24. Juni 2026, 13:33 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Siebenschläfer ist weit mehr als nur ein kleines Nagetier: Ende Juni trägt auch ein besonderer Kalendertag seinen Namen. Einer jahrhundertealten Bauernregel nach soll das Wetter an diesem Tag den Sommer vorhersagen können. Aber trifft das tatsächlich noch zu?
Wer auf einen sonnigen Sommer hofft, sollte den 27. Juni im Blick behalten: An diesem Tag ist Siebenschläfer. Rund um das Datum rankt sich eine der bekanntesten Bauernregeln überhaupt: „Wie das Wetter sich am Siebenschläfer verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ Demnach soll die Witterung an diesem Tag einen Hinweis auf den weiteren Verlauf des Sommers geben. Doch wie zuverlässig ist diese Vorhersage tatsächlich? Handelt es sich lediglich um eine überlieferte Wetterweisheit oder steckt mehr dahinter? myHOMEBOOK hat bei Diplom-Meteorologe Jörg Riemann von der Wettermanufaktur nachgefragt. Er erklärt, was es mit der Bauernregel am Siebenschläfer auf sich hat.
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Wie lauten die Bauernregeln zum Siebenschläfer?
Bauernregeln zum Siebenschläfer beinhalten meist denselben Inhalt. Sie prophezeiten das Wetter für den Sommer, konkret meist die kommenden sieben Wochen.
- Das Wetter am Siebenschläfer-Tag noch sieben Wochen bleiben mag.
- Wie das Wetter sich am Siebenschläfer verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.
- Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.
- Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.
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Wie verlässlich ist die Wetterprognose?
Es sei wichtig, nicht nur den 27. Juni zu betrachten, wenn die Bauernregel zum Siebenschläfer Anwendung finden soll, so Riemann. Es drehe sich mehr um das Wetter in diesem Zeitraum. Man solle also eine Woche vor und eine Woche nach dem Stichtag das Wetter beobachten. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? „Diese Bauernregel ist eine der bestuntersuchtesten Bauernregeln und sie stimmt in zwei von drei Fällen. Das muss nicht jedes Jahr stimmen, aber wenn man jetzt mal 30 Jahre anguckt, dann war es vielleicht in zehn Jahren falsch und in 20 Jahren richtig, so in etwa“, erklärt der Meteorologe.
Das ist die Prognose für die kommende Zeit
Für die Siebenschläfer-Regel ist vor allem entscheidend, ob sich eine Wetterlage über einen längeren Zeitraum etabliert. Genau das ist derzeit der Fall: Deutschland steht unter dem Einfluss eines großräumigen Hochdruckgebiets, das Tiefdruckgebiete vom Atlantik fernhält und sehr heiße Luft nach Mitteleuropa lenkt. „Das führt in den nächsten Tagen zu hoher bis extremer Wärmebelastung und wahrscheinlich auch an einzelnen Stationen zu neuen Temperaturrekorden“, erklärt Felix Dietzsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Für Freitag und Samstag werden vielerorts bis zu 40 Grad, örtlich sogar 41 Grad erwartet.
Ob die aktuelle Wetterlage tatsächlich auch in den kommenden Wochen prägend bleibt, ist jedoch noch unklar. Zwar deutet sich zu Beginn der kommenden Woche eine leichte Abkühlung an, dennoch bleiben Temperaturen über 30 Grad wahrscheinlich. „Insgesamt scheint sich die Wetterlage durchaus etwas umzustellen. Aber wohin da die Reise geht oder ob das nur vorübergehender Natur ist und die Hitze zurückkehrt, lässt sich heute noch nicht absehen“, so Dietzsche.
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Was bedeutet das für den Garten?
Früher waren Bauernregeln vor allem für die Landwirtschaft relevant. Da es noch keinen Wetterbericht gab, musste man auf Erfahrungswerte zurückgreifen, um die Ernte nicht in Gefahr zu bringen. Aber auch für Gartenbesitzer kann der Stichtag interessant sein, etwa wenn es um die Bewässerung zur Urlaubszeit geht. Allerdings sollte man sich nicht auf diese Prognosen verlassen, zumal es heutzutage auch modernere Methoden gibt, das Wetter vorherzusagen.
Bauernregel trifft eigentlich einen anderen Tag
Wetter-Experte Riemann erklärt zudem, dass die Bauernregel zu früheren Zeiten anders berechnet wurde. „Durch die Kalenderreform 1582 haben sich die Tage etwas verschoben. Eigentlich wäre Siebenschläfer am siebten Juli.“ Ob früher oder heute – generell gelten zwei Wochen um den 27. Juni herum als Siebenschläfer.