbauern. Die Daten sind auch für Pollenallergiker hilfreich. Wer zum Beispiel gegen Haselnuss allergisch ist, kann ein Lied von der immer früher einsetzenden Blüte singen. Denn mittlerweile tränt und schnieft es vielerorts schon im Januar.

Die Folgen eines frühen Frühlings für den Garten

Was steckt eigentlich hinter dem Phänomen, dass sich die Jahreszeiten so deutlich verschieben? myHOMEBOOK fragte Jörg Riemann, Leiter des Wetterdienstes „Wettermanufaktur“ in Berlin. Der Meteorologe erklärte, es habe zwar schon immer Temperaturschwankungen gegeben, es sich aber zeige, dass die Winter schwächer würden und die wärmere Jahreszeit durch die globale Erderwärmung früher einsetze.

Riemann warnt: „Wenn die Natur früher anfängt zu sprießen und dann noch Spätfröste kommen, kann es zum Problem werden. Wie es sich schon in den letzten Jahren gezeigt hat, führt der Frost dann schnell zu großen Schäden an Blüten und zur Fruchtbildung.“

Trotz des frühen Frühlings gilt für den Garten oder auf dem Balkon, dass man sich momentan mit der Bepflanzung noch zurückhalten sollte. „Stiefmütterchen vertragen auch kalte Nächte. Andere Pflanzen macht ein Spätfrost jedoch zu schaffen. Die Zeit vor den Eisheiligen sollte man nutzen, um den Garten frühlingsfit zu machen.“

Trockenheit nicht immer schlecht für Pflanzen

Riemann, der auch passionierter Hobbygärtner und Naturliebhaber ist, erklärt, dass ein trockenes Frühjahr prinzipiell für die Gartenlandschaft gut sein kann. „Die Wurzeln wachsen zu Beginn der Vegetationsphase dann stärker aus. Wenn das Frühjahr hingegen zu nass ist, überstehen Pflanzen mit schwächer ausgebildeten Wurzeln Trockenphasen im Sommer schlechter. Der Idealfall wäre, dass der April ein wechselhaftes Wetter bietet mit häufigen Regenschauern. Wenn das derzeitige, trockene Hoch nicht ewig andauert, gibt es die Hoffnung, dass das Wasserangebot handelbar ist. Problematisch kann es jedoch werden, wenn der April auch noch trocken wird.“

Ob sich eine durchwachsene Witterung abzeichnet, ist noch nicht ganz klar. Zwar könnte der momentane Hochdruckeinfluss womöglich nicht länger anhalten, meint Riemann. Aber schon jetzt ist es in einigen Regionen zu trocken gewesen. Es gab in letzter Zeit immerhin nasse Unterbrechungen im süddeutschen Raum. „Aber seit gut einem halben Monat fiel zum Beispiel in Berlin gar kein Regen mehr.“ Was sich schon seit Längerem abzeichnet: Früher gab es mehr wechselhaftes Wetter. „Mittlerweile aber stellt sich die Wetterlage für längere Zeit ein, egal ob nass, kalt, trocken und heiß“, beobachtet der Meteorologe.

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Früher Frühling: Was hilft gegen Trockenheit im Garten?

Während der kalten Jahreszeit herrscht im Garten die Vegetationsruhe. Die Natur schöpft neue Kraft für den kommen Sommer. Was aber, wenn der Winter immer kürzer ausfällt? Für viele Pflanzen, aber auch Vögel und andere Tiere bedeutet es zusätzlichen Stress. Zumal, wenn es zu früh und zu lange trocken bleibt. Mit einigen Maßnahmen können Hobbygärtner jedoch gegensteuern.

Regenwasser einfach versickern zu lassen, wäre viel zu schade. Das kostbare Nass, das während des Winters anfällt, kann man mit minimalem Aufwand sammeln. Dafür eignet sich eine Regentonne oder auch ein alter Öltank im Boden, den man zur Zisterne umfunktioniert.
Hilfreich ist zudem ein sogenannter „Regendieb“ oder „Regensammler“. Das Rohrstück gibt es günstig im Baumarkt oder online. Der Regensammler wird in ein Fallrohr eingebaut. Daran schließt man dann einen Gartenschlauch an und schöpft das Regenwasser ab, das durch das Fallrohr vom Dach abläuft. Das Wasser leitet man über den angeschlossenen Schlauch an besonders trockene Ecken im Garten, zum Beispiel an die Baumscheibe eines durstigen Baumes. Nach zwei oder drei Wochen kann man den Schlauch an eine andere trockene Stelle umlegen. Der Gartenboden wirkt wie ein natürlicher Wasserspeicher und hält das eingesickerte Wasser für längere Zeit in der oberen Erdschicht. In Trockenperioden profitieren viele Pflanzen dann von den natürlichen Wasserdepots, die man an verschiedenen Stellen im Garten angelegt hat.

Generell verhindert man ungewünschte Verdunstung von Gieß- und Regenwasser, indem man das Gartenbeet so gut wie möglich bepflanzt und nur wenige Stellen mit frei liegender Erde belässt. Schatten spenden zudem Bäume und hohe Sträucher.

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Problemkind Rasen

Rasen kommt nicht gut mit dem Klimawandel zurecht und muss immer öfter mit zusätzlichem Wasser versorgt werden. Bei zunehmender Trockenheit und Wasserknappheit wird das schnell zu einem Problem. Eine Lösung wäre, die Rasenfläche zumindest in Teilen sich selbst zu überlassen. Die höher wachsenden Gräser sehen nicht nur schön aus und sind ein Labsal für viele wichtige Insekten und Vögel. Sie bieten zudem mehr Schatten und schützen den Boden vor dem Austrocknen. Einmal jährlich, am besten im August, mäht man den Naturrasen komplett ab und entsorgt den Grünschnitt. Dadurch magert die Fläche ein wenig aus. Als Folge mischen sich mit der Zeit mehr und mehr Blühpflanzen unter die Gräser. Die blühende Naturwiese ist ein echtes Highlight im Garten. Sie braucht kaum Pflege und trotzt auch länger anhaltender Trockenheit.

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Stein und Beton aus dem Garten verbannen

Was noch gegen Trockenheit und heiße Sommer hilft: Steinplatten oder Schotter- und Betonflächen haben im hitzeresistenten Garten nichts zu suchen. Sie heizen sich schnell auf und speichern die Wärme über längere Zeit. Die Fassade von Haus, Garage und Gartenschuppen schützt man mit einer natürlichen Klimaanlage vor der Hitze. Hoch wachsende oder rankende Pflanzen als Fassadenbegrünung können die Temperatur im Sommer um mehrere Grad Celsius senken. Die Begrünung bietet Vögeln darüber hinaus einen wichtigen Lebensraum. Zudem werden Luftschadstoffe gebunden und die Biodiversität erhöht.

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