17. August 2026, 6:37 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Es ist der Traum eines jeden Eigenheimbesitzers: ein eigener Pool im Garten. Gerade bei der sommerlichen Hitze wirkt ein privates Schwimmbecken deutlich attraktiver als ein Besuch im völlig überfüllten Freibad. Worauf es bei der Planung ankommt und was der Badespaß am Ende kostet, dazu hat sich myHOMEBOOK beim Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V. (BSW) erkundigt.
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Welche Bauweisen gibt es bei Pools?
In Deutschland gibt es bereits knapp zwei Millionen privat genutzte Pools. Das zeigen Zahlen des BSW aus dem Jahr 2025. Bei der Unterscheidung der Pooltypen orientiert sich der Verband eher am Material und an der Bauweise, weniger an der Größe.
Demnach lassen sich heimische Pools grob in drei Kategorien einteilen:
- Frame Pools: Damit sind sämtliche Aufstellbecken gemeint. Dazu gehören klassische Planschbecken zum Aufblasen, hochwertigere Stahlwandbecken oder Schwimmbecken mit Holzverkleidung.
- Eingelassene Stahlwandbecken: Diese Pools sind teilweise oder vollständig in die Erde eingelassen. Zum erweiterten Kreis gehören Becken aus Polystyrol-Steinen. Solche Pools gibt es als Selbstbau-Variante, sie können allerdings auch von einem Fachbetrieb errichtet werden.
- Einstückbecken: Dazu gehören Becken aus einem Stück, meist aus Kunststoff gefertigt, beispielsweise glasfaserverstärkt (GFK), aus Polypropylen oder Polyvinylchlorid. Auch Beton- oder Edelstahlbecken zählt der BSW zu dieser Kategorie.
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Die Nutzung bestimmt die Größe
Für alle drei Kategorien gibt es fertige Lösungen. Zumindest bei Variante zwei und drei sind dafür Vorarbeiten notwendig. Wer diese nicht selbst erledigen möchte, lässt sich seinen Pool von einem Fachbetrieb einrichten. Eine dritte Möglichkeit ist selbstverständlich, den eigenen Pool komplett selbst zu planen und zu bauen.
„Wer überlegt, einen eigenen Pool im Garten zu errichten, sollte sich zunächst darüber klar werden, welchen Zweck dieser erfüllen soll“, empfiehlt der Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V. (BSW). Eine solche Überlegung ist hinfällig, wenn die zur Verfügung stehende Gartenfläche knapp bemessen ist.
Bei großen Grundstücken macht es allerdings Sinn, sich über die Nutzung des Pools Gedanken zu machen. „Wenn das Becken nur zum Abkühlen an heißen Sommertagen dienen soll, reicht ein kleiner Pool zum Aufstellen oder ein Whirlpool. Wer hingegen sein Becken nutzen möchte, um regelmäßig Bahnen zu schwimmen, sollte bei Länge und Tiefe großzügiger planen“, betont der BSW.
Größere Becken: mehr Kosten und intensivere Pflege
Bei der Poolplanung sollte mitbedacht werden: Je größer das Becken, desto mehr Pflege benötigt das private Schwimmbad. Deswegen kann ein kleiner Pool trotz eines großen Gartens am Ende die bessere Lösung sein.
Sogar ein Whirlpool sorgt an heißen Tagen für Abkühlung. „Die meisten Menschen verbinden mit einem Whirlpool beheiztes, sprudelndes Wasser mit Massagewirkung. Doch selbstverständlich lässt sich so ein Pool auch mit kaltem Wasser nutzen. Dann spart man sich zudem die Kosten für die Wassererwärmung“, betont der BSW.
Apropos Kosten: Diese orientieren sich an der Größe. Das beginnt bereits beim Aufbau. Für individuell geplante Pools rechnet der BSW mit 25.000 bis 30.000 Euro. Je nach Ausstattung und persönlichen Wünschen können die Kosten noch darüber liegen.
Wer sich für einen klassischen Swimmingpool oder Naturpool entscheidet, sollte zudem bedenken, dass diese Beckenvarianten einen zusätzlichen Pflegeaufwand verursachen. Wer dazu keine Lust hat, sollte erst gar nicht darüber nachdenken und sich lieber ein kleines Aufstellbecken zulegen.
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Laufende Kosten werden oft unterschätzt
Was viele Menschen bei der Planung eines Gartenpools unterschätzen: Je nach Größe verursacht das heimische Schwimmbecken regelmäßige Kosten. Während sich die Ausgaben für sämtliche Vorarbeiten und den Aufbau sehr genau beziffern lassen, fällt das bei den laufenden Kosten schon deutlich schwieriger.
Dazu zählen unter anderem:
- Strom für Pumpen, Filter und Heizanlage
- Wasser zur Erstbefüllung und bei regelmäßigem Tausch
- Filtermaterial
- Pflegemittel zur Desinfektion und Aufbereitung
- Wartung
Das Wasser im Pool zu erwärmen und die Temperatur im Becken zu halten, kostet am meisten Geld. „Eine Wärmepumpe kann die benötigte elektrische Energie gegenüber einer direkten Elektroheizung reduzieren“, rät der BSW künftigen Poolbauern bei der Planung.
Mindestens genauso wichtig ist eine Abdeckung. Diese reduziert die Verdunstung und damit den Wärmeverlust über die Wasseroberfläche. Auch der Standort des Pools beeinflusst die Rechnung. Ein sonniges Plätzchen erhöht die natürliche Erwärmung, in windigen Ecken kühlt das Wasser hingegen schneller ab.
Und was ist mit dem Wasserwechsel? „Bei regelmäßiger Kontrolle der Wasserwerte, etwa pH-Wert und Chlorgehalt, sowie geeigneter Aufbereitung durch Filtersysteme kann das Wasser durchaus mehrere Jahre im Becken bleiben“, sagt der BSW. Allerdings sind solche Anlagen zum einen in der Anschaffung teuer, zum anderen erfordert es sehr viel Zeit, um das Wasser im Pool ordentlich aufzubereiten. Der Rat des Umweltbundesamts erscheint daher deutlich realistischer. Die Fachleute dort empfehlen, das Poolwasser in regelmäßigeren Abständen zu tauschen, nicht nur alle paar Jahre.
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Eine Ausnahme: der Naturpool
Wer sich für eine natürliche Schwimmstelle im eigenen Garten entscheidet, verfügt über eine besonders nachhaltige Poolvariante. Ein Naturpool benötigt beispielsweise keine chemischen Mittel zur Desinfektion. Das Wasser in einem natürlichen Pool wird biologisch aufbereitet.
„Die Wasserqualität regulieren je nach System mechanische Filter, mineralische Substratschichten, Biofilme, also Mikroorganismen, und bepflanzte Regenerationsbereiche die Reinigung und Entfernung von Nährstoffen wie Stickstoff oder Phosphor, die Algenwachstum fördern“, erläutert der Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V..
Der Verzicht auf klassische chemische Desinfektion bedeutet allerdings nicht, dass der Naturpool wartungsfrei ist. Die biologischen Filter und die Wasserfläche benötigen eine genauso intensive Pflege.
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Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Abschließend noch ein Blick auf typische Fehler beim Einrichten eines Pools im eigenen Garten. Die Größe eines Pools bemisst sich vorrangig nach der tatsächlichen Nutzung, nicht nach dem Preis.
Ein typischer Fall, der im Zweifel nur ärgerlich ist: Ein günstiges Becken reicht nur zum Plantschen, obwohl man doch eigentlich darin schwimmen wollte. Ärgerlich und teuer kann hingegen ein zu großes Becken sein, weil es seinen Besitzer wegen der laufenden Kosten und dem intensiven Pflegeaufwand überfordert.
Ein günstiger Poolpreis vernebelt häufig auch den Blick auf zusätzlich anfallende Kosten, beispielsweise für Erdarbeiten, Fundament, Verrohrung, Elektroanschlüsse, Filtertechnik, Abdeckung oder Wärmepumpe.
Wer einen Pool im Eigenbau plant, sollte zudem vor dem ersten Erdaushub beim örtlichen Bauamt vorstellig werden. Möglicherweise durchkreuzt das örtliche Baurecht die eigene Poolplanung. In jedem Bundesland gibt es eigene baurechtliche Regelungen.
Wichtig: Wenn kleine Kinder oder Tiere mit im Haushalt leben, sollten für diese Mitbewohner unbedingt entsprechende Sicherungsmaßnahmen mitgeplant werden.