30. März 2026, 10:55 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Staudensellerie, auch Stangensellerie oder Bleichsellerie genannt, zählt zu den vielseitigen Gemüsepflanzen und wird vor allem wegen seiner knackigen Blattstiele geschätzt. Im Gegensatz zu anderen Sellerieformen steht hier nicht die Knolle, sondern der oberirdische Pflanzenteil im Mittelpunkt. Seine mild-würzige Note macht ihn sowohl roh als auch gegart verwendbar. Für den Anbau sind jedoch einige Besonderheiten zu beachten, da die Pflanze hohe Ansprüche an Wasser und Nährstoffe stellt. Wer diese kennt, kann Stangensellerie erfolgreich kultivieren und vielseitig nutzen.
Der Staudensellerie (Apium graveolens var. dulce) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die durch ihre charakteristischen schirmförmigen Blütenstände gekennzeichnet ist. Er stammt ursprünglich vom Wildsellerie ab, der im Mittelmeerraum und an europäischen Atlantikküsten wächst. Dort besiedelt er nährstoffreiche, feuchte und oft salzhaltige Böden. Bereits in der Antike wurde Sellerie als Heilpflanze genutzt. Heute ist Stangensellerie weltweit verbreitet und insbesondere in den USA und im Mittelmeerraum ein wichtiges Gemüse.
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Staudensellerie
Boden
humusreich, nährstoffreich
Pflanzzeit
Februar/März vorziehen, Mai ins Beet
Standort
sonnig bis halbschattig
Gießen
regelmäßig, Erde sollte stets feucht sein
Erntezeit
Ab Sommer – vor dem ersten Frost
Giftig
nein
Düngen
benötigt regelmäßige Nährstoffgaben
nein
Stangensellerie pflanzen
Stangensellerie wird aus Samen vorgezogen, da er eine lange Entwicklungszeit hat. Die Aussaat erfolgt ab Februar oder März bei Temperaturen von etwa 16 bis 20 °C. Als Lichtkeimer muss man die Samen nur leicht andrücken. Nach etwa zwei bis drei Wochen keimen sie. Nach rund sechs bis acht Wochen können die Jungpflanzen ab Mitte Mai ins Freiland gesetzt werden, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Wichtig ist, die Pflanzen nicht tiefer zu setzen als im Anzuchttopf.
Standort und Boden
Stangensellerie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Der Boden sollte tiefgründig, humos und nährstoffreich sein, da es sich um einen Starkzehrer handelt, also eine Pflanze mit hohem Nährstoffbedarf. Besonders geeignet sind lehmige, gut wasserhaltende Böden. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit ist entscheidend, da Trockenheit zu Qualitätsverlusten führt. Kalk- und leicht salzhaltige Böden werden gut vertragen, Staunässe sollte jedoch vermieden werden.
Aussehen und Wuchs
Stangensellerie ist eine krautige Pflanze, die bis zu einem Meter hoch werden kann. Charakteristisch sind die fleischigen, verdickten Blattstiele, die aus dem Zentrum der Pflanze wachsen und bis zu 60 Zentimeter lang werden können. Die Stiele sind meist grün bis hellgrün, bei bestimmten Anbauverfahren auch gelblich (Bleichsellerie). Die Blätter sind gefiedert und dunkelgrün. Im Unterschied zu anderen Sellerieformen bildet Stangensellerie nur eine kleine, unauffällige Knolle.
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Sorten
Beim Stangensellerie gibt es verschiedene Züchtungen mit unterschiedlichen Eigenschaften:
- ‘Tall Utah’: Hohe, ertragreiche Sorte mit mildem Geschmack
- ‘Spartacus’: Selbstbleichende Sorte mit zarten, hellen Stangen
- ‘Darklet’: Frühe Sorte mit schneller Entwicklung
- ‘Conga’: Schnellwachsend, geeignet für Frühjahrs- und Sommeranbau
- ‘Tango’: Widerstandsfähig und für längere Anbauperioden geeignet
Einige Sorten sind selbstbleichend, andere müssen vor der Ernte durch Lichtentzug aufgehellt werden.
Stangensellerie pflegen
Stangensellerie ist pflegeintensiv und eignet sich eher für erfahrene Gärtner, da er kontinuierlich Wasser und Nährstoffe benötigt.
Wie man Stangensellerie richtig bewässert
Der Wasserbedarf ist hoch. Der Boden sollte stets gleichmäßig feucht gehalten werden. Besonders in warmen Perioden ist regelmäßiges Gießen notwendig, da Trockenheit zu faserigen und geschmacklich intensiveren Stielen führt. Staunässe sollte vermieden werden.
So muss man Sellerie düngen
Als Starkzehrer benötigt Staudensellerie eine intensive Nährstoffversorgung. Vor der Pflanzung wird Kompost in den Boden eingearbeitet. Während der Wachstumsphase sind zusätzliche Düngergaben sinnvoll, beispielsweise mit stickstoff- und kaliumreichen Düngern oder organischen Alternativen wie Brennnesseljauche. Eine Überdüngung mit Stickstoff kann jedoch den Geschmack beeinflussen.
Benötigt Staudensellerie einen Schnitt?
Ein klassischer Rückschnitt ist nicht erforderlich. Für die Ernte können einzelne äußere Stiele abgeschnitten werden, während die Pflanze weiterwächst. Alternativ wird die gesamte Pflanze geerntet.
Winterhärte
Stangensellerie ist frostempfindlich und verträgt keine Minustemperaturen. Die Ernte sollte daher vor dem ersten Frost erfolgen.
Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt über Samen. Aufgrund der langen Entwicklungszeit ist eine Vorkultur notwendig. Nach der Keimung vereinzelt (pikiert) man die Jungpflanzen, damit sie sich kräftig entwickeln können.
Krankheiten und Schädlinge
Stangensellerie kann von verschiedenen Problemen betroffen sein:
- Septoria-Blattfleckenkrankheit: braune Flecken mit schwarzen Punkten; Vorbeugung durch gute Belüftung
- Selleriemosaikvirus: gelbliche Verfärbungen und Wachstumsstörungen; Übertragung durch Blattläuse
- Selleriefliege: Larven schädigen die Blattstiele
- Möhrenfliege: Befällt Wurzeln und verursacht Fraßgänge
- Blattläuse und Schnecken: Schwächen die Pflanze durch Fraß
Giftigkeit
Stangensellerie ist essbar und ein beliebtes Gemüse, kann jedoch bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen wie Hautreizungen oder Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
Alternativen
Ähnliche Gemüsepflanzen mit vergleichbarer Nutzung sind:
- Fenchel (Foeniculum vulgare)
- Petersilie (Petroselinum crispum)
- Möhre (Daucus carota)
- Pastinake (Pastinaca sativa)
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Ernte und Verwendung
Stangensellerie kann ab dem Sommer schrittweise geerntet werden, indem einzelne Stiele abgeschnitten werden. Die vollständige Ernte erfolgt spätestens vor dem ersten Frost. Die Stangen können roh als Snack oder Salatzutat verwendet werden, eignen sich aber auch für Suppen, Eintöpfe und Soßen. Zudem ist er Bestandteil von Gemüsesäften. Er sollte kühl gelagert werden.
Bienenfreundlichkeit
Da Stangensellerie meist vor der Blüte geerntet wird, spielt er für Bienen im Garten nur eine geringe Rolle.