24. Juli 2026, 6:43 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Lavendel zu vermehren ist ein Kinderspiel. Mit Material, das durch den Schnitt sowieso anfällt, können Sie innerhalb weniger Wochen mit geringem Aufwand neue Lavendelpflanzen ziehen. myHOMEBOOK erklärt Ihnen, wie sich Lavendel einfach vermehren lässt und worauf Sie dabei achten sollten.
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Die richtige Zeit für die Vermehrung von Lavendel
Lavendel wird zweimal im Jahr geschnitten, und beide Male fällt brauchbares Material an. Nach der Blüte kürzen Sie im Spätsommer alle Triebe um etwa ein Drittel, vor allem, um die verwelkten Blütenstände zu entfernen. Der kräftigere Schnitt um zwei Drittel folgt erst im Frühjahr, sobald keine längeren Fröste mehr drohen. Diese Schnittmaßnahmen sorgen dafür, dass der Halbstrauch nicht von unten verkahlt, kompakt bleibt und sich gut verzweigt. In diese beiden Phasen – zeitiges Frühjahr und Spätsommer – fällt auch das beste Zeitfenster fürs Bewurzeln von Lavendelstecklingen. Wer dann zur Schere greift, kann Schnitt und Vermehrung also in einem Aufwasch erledigen.
Die Aussaat ist die zweite Möglichkeit, Lavendel zu vermehren, dauert aber länger, ist aufwendiger und liefert ungleichmäßige Ergebnisse. Aus einem Steckling dagegen wächst eine exakte Kopie der Mutterpflanze, mit demselben Wuchs und demselben Duft.
Schritt für Schritt Lavendel aus Stecklingen vermehren
Für die Stecklingsvermehrung eignen sich nicht blühende, noch grüne Triebe. Am abgeschnittenen Ende können sie schon leicht fest, dürfen aber noch nicht richtig verholzt sein, denn aus dem Holz treiben sie keine Wurzeln. Gehen Sie Trieb für Trieb vor:
1. Kürzen Sie einen der ausgewählten Triebe mit einem sauberen, scharfen Messer auf etwa zehn Zentimeter und setzen Sie den unteren Schnitt direkt unter einen Knoten. Aus den Knoten treiben später die Wurzeln. Deshalb sollten im unteren Drittel, das in die Erde kommt, mindestens zwei, besser drei Knoten sitzen.
2. Streifen Sie die Blätter von diesem unteren Drittel ab, damit die Knoten frei liegen und nichts unter der Erde fault. Oben können etwa drei Blattpaare stehen bleiben. Mehr besser nicht, denn der noch wurzellose Trieb soll seine Kraft in die Wurzelbildung stecken statt in die Versorgung vieler Blätter.
3. Stecken Sie das kahle Stück in nährstoffarme Anzuchterde, der Sie idealerweise noch Sand beimischen. Der Steckling sollte so tief gesetzt werden, dass das unterste verbliebene Blattpaar knapp über dem Boden sitzt.
4. Gießen Sie gut an und stülpen Sie eine durchsichtige Haube oder Folie über das Gefäß. Die feuchte Luft darunter erleichtert das Anwurzeln.
5. Stellen Sie den Lavendel an einen hellen Platz, aber nicht in die direkte Sonne. Wenn Sie die Haube täglich zum Lüften kurz abnehmen, verringert sich die Wahrscheinlichkeit von Schimmelbildung.
Ob ein Steckling angewachsen ist, sehen Sie ihm an: Treibt er nach einigen Wochen frische, grüne Spitzen, hat er Wurzeln gebildet. Haben Sie mehrere Stecklinge in einen Topf oder eine Anzuchtschale gesteckt, ist nun die richtige Zeit, um die Pflanzen zu vereinzeln. Dafür können Sie Kräutererde verwenden. Um die Verzweigung zu fördern, kürzen Sie die Triebspitzen leicht ein.
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Junge Lavendelpflanzen ins Beet setzen
Wann die Jungpflanzen ins Beet dürfen, hängt von der Jahreszeit ab. Frühjahrsstecklinge wachsen über den Sommer heran und haben die ganze Saison Zeit, sich im Beet zu etablieren, bevor der erste Winter kommt. Spätsommerstecklinge sind dafür zu klein: Mit gutem Winterschutz können sie zwar draußenbleiben, sicherer überstehen sie den ersten Winter aber frostfrei im Haus oder Gewächshaus und ziehen erst im Frühjahr ins Beet.
Was bei der Stecklingsvermehrung schiefgehen kann
Lavendel stammt aus dem kargen Mittelmeerraum und verträgt vieles, nur keine nassen Füße. Steht ein Steckling zu feucht, fault er, wird braun und weich, bevor sich Wurzeln bilden. Die Erde soll daher gleichmäßig leicht feucht sein, aber nicht nass. Wer täglich zur Gießkanne greift, bringt die jungen Pflänzchen mit viel Liebe um.