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So vermehren Sie Rosen ganz einfach selbst

Wie lassen sich Rosen am besten vermehren?
Wie lassen sich Rosen am besten vermehren? Foto: Getty Images
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Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

15. Juli 2026, 6:57 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Rosen vermehren ist kein Expertenprivileg. Ob über Stecklinge im Sommer oder Steckhölzer im Herbst – myHOMEBOOK zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie die Vermehrung gelingt und worauf es beim Stecken wirklich ankommt.

Vielleicht haben Sie eine Rose im Garten, bei der einfach alles stimmt: das zarte Rosa der Blüten, ihr süßer Duft und das geschäftige Summen von Bienen und Hummeln, die durch die Blüten ziehen. Da kann man schon mal auf den Gedanken kommen, die Pflanze zu vervielfältigen. Dafür braucht es kein Labor, denn die Anlage für einen Neuanfang steckt bereits in jedem gesunden Trieb. Ein gezielter Schnitt zur richtigen Zeit lenkt die Energie der Pflanze um – und Sie ziehen sich ganz einfach Ihren eigenen Rosennachwuchs heran.

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Welche Rosen lassen sich leicht vermehren?

Nicht jede Rose ist gleichermaßen bereit, sich einfach vermehren zu lassen. Kletterrosen, Ramblerrosen und Strauchrosen sowie Bodendecker- und Zwergrosen schlagen oft bereitwillig neue Wurzeln. Beet- und Edelrosen sind dagegen Diven. Hier hilft meist nur die Veredelung – eine Methode, die eher von Profis genutzt wird als von Hobbygärtnern. Viele dieser Sorten sind auf spezielle Unterlagen angewiesen und entwickeln sich auf eigenen Wurzeln oft nur schwach.

Vermehrung im Sommer mit Stecklingen

Zwischen Juni und August ist die beste Zeit für die Rosenvermehrung durch Stecklinge. Beim genauen Zeitpunkt scheiden sich die Geister: Während einige auf Triebe schwören, deren Knospen gerade Farbe zeigen, aber noch nicht ganz geöffnet sind, halten andere das Stadium, wenn die Blüte gerade verwelkt ist, für geeigneter. Entscheidend ist, dass der Trieb bereits leicht verholzt, aber noch nicht vollständig ausgereift ist. Und so geht’s Schritt für Schritt:

  • 1. Zuschnitt: Wählen Sie einen kräftigen, diesjährigen Trieb und schneiden Sie ihn großzügig von der Rose ab. Das ideale Material stammt aus der Triebmitte und sollte etwa fünf Augen enthalten. Entfernen Sie die weiche Triebspitze und den unteren, schon gut verholzten Teil des Zweiges mit einem sauberen und scharfen Messer, um so ein optimales Mittelstück zu erhalten.
  • 2. Der Wachstumspunkt: Kappen Sie das untere Ende schräg knapp unter einem Auge. Hier sitzt die Schaltzentrale für den Neuanfang.
  • 3. Wasser sparen: Jedes Blatt an einem Trieb ist eine kleine Wasserpumpe, die Feuchtigkeit in die Luft abgibt. Damit der Steckling nicht vertrocknet, bevor er im Boden andocken kann, entfernen Sie alle Blätter bis auf das oberste. Diese radikale Kur schont die Wasserreserven und lenkt die ganze Energie dahin, wo sie gebraucht wird: unter die Erde.
  • 4. Optionale Starthilfe: Wenn Sie der Natur unter die Arme greifen wollen, können Sie die untere Schnittstelle in Bewurzelungspulver tauchen.
  • 5. Eintopfen: Stecken Sie den Trieb etwa zu zwei Dritteln tief in einen Topf mit nährstoffarmer Anzuchterde. Wenn Sie mehrere Triebe zusammen in einen Topf stecken, achten Sie darauf, dass sich die Blätter nicht berühren.
  • 6. Das Mini-Klima: Eine transparente Abdeckung sorgt für eine ausreichend feuchte Umgebung. An einem hellen Platz ohne direkte Sonne kann der Trieb nun Wurzeln bilden.
  • 7. Geduld und Winterschutz: Nach einigen Wochen bis Monaten sollten sich neue Wurzeln gebildet haben. Die junge Rose darf nun in einen Topf mit nährstoffreicher Erde umziehen, sollte frostfrei überwintern und im Mai des folgenden Jahres ausgepflanzt werden.

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Vermehrung im Herbst mit Steckhölzern

Wenn der Garten im November zur Ruhe kommt, ist die Zeit für Steckhölzer. Diese Methode ist perfekt für alle, die es unkompliziert mögen: Nutzen Sie voll ausgereifte, entblätterte Triebe, die etwa bleistiftdick sein sollten. Und so geht’s Schritt für Schritt:

  • 1. Zuschnitt: Schneiden Sie 20 bis 30 Zentimeter lange verholzte Triebstücke ab. Die oberen Enden werden knapp über, die unteren knapp unter einem Auge geschnitten.
  • 2. Vorbereitung: Lockern Sie die Erde am gewünschten Standort gut auf und magern Sie sie mit etwas Sand ab. Das regt die Steckhölzer zur Wurzelbildung an und schützt sie gleichzeitig vor zu nassen Füßen und Fäulnis.
  • 3. Stecken: Setzen Sie die Hölzer so tief in die Erde, dass nur noch das oberste Auge herausschaut. Achten Sie dabei auf die natürliche Wuchsrichtung, damit Sie die Hölzer nicht versehentlich kopfüber in die Erde stecken.
  • 4. Winterschutz: Ein Vlies schützt vor starken Frösten. Nun können Sie die Steckhölzer fast vergessen. Nur wenn es lange Zeit ungewöhnlich trocken ist, sollten Sie die Gießkanne vorbeischicken.
  • 5. Frühlingserwachen: Wenn die Wurzelbildung geklappt hat, geht es im Frühjahr richtig los. Die jungen Rosen schieben die ersten Blätter hervor.
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Aussaat: Methode für experimentierfreudige Gärtner

Wer Hagebutten an seinen Rosen entdeckt, kann sie zur Aussaat nutzen. Da Insekten die Bestäubung übernommen haben, entstehen keine Kopien der Mutterpflanze, sondern genetische Unikate. Mit einer guten Portion Glück ziehen Sie so eine neue tolle Sorte heran. So geht’s: Die Samen werden aus dem Fruchtfleisch gelöst und gesäubert. Bevor sie in Anzuchterde ausgesät werden, müssen sie im Kühlschrank einer 8- bis 12-wöchigen Kältebehandlung unterzogen werden.

Absenker: einfache Methode für Kletterkünstler

Kletter- und Ramblerrosen bilden lange, flexible Triebe, die sich hervorragend absenken lassen. Beim Absenken bleibt der Trieb mit der Mutterpflanze verbunden und wird von ihr durchgefüttert, während er eigene Wurzeln bildet. So geht’s: Nach der Blüte wird ein Zweig in eine 10–20 Zentimeter tiefe Erdmulde gebogen, leicht angeritzt und mit einer Astgabel oder einem Zelthaken am Boden fixiert. Die Mulde wird mit einem lockeren Mix aus Gartenerde, etwas Sand und etwas reifem Kompost zugeschüttet, wobei die Triebspitze aus der Erde herausschaut. Feucht gehalten, bilden sich bis zum Herbst neue Wurzeln. Im folgenden Frühjahr kann die junge Rose von der Mutterpflanze getrennt und an ihren Bestimmungsort umgesetzt werden.

Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

Extratipp

Setzen Sie am besten nicht nur auf ein einziges Exemplar, sondern starten Sie direkt mit mehreren Stecklingen oder Steckhölzern. Das erhöht die Erfolgsquote massiv. Letztlich ist es ja so: Sie haben nichts zu verlieren, aber eine Rose zu gewinnen.

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