6. März 2026, 11:55 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Kohlrabi ist ein Gemüse für alle, die schnelle Erfolge sehen wollen. Von der passenden Keimtemperatur über die richtige Saattiefe bis zum Abhärten – myHOMEBOOK-Autorin und Gartenexpertin Katharina Petzholdt erklärt, was Sie wissen müssen, um kräftige Jungpflanzen heranzuziehen.
Kohlrabi ist nicht nur das am schnellsten wachsende Kohlgemüse, sondern auch das unkomplizierteste. Weil es leicht zu kultivieren ist, eignet es sich auch für Gartenanfänger. Kohlrabi kann im Haus vorgezogen oder direkt gesät werden. Wer direkt ins Beet sät, hat weniger Arbeit und erspart den Pflanzen den Umzugsstress. Dennoch hat das Vorziehen im Haus seine Vorteile: Vorgezogene Kohlrabi kommen mit einem Wachstumsvorsprung ins Beet und können daher früher geerntet werden. Zudem sind die Jungpflanzen im Haus vor Schnecken geschützt und die Bedingungen wie Temperatur und Wasserzufuhr lassen sich besser kontrollieren.
Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat
Kohlrabi lässt sich je nach Sorte vom ausgehenden Winter bis in den Herbst anbauen. Je nach Sorte und Jahreszeit liegen zwischen Aussaat und Ernte 12 bis 20 Wochen. Die Aussaatzeiten variieren stark: Manche Sorten können schon ab Januar vorgezogen werden, andere erst im Juli. Ein Blick auf das Saatguttütchen hilft dabei, die richtige Sorte für die eigenen Wünsche zu finden. Die Direktsaat ist meist ab April möglich. Kohlrabi, die im Haus vorgezogen werden, brauchen von der Aussaat bis zur Pflanzung etwa sechs Wochen.
Die richtige Temperatur für eine erfolgreiche Keimung
Bei einer Temperatur von 16 bis 20 Grad dauert es etwa 6 bis 10 Tage, bis sich die Keimlinge zeigen.
Zwei Anzuchtmethoden
Für die Anzucht gibt es zwei einfache Wege: Entweder starten die Samen gemeinsam in einer Schale und die Pflanzen werden später vereinzelt, oder sie wachsen von Anfang an in kleinen Einzeltöpfen.
- Gemeinsame Aussaatschale: Die Samen werden in einer mit Anzuchterde gefüllten Schale gemeinsam ausgesät. Wenn sich nach den Keimblättern die ersten Laubblätter langsam zeigen, werden die Pflanzen vorsichtig in einzelne Töpfe gesetzt. Dort wachsen sie in nährstoffreicherer Erde weiter.
- Aussaat in Einzeltöpfen: Wer sich das Vereinzeln sparen möchte, kann direkt in Einzeltöpfe bzw. Multitopfplatten säen. Diese sollten etwa vier bis fünf Zentimeter Durchmesser haben. Weil nicht alle Samen keimen, sät man pro Topf oft zwei Samen aus. Keimen beide, wird die schwächere Pflanze dicht über dem Boden abgeschnitten.
Vorbereitung und Aussaat
Ob in Einzeltöpfen oder Aussaatschalen: Nach dem Befüllen mit Anzuchterde wird das Substrat leicht zusammengedrückt, eventuell noch einmal nachgefüllt und dann angegossen. So lässt sich vermeiden, dass die kleinen Samen nach der Aussaat beim Gießen in tiefere Schichten geraten. Mit einem Pikierstab, einem Bleistift oder einem ähnlichen Gegenstand werden dann 0,5 bis 1 cm tiefe Löcher in die Erde gebohrt. Anschließend wird gesät, die Saatmulde verschlossen und vorsichtig mit einer Ballbrause oder Sprühflasche gewässert.
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Wasser und Licht
Während der Keimphase muss die Erde durchgehend feucht bleiben, darf aber nicht richtig nass sein. Eine Klarsichtfolie oder ein Zimmergewächshaus erleichtern das Wässern, weil sie verhindern, dass die Erde schnell austrocknet. Wird die Abdeckung einmal am Tag zur Belüftung kurz entfernt, hat Schimmel kaum eine Chance.
Wenn die jungen Pflanzen durch die Erde brechen, sollten sie an einen etwas kühleren Platz umziehen. Kälter als 12 Grad dürfen sie im Jungpflanzenstadium aber nicht länger stehen, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich keine Knollen bilden. Ein möglichst heller Standort ist ausschlaggebend für ein gesundes Wachstum. Haben die Pflanzen zu wenig Licht, entstehen statt kräftiger Pflanzen dünne, lange, schwächliche Triebe.
Pflege bis zum Auspflanzen
Bis es nach draußen geht, brauchen die Jungpflanzen immer ausreichend Wasser und viel Licht. Gut eine Woche bevor der Umzug ins Freie ansteht, werden die Pflanzen abgehärtet, indem sie tagsüber zunächst für ein paar Stunden an einen vor Sonne und Wind geschützten Platz nach draußen kommen. Danach wird die Zeit im Freien Schritt für Schritt verlängert und die Pflanzen werden allmählich an Sonne, Wind und Temperaturschwankungen gewöhnt.
Setzlinge nicht zu tief einpflanzen
„Beim Auspflanzen sollte man unbedingt darauf achten, die Setzlinge nicht zu tief zu pflanzen. Die sich oberirdisch bildende Knolle darf nicht auf der Erde aufliegen, weil sie sonst entweder anfängt zu faulen oder sich gar nicht erst entwickelt.“