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Für ein gepflegtes Grün

So sanieren Sie einen vernachlässigten Rasen in 5 Schritten

Das Vertikutieren ist ein wichtiger Bestandteil, wenn man den Rasen sanieren möchte
Das Vertikutieren ist ein wichtiger Bestandteil, wenn man den Rasen sanieren möchte Foto: GettyImages/Kinek00
Franka Kruse-Gering
Redakteurin

4. September 2026, 15:37 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Jeder hat seine eigene Vorstellung vom perfekten Grün. Die einen wünschen sich einen makellosen Rasen, andere bevorzugen eine naturnähere Fläche. Soll aus einer vernachlässigten Wiese jedoch wieder ein gepflegter Rasen werden, ist einiges an Arbeit nötig. Ein klarer Fahrplan hilft dabei, die Fläche Schritt für Schritt von Grund auf zu sanieren. myHOMEBOOK erklärt, wie man dabei vorgeht.

Rasen sanieren – Anleitung in 5 Schritten

Grün und gepflegt oder bunt und ausufernd – jeder Rasen hat etwas für sich. Doch in jedem Rasen steckt Arbeit – manchmal mehr, manchmal weniger. Eines haben sie alle gemeinsam: Es handelt sich um „Schlachtfelder“. Auf jeder Rasenfläche konkurrieren die Pflanzen miteinander. Darunter sind gute und auch „böse“, etwa wuchernde Unkräuter. Wer einen unkrautfreien Rasen bevorzugt, sollte die Augen offenhalten und schnell handeln. Hat man erst einmal einen „Störfaktor“ im Garten, etwa Giersch, breitet sich dieser rasant aus. Dann kann es nötig sein, den Rasen grundlegend zu sanieren.

Eine Rasensanierung ist mit einigem Aufwand verbunden. Umso wichtiger ist es laut Rasenprofi Thomas Ströbele, die Arbeiten in einer wüchsigen Jahreszeit durchzuführen, in der die Gräser gute Bedingungen zum Keimen und Anwachsen vorfinden. Das Frühjahr bietet sich dafür besonders an.

Tipp: Es kann sinnvoll sein, sein Augenmerk auf häufig genutzte Rasenflächen zu legen. Der Arbeitsaufwand ist um einiges geringer, wenn man zunächst nur den sichtbaren Teil des Rasens bearbeitet. Weniger oft genutzte oder gesehene Flächen könnten etwas vernachlässigt werden.  

1. Rasen mähen

Bevor mit der Rasensanierung begonnen wird, sollte die Fläche zunächst gemäht werden. Rasenexperte Ströbele empfiehlt, den Rasen dafür möglichst kurz zu schneiden. Das erleichtert die weiteren Arbeitsschritte und sorgt dafür, dass kahle Stellen, Moos und Unkraut besser sichtbar werden. Soll der vorhandene Rasen bei einer grundlegenden Sanierung bewusst geschwächt und anschließend neu aufgebaut werden, muss bei diesem Schnitt nicht auf die Drittelregel geachtet werden.

Für den normalen Pflegeschnitt gilt jedoch: Je häufiger der Rasen gemäht und je weniger Blattmasse dabei jeweils entfernt wird, desto stärker bestocken die Gräser. Sie bilden mehr Seitentriebe, wodurch sich mit der Zeit eine dichtere Grasnarbe entwickelt, erklärt der Profi.

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2. Rasen vertikutieren

Nach dem Mähen kommt das Vertikutieren­­, um Moos und Rasenfilz zu entfernen. Damit hat das Gieß- oder Regenwasser eine bessere Möglichkeit, im Boden zu versickern und die Wurzeln des Grases zu befeuchten.

Beim Vertikutieren dürfen die Messer nicht tief in den Boden eindringen. Sie sollten die Oberfläche lediglich leicht anritzen, damit Rasenfilz und abgestorbenes Material entfernt werden, ohne die Graswurzeln unnötig zu beschädigen. Befindet sich viel Erde zwischen dem herausgearbeiteten Material, wurde das Gerät zu tief eingestellt.

Passend dazu: Die 5 besten Vertikutierer für einen gepflegten Rasen

Für die regelmäßige Rasenpflege muss nicht immer zum Vertikutierer gegriffen werden. Ströbele empfiehlt stattdessen ein schonenderes Lüften der Grasnarbe. Mit Federzinken oder einem Laubrechen lässt sich abgestorbenes Pflanzenmaterial entfernen, ohne die Fläche so stark zu beanspruchen wie beim Vertikutieren. Das kann ausreichen, um die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen zu verbessern und den Rasen gesund zu erhalten. Bei einer grundlegenden Rasensanierung, etwa wenn viel Rasenfilz, Moos oder andere Probleme vorhanden sind, kann das Vertikutieren dagegen sinnvoll oder sogar notwendig sein.

Das entfernte Moos sollte entsorgt werden. Hierfür bietet sich der Kompost an, es sei denn, es befinden sich wuchernde Unkräuter darin. Zu beachten ist auch, dass man beispielsweise Giersch durch das Vertikutieren verbreiten und den Wuchs sogar fördern kann. Die beste Zeit zum Vertikutieren ist von März bis Juni.

Tipp: Da Moos eher auf nährstoffarmen Böden wächst, kann auch ein regelmäßigeres Düngen Abhilfe schaffen. Wenn der Rasen gut gedüngt wird und wächst, verdrängt er das Moos.

3. Rasen düngen

Nach dem Mähen und Vertikutieren folgt bei der Rasensanierung die Nährstoffversorgung. Organische Dünger versorgen nicht nur die Gräser, sondern fördern auch die Aktivität der Mikroorganismen im Boden. Da ihre Nährstoffe jedoch zunächst umgesetzt werden müssen, wirken sie vergleichsweise langsam. Soll sich ein geschwächter Rasen im Frühjahr schnell regenerieren und vorhandene Lücken schließen, empfiehlt Ströbele einen Dünger mit schnell verfügbarem mineralischen Anteil. Maßgeblich sind der Zustand der Fläche und die Herstellerangaben des jeweiligen Produkts.

Ergänzend werden Produkte mit Mykorrhizapilzen angeboten. Die Pilze gehen eine Verbindung mit den Graswurzeln ein. Ihr feines Pilzgeflecht kann den Bereich vergrößern, aus dem die Pflanze Wasser und Nährstoffe aufnimmt. Laut Ströbele sind entsprechende Produkte allerdings teuer und kommen deshalb vor allem auf professionell gepflegten Sport- und Rasenflächen zum Einsatz.

Hinweis: Die empfohlene Menge hängt vom Produkt ab. Viele Rasendünger werden mit etwa 20 bis 40 Gramm pro Quadratmeter ausgebracht. Maßgeblich sind stets die Herstellerangaben auf der Verpackung.

Dünger richtet sich in erster Linie an die Pflanzen, in diesem Falle an den Rasen. Dieser muss ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden, um optimal wachsen zu können und Unkräuter zu verdrängen. Doch auch der Boden an sich benötigt Unterstützung. Um den Mikroorganismen im Boden zu helfen, bieten sich Bodenverbesserungsmittel oder sogenannte „Aktivatoren“ an. Diese können zeitgleich mit dem Dünger ausgebracht werden. Aber auch hierbei gilt: Unbedingt auf die Angaben des Herstellers achten.  

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4. Rasen nachsäen

Nach dem Vertikutieren und anderen Sanierungsmaßnahmen folgt die Nachsaat. Sie sorgt dafür, dass kahle Stellen schnell wieder begrünt werden und Lücken in der Grasnarbe geschlossen werden können. Je nach Zustand der Fläche kann es sinnvoll sein, nicht nur einzelne Bereiche, sondern größere Teile des Rasens nachzusäen. So haben die jungen Gräser die Chance, sich gleichmäßig zu entwickeln und eine dichte, belastbare Rasenfläche zu bilden.

Für die Nachsaat empfiehlt sich eine Rasenmischung, die zur Nutzung und zum Standort der Fläche passt. Im Fachhandel erhält man neben einer entsprechenden Beratung auch Mischungen für verschiedene Anforderungen. Aber auch beim Discounter ist der Kauf möglich. Dabei sollte man auf Angaben zu einer Regel-Saatgut-Mischung, kurz RSM, achten. Die festgelegten Mischungsverhältnisse gelten laut Ströbele als Qualitätsmerkmal.

Tipp: Wer Wasser sparen, aber im Sommer keinen gelben, vertrockneten Rasen haben möchte, sollte auf eine Rasenmischung zurückgreifen, die einen hohen Mikroklee-Anteil enthält. Dieser Mikroklee wächst, je nach Sorte, sehr niedrig, sodass er bei ausreichender Wässerung kaum sichtbar ist. Wenn der Rasen aber vertrocknet, gelb wird und eingeht, bleibt der Mikroklee weiterhin grün.

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5. Rasen sanden

Auch das Sanden des Rasens gehört zum Sanieren mit dazu. Diese Maßnahme lockert den Boden auf und sorgt somit dafür, dass das Wasser beim Gießen besser in das Erdreich absickern kann. Es gibt aber noch weitere Vorteile:

  1. Auf einem gesandeten Rasen kann sich Moos schlechter absetzen.
  2. Gesandeter Rasen ist trittfester.
  3. Mithilfe von Sand kann man Unebenheiten im Rasen bis zu fünf Zentimetern ausgleichen.
  4. Die frisch gesäte Saat wird abgedeckt und somit vor hungrigen Vögeln geschützt.

Zum Sanden benötigt man eine Schaufel, im Idealfall eine mit großer Fläche. Der Sand muss gut auf der Rasenfläche verteilt werden. Zum gleichmäßigen Verteilen des Sandes empfiehlt Ströbele einen Rasenrakel. Damit lässt sich das Material über die Fläche ziehen und gleichmäßig verteilen. Alternativ eignet sich auch ein Besen, mit dem der Sand eingekehrt werden kann. Dabei richten sich zugleich Grashalme wieder auf, die durch das aufgebrachte Material niedergedrückt wurden.

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Tipp: Nach dem Vertikutieren braucht man in der Regel zwei bis drei Liter Sand pro Quadratmeter. Es empfiehlt sich also, den Sand liefern zu lassen, anstatt viele Säcke im Baumarkt zu kaufen.

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